FLUGAUTODer PAL-V Liberty landet auf dem Genfer Autosalon

Abgefahren und abgehoben zugleich: Mit dem PAL-V Liberty soll 2019 ein Flugauto in Serie gehen.

Der PAL-V Liberty zu Lande und in der Luft © PAL-V
 

Der Traum vom Hybrid aus Fahr- und Flugzeug ist fast so alt wie das Automobil selbst, aber durchstarten konnte mit der Idee bisher aber keiner. Im vergangenen Jahr allerdings häuften sich die Projekte verdächtig. Erstmals stürzt sich auch einer der ganz großen Flugzeughersteller auf dieses Thema: „Pop.Up“ heißt das Projekt von Airbus, das gemeinsam mit der italienischen Designschmiede Italdesign entwickelt wurde. Und auf dem Genfer Autosalon im März wird mit dem PAL-V Liberty ein serienreifes Flugauto im Scheinwerferlicht stehen. „Mit dieser finalen Variante unserer Liberty schließen wir die Lücke zwischen Fiktion und Wirklichkeit“, sagt Robert Dingemanse, CEO des niederländischen Unternehmens. „Wenn 2019 die allgemeine Zulassung vorliegt, werden wir den ersten Kunden die Schlüssel übergeben.“ Noch genügend Zeit also, um den Flugschein zu machen. Vorbestellen kann man das Vehikel bereits.

Der Ansatz der Niederländer an den Traum, dem Stau einfach so zu entschweben, ist konservativ: Nüchtern betrachtet, ist der PAL-V Liberty ein Tragschrauber mit Scheinwerfern, Blinkern und Straßenzulassung. Der Rotor mit elf Metern Spannweite Spannweite wird bei Bedarf ausgeklappt. Die Eckdaten, die Entwicklungschef Mike Stekelenburg verrät, sind folgende: Ein 100-PS-Benzinmotor sorgt für 160 km/h Höchstgeschwindigkeit zu Lande, einer mit 200 PS für 180 km/h in der Luft. Wer sich bei Tempo 140 einbremst, kommt bei einer maximalen Flughöhe von 3500 Metern mit 26 Litern Sprit pro Stunde aus. Bei dem verbauten 100-Liter-Tank ergibt es eine Reichweite des 900 Kilogramm schweren Gefährts von 1300 Flugkilometern. Ach ja, auf dem Boden benötigt der Tragrotorwagen keine neun Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und soll sich mit einem Verbrauch von 7,6 Litern zufriedengeben.

Flugauto: PAL-V Liberty

Nüchtern betrachtet, ist der PAL-V Liberty ein Tragschrauber mit Scheinwerfern, Blinkern und Straßenzulassung. Der Rotor mit elf Metern Spannweite Spannweite wird bei Bedarf ausgeklappt.

PAL-V

Die Eckdaten, die Entwicklungschef Mike Stekelenburg verrät, sind folgende: Ein 100-PS-Benzinmotor sorgt für 160 km/h Höchstgeschwindigkeit zu Lande, einer mit 200 PS für 180 km/h in der Luft.

PAL-V

Wer sich bei Tempo 140 einbremst, kommt bei einer maximalen Flughöhe von 3500 Metern mit 26 Litern Sprit pro Stunde aus. Bei dem verbauten 100-Liter-Tank ergibt es eine Reichweite des 900 Kilogramm schweren Gefährts von 1300 Flugkilometern

PAL-V

Ach ja, auf dem Boden benötigt der Tragrotorwagen keine neun Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und soll sich mit einem Verbrauch von 7,6 Litern zufriedengeben.

PAL-V

Wer jedoch glaubt, direkt aus dem Stauende senkrecht in die Lüfte aufsteigen zu können, der irrt: So dauert es zuerst fünf bis zehn Minuten, die Rotoren auszufahren.

PAL-V

Und da es sich bei dem Vehikel ja um keinen Hub-, sondern um einen Tragschrauber handelt, benötigt er auch eine Start- und Landebahn.

PAL-V

Die Rotorblätter werden nämlich nicht von einem Motor angetrieben, sondern setzen sich erst durch den Fahrtwind in Bewegung. Das erledigt ein 200 PS starker Benzinmotor über eine Art Propeller, den sogenannten Schubrotor.

PAL-V

50 km/h und 330 Meter Anlauf genügen zum Starten, zum Landen sogar nur 30, was sich jetzt nicht nach viel anhört.

PAL-V

Dennoch benötigt der PAL-V für diese Manöver offizielle Landebahnen. Autobahnzubringer gehören jedenfalls nicht dazu, was die Nutzung natürlich gehörig einschränkt.

PAL-V

Aber andererseits hat Dingemanse ohnehin nur sehr liquide Firmen als Zielgruppe im Auge, für die Zeit wichtiger ist als Geld. Denn die 500.000 Euro Stückpreis müssen erst einmal wieder hereingefahren, Pardon, -geflogen werden.

PAL-V
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Wer jedoch glaubt, direkt aus dem Stauende senkrecht in die Lüfte aufsteigen zu können, der irrt: So dauert es zuerst fünf bis zehn Minuten, die Rotoren auszufahren. Und da es sich bei dem Vehikel ja um keinen Hub-, sondern um einen Tragschrauber handelt, benötigt er auch eine Start- und Landebahn. Die Rotorblätter werden nämlich nicht von einem Motor angetrieben, sondern setzen sich erst durch den Fahrtwind in Bewegung. Das erledigt ein 200 PS starker Benzinmotor über eine Art Propeller, den sogenannten Schubrotor.

50 km/h und 330 Meter Anlauf genügen zum Starten, zum Landen sogar nur 30, was sich jetzt nicht nach viel anhört. Dennoch benötigt der PAL-V für diese Manöver offizielle Landebahnen. Autobahnzubringer gehören jedenfalls nicht dazu, was die Nutzung natürlich gehörig einschränkt. Aber andererseits hat Dingemanse ohnehin nur sehr liquide Firmen als Zielgruppe im Auge, für die Zeit wichtiger ist als Geld. Denn die 500.000 Euro Stückpreis müssen erst einmal wieder hereingefahren, Pardon, -geflogen werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

scionescio
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Wer sich bei Tempo 140 einbremst, kommt bei einer maximalen Flughöhe von 3500 Metern mit 26 Litern Sprit pro Stunde aus. Bei dem verbauten 100-Liter-Tank ergibt es eine Reichweite des 900 Kilogramm schweren Gefährts von 1300 Flugkilometern

Ich bin immer wieder erstaunt, wie kritiklos Journalisten Informationen weiterverbreiten - oder hapert es an den Grundrechnungsarten?

26Liter pro Stunde bei einem 100 Liter Tank ergibt knapp 4 Stunden Flugzeit. Bei 140 km/h ergibt das maximal 560km Reichweite - also weit weniger als die Hälfte der angegebenen 1300 Flugkilometer ... da stimmt wohl grob etwas nicht!

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