Putz & MunterFit in den Frühling

Nicht nur die eigene Wohnung hat sich einen Frühjahrsputz verdient. Auch das Auto kann nach dem Winter eine gründliche Reinigung vertragen. Damit fängt die Fahrzeugpflege aber erst an.

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Endlich Sonne! Endlich zweistellige Plusgrade und ein sanftes Lüftchen, das einem nicht mehr wie kleine ­Nadelstiche auf der Haut vorkommt, sondern milde die Nase umschmeichelt und eindeutig die schöne Jahreshälfte einläutet. Höchste Zeit, sich für die Sonnenmonate zu rüsten – und das gilt natürlich ebenso für den fahrbaren ­Untersatz. Auch er hat unter niedrigen Temperaturen, Streusalz und Niederschlägen ­jeglicher Art gelitten, und deren Auswirkungen auf Karosserie, Unterboden und Innenraum sollten rechtzeitig unterbunden werden, denn: Feuchtigkeit lässt nicht nur das Blech korrodieren, sondern kann auch den Teppich und alle Teile aus Kunststoff oder Gummi ­angreifen. Ein gründlicher Frühjahrscheck hat also mehr als nur kosmetische Gründe. Los geht’s!

Motorraum: Machen Sie Ihr Auto frühlingsfit

Dampfstrahler: Am Anfang steht natürlich immer das Beseitigen ­jeglichen Drecks. Regen und Schnee in Kombination mit Streusalz bilden mit der Zeit eine Art Kruste auf der ­Karosserie, die dem Rost perfekte Bedingungen zum Wuchern bietet. Ein schnelles Abdampfen in der SB-Box reicht also bei Weitem nicht aus, sondern ist nur als Vorwäsche zu sehen, um den eingetrockneten Schmutz aufzuweichen. Ansonsten wirkt dieser in der anschließenden Fahrt durch die Waschanlage wie Schleifpapier, würde dem Lack also jede Menge Kratzer verpassen. Wichtig auch: Verdeckte Bereiche wie die Radhäuser behandeln!

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Motorraum: Spuren des Winters sollten auch hier beseitigt werden, um der Korrosion vorzubeugen. Wer eine Motorwäsche ­machen möchte: Das ist nur an Dampfstrahlern mit Öl­abscheider erlaubt, daher unbedingt die Hinweisschilder beachten. Wichtig: Noch vor dem Aufsprühen des Kalt­reinigers elektrische Bauteile abkleben, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Wer sich das nicht zutraut, fragt ­lieber den Aufbereiter. Ein guter Zeitpunkt, um das Motoröl zu kontrollieren und das Scheibenspritzwasser aufzufüllen – am besten mit einer Sommermischung, die besser ­Insektenreste von der Windschutzscheibe entfernt.

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Waschstrasse: Vor der Einfahrt: Antenne abschrauben und Außenspiegel einklappen. Nicht automatisch das teuerste Programm wählen, wenn das Auto im Anschluss ohnehin noch poliert wird. Das ansonsten aufgetragene Heißwachs würde bei den anschließenden Arbeiten nur stören. Viel wichtiger ist es, ein Waschprogramm mit Unterbodenwäsche auszuwählen. Vor allem dort müssen alle Spuren des Streuguts entfernt werden. Da die Bürsten nicht in jedes Eck kommen, sollte im Anschluss mit einem sauberen Lappen zum Beispiel noch unter dem Heckspoiler oder in Fensterecken nachgewischt werden.

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Scheiben: Zwar deutlich mühsamer als das Aussaugen, aber umso wichtiger. Schließlich gelangen gerade in der Winterzeit über das Gebläse viele Schmutzpartikel auf die innere Seite der Windschutzscheibe – und zwar so gleichmäßig, dass sie einen durchgängigen Film bilden, den man meist gar nicht wahrnimmt. Er schränkt die Sicht aber erheblich ein und kann bei Gegenlicht sogar blenden. Daher einen ausgewiesenen Scheibenreiniger und nicht irgendein Putzmittel verwenden. Um Streifen zu vermeiden, gibt es Tricks: Zum Auftragen des Mittels ein anderes fusselfreies Tuch verwenden als anschließend zum Abreiben. Zum Abschluss mit einem Mikrofasertuch so lange trocken ­rubbeln, bis es quietscht – dann ist der gesamte Reiniger und mit ihm jeder Schmutz abge­tragen.

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Reifen: Es herrscht zwar noch bis zum 15. April Winterreifenpflicht, eine Kontrolle vor dem Umstecken empfiehlt sich dennoch: Gibt es Schäden? Sind die Felgen rostig? Und vor allem: ­Haben die Pneus noch genug Profil? Wenn sie weniger als vier Millimeter aufweisen, braucht man sie gar nicht mehr zu reinigen und einzulagern. Wenn doch: mit dem Dampfstrahler und viel Abstand abwaschen und erst wenn sie komplett trocken sind, richtig im Keller oder der Garage lagern. Heißt: kühl und trocken, am besten aufgehängt, ansonsten aufeinander­gestapelt. Nie aber gegen eine Mauer lehnen. Die punktuelle Belastung auf der Lauffläche über Monate hinweg kann die Karkasse bleibend beschädigen.

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Servicearbeiten: Der Zeitpunkt ist gut für kleine Routinearbeiten, wie zum Beispiel den Tausch des Innenraumfilters. Der versteckt sich meist im Beifahrerfußraum und lässt sich mit wenigen Handgriffen wechseln – die Anleitung liegt dem Ersatzteil bei. Vorsicht bei der Kühler- und der Bremsflüssigkeit. Bitte nur den Füllstand kontrollieren. Korrekt auffüllen kann das nur eine Werkstatt. Genauso wie das Tauschen des Gases der Klimaanlage, die während der Wintermonate mehr oder weniger pausiert, da sie erst ab rund 7 Grad aktiv ist.

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