Es geht um den ersten Eindruck: Eine Gruppe von internationalen Fachjournalisten durfte den ersten Elektro-Crossover-SUV von Skoda unter die Lupe nehmen.

Getarnt und beklebt auf der Straße, nur in einer Extrapräsentation durfte man einen Blick auf das ungetarnte Auto werfen, das erst Ende 2020 seine Weltpremiere feiern wird (Marktstart 2021) und dessen Design noch streng geheim ist. Auffallend: Zwischen den Scheinwerfern haben die Skoda-Designer eine durchsichtige Frontmaske eingesetzt, die Lichteffekte einspielen kann - etwa bei der Begrüßung.

Der Name Enyaq setzt sich aus dem irischen Wort Enya ("Quell des Lebens") und Q (für die SUV-Modelle) zusammen. Skoda hat freilich einen Crossover daraus gemacht, in den Dimensionen:4648 Millimeter lang, 1877 Millimeter breit und 1618 Millimeter hoch. Das Kofferraumvolumen fasst 585 Liter. Crossover versteht man besser, wenn man die für einen SUV sehr niedrig angesetzte Ladekante zu schätzen gelernt hat. Einordnen muss man den Enyaq zwischen Kodiaq und Karoq.

Fahrerisch kann man nach den ersten Kilometern soviel sagen: Obwohl  es noch Prototypen sind, fährt sich der Enyaq mit Heckantrieb und 150 kW komfortabel wie exakt. Der Heckantrieb ist bei E-Autos logischer, weil das Gewicht sich mit den Batterien ja verlagert hat - und man so mehr Traktion erhält. Das hohe Drehmoment setzt der Enyaq souverän um.

Fahrgefühl

Grundsätzlich bleibt man bei einer klassischen Auslegung des Fahrgefühls. Soll heißen: Es gibt drei Rekuperationsstufen (per Schaltwippen/Lenkrad auswählbar), aber kein Fahren nur mit einem Pedal, sprich mit extrem starker Verzögerung, wenn man vom Fahrpedal geht. Geräuschtechnisch will man noch etwas nachbessern. Die Lenkung ist für diesen Entwicklungszeitpunkt exakt.

Der Enyaq basiert auf dem Elektro-Baukasten des VW-Konzerns, die Lithium-Ionen-Batterien gehen mit 55 kWh, 62 kWh und 82 kWh an den Start, mit Reichweiten von rund 350 bis rund 500 Kilometern. Das sind Werksangaben bei Idealbedingungen. Der Basis-E-Motor im Heck leistet 109 kW, weiter geht es mit 132 kW und 150 kW.

Die Batterie mit 82 kWh ist auch in den zwei Versionen mit einem zweiten Elektromotor und Allradantrieb verbaut, die 195 kW und 225 kW leisten. Die maximale Reichweite beider Allradversionen beträgt bis zu 460 Kilometer. Das Top-Modell erreicht die Marke von 100 km/h aus dem Stand in 6,2 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

Drei Ladeoptionen

Es gibt drei verschiedene Ladeoptionen. Neben der haushaltsüblichen 230V-Steckdose mit 2,3 kW Wechselstrom lässt sich das Fahrzeug an Wallboxen mit bis zu 11 kW aufladen. Je nach Batteriegröße dauert der Ladevorgang sechs bis acht Stunden. Dritte Ladeoption: an Schnellladesäulen mit Gleichstrom und mit bis zu 125 kW Ladeleistung (Idealfall innerhalb von lediglich 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent).

Staunen werden Skoda-Käufer im Innenraum: Mittig trohnt ein 13-Zoll-Bildschirm mit voller Konnektivität und Sprachsteuerung. Vor dem Fahrer gibt es ein vergleichsweise nur kleines digitales Cockpit. Dafür sind Head-up-Display und Augmented Reality (Einblendung von Zeichen/Signalen) das große Thema.

Und das Platzangebot? Da muss man sich bei Skoda sowieso keine Sorgen machen, das bleibt auch beim Enyaq ein Trumpf des tschechischen Autobauers. Skoda versucht gerade für den Vollstart der E-Mobilität ein neues Umweltbewusstsein zu zeigen, verarbeitet wurde  recyceltes Material oder Leder, dass speziell gegerbt wurde.

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