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Kultkiste Lamborghini Miura

So kurz der Auftritt der Lamborghini Miura im Film „The Italian Job“ auch gewesen sein mag – fünf Jahrzehnte wurde nach ihr gesucht.

Kaiserwetter in den italienischen Alpen. Ein Sportwagen carvt durch die Kurven. Aus dem Radio schmettert Matt Monro seinen Hit „On Days Like These“, der Zwölfzylinder stimmt in den Soundtrack beherzt mit ein. Der Mann am Steuer trägt Pomade im Haar und eine dunkle Sonnenbrille, dreht am Dreispeichenvolant und steuert in einen Tunnel. Es sollte das Letzte sein, das er tut.

LAMBORGHINI

Die legendäre Eröffnungsszene des Kultfilms „The Italian Job“ aus dem Jahr 1969 lässt jedem Autofan die Gänsehaut aufsteigen. Erst vor Freude – und dann aus Verzweiflung: Die Lamborghini Miura wird jäh ausgebremst, von einem Bulldozer der Mafia plattgemacht und über die Leitplanke in eine Schlucht geworfen.

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Schon wenige Jahre nach dem Erscheinen des Films mit Michael Caine in der Hauptrolle wurde bekannt, dass Paramount Pictures sich nicht des Frevels schuldig gemacht hatte, eine echte Miura zu schrotten, sondern ein bereits verunfalltes Exemplar für die Szene auf dem Großen Sankt-Bernhard-Pass verwendete.

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Und damit begann die Suche nach dem Auto in der Lackierung „Arancio Miura“, das seinen Auftritt im Tunnel mit heiler Blechhaut beendete. Fans und Sammler aus der ganzen Welt trugen in den folgenden fünf Jahrzehnten in akribischer Suche zahlreiche, teils widersprüchliche Hinweise zum Verbleib zusammen.

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Die Spur führte in die Kaiser Collection in Vaduz – aber die Sitze hatten die falsche Farbe. Also trat die im Verdacht stehende Miura ihre Reise zu ihrem Geburtsort in Sant’Agata Bolognese an, um ihren Status als Filmstar zu bestätigen.

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Dafür durchforstete Lamborghinis Klassikabteilung nicht nur die Archive, sondern spürte auch ehemalige Mitarbeiter auf.

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Darunter Enzo Moruzzi, der das Fahrzeug seinerzeit zum Set brachte und bei den Aufnahmen als Double am Steuer saß. „Auf dem Band war gerade ein fast fertiger Miura in der richtigen Farbe mit weißem Lederinterieur. Er war mit dem Unfallfahrzeug äußerlich identisch und wir beschlossen, ihn für den Film zu verwenden.“

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Und auch, warum im Film schwarze Sitze zu sehen sind, konnte Moruzzi erklären: „Unsere Sorge waren die empfindlichen weißen Ledersitze. Ich gab also die Anweisung, sie auszubauen und durch schwarze zu ersetzen.“

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Nur die Kopfstützen, die am Trennglas zwischen Innen- und Motorraum angebracht sind, konnten nicht rechtzeitig getauscht werden. Sie strahlen im Film blütenweiß.

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