Tradition verdichtet

Als Großmeister der Hybrid-­Bewegung haben die Japaner die Technik ­immer weiter verfeinert. Die maximale Ausbaustufe ­verfügt gleich über zwei E-Motoren und bietet Stromer-Qualitäten, ohne jemals aufgeladen ­werden zu müssen.

© Oliver Wolf
 

Wenn es etwas gibt, was die Mannschaft von Toyota auszeichnet, dann ist es ihre Beharrlichkeit. Sie war von der Idee des Hybridantriebs schon vor mehr als 20 Jahren überzeugt. Und sie ist es auch heute noch. Ja, wirklich! Es ist tatsächlich schon so lange her, dass der erste Prius auf den Markt kam, wenn auch nur für den japanischen Markt. Aber 2000 ging es auch bei uns los, und mittlerweile kann beinahe die gesamte Flotte mit der Kraft der zwei Herzen ausgestattet werden – vom Yaris bis zum Lexus LS. Die SUV-Flotte natürlich genauso, wobei der RX 450h in seinem Segment eine Sonderrolle einnimmt.

Während nämlich alle anderen Hersteller auf die schwerere, teurere und aufwendigere Plug-in-Technik umsteigen, bleibt der Lexus sich selber treu und vertraut weiterhin auf die smarte Full-Hybrid-Variante. Diese hat nämlich den Vorteil, immer in vollem Leistungsumfang zu arbeiten, wobei sie ihre größten Vorteile vor allem in der Stadt ausspielen kann: In der Tiefgarage oder im Stop-and-Go-Verkehr reicht die Akkuleistung völlig aus, um rein elektrisch dahinzurollen. Erst wenn stärker beschleunigt werden muss, klinkt sich der Benziner ins Geschehen ein, und wir reden hier nicht von irgendeinem Motor.

Quasi in Echtzeit informiert der Lexus seine Insassen via Display über den Kraftfluss zwischen dem Akku, den Motoren und den vier Antriebsrädern Foto © Oliver Wolf

Befeuert wird der RX nämlich von ­einem frei saugenden 3,5-Liter-Sechs­zylinder, wie es ihn heutzutage kaum mehr gibt. Den Part der benzinfreien Fortbewegung übernehmen gleich zwei Motoren: einer vorn, einer im Heck, womit nicht nur jede Menge Drehmoment, sondern auch souveräne Traktion geboten wird – schließlich wirkt das Exem­plar im Fond direkt auf die Hinterräder.

Verwaltet werden die 313 System-PS von einem Planetenradgetriebe, was vom Fahrgefühl einer Stufenlos-Automatik ziemlich nahekommt. Nur dass hier alles bis ins kleinste Detail faszinierend funktioniert. Ohne dass man am Kraftfluss etwas merkt, arbeiten die Motoren entweder einzeln oder in Personal­union. Die aufwendige Schaltbox ermöglicht es zudem, dass beide E-Aggregate für den Vortrieb und zum Rekuperieren eingesetzt werden können. Im Zusammenspiel mit der schlauen Elektronik, die den Benziner immer dann, wenn er gerade nicht so viel zu tun hat, fürs Nachladen einsetzt, muss man sich auch nie Sorgen machen, dass der Stromspeicher einmal komplett leer sein sollte.
Foto © Oliver Wolf

Dass der Lexus eigene Wege geht, merkt man nicht nur am eigenständigen Design. Firmenchef Akio Toyoda hat schließlich nicht grundlos seinen Mitarbeitern eingeimpft, dass jeder neue Toyota nicht nur anstandslos funktionieren muss, sondern auch Fahrspaß bieten und extravagant aussehen soll. So zeigt sich auch der Innenraum modern gestaltet und verfügt neben jeglichem Komfort über ein besonderes Bediensystem der Infotainmentanlage: Mittels einer Art fix installierter Computermaus auf der Mittelkonsole surft man durch die einzelnen Menüs und kann sich in gelederter Atmosphäre auf dem Display den derzeitigen Kraftfluss zu Gemüte führen.

Technik im Blick

Niedrigster CO2-Wert: 124 g/km
Geringster Verbrauch: 4,8 Liter Benzin
Kofferraumvolumen: 525 ­Liter
Abmessungen: 4630/1845/1645 mm L/B/H
Antrieb: Benziner mit 262 PS, 2 E-Motoren mit 30/68 PS

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