Im Rückspiegel Das war das Autojahr 2020

Zum Jahreswechsel bremsen wir uns wieder ein und werfen einen kurzen Blick in den Rückspiegel. Hier lesen Sie, wer und was heuer für Gesprächsstoff sorgte.

Kopf des Jahres. Vor zehn Jahren als Spinner und Scharlatan verhöhnt, weist Elon Musk mit Tesla heute den Weg. Die Aktie hat seit 2011 um fast 16.000 Prozent zugelegt. Mit einer Börsenkapitalisierung von 526 Milliarden US-Dollar ist Tesla mehr wert als die fünf größten Autobauer zusammen.

AFP (BRENDAN SMIALOWSKI)

Reizfigur des Jahres. Ein Mann geht seinen Weg: Herbert Diess fährt mit dem Rasenmäher durch den Volkswagen-Konzern. Der Österreicher ist unbequem, eckt an, doch er bringt den Autogiganten voran. Und er hat die Rückendeckung der Eigentümer. Fakt ist: Es gibt keine Alternative zu Diess.

AP (Michael Sohn)

Umsteiger des Jahres. Er machte als Boss von Seat einen Topjob, doch dann kam ein Angebot, dem Luca de Meo nicht widerstehen konnte. Der smarte Italiener muss
Renault wieder auf Drehzahl bringen. Sein Vorteil: Der Marketing-Profi begann seine Karriere in Paris und kennt den Konzern.

RENAULT

Aufsteigerin des Jahres. Der Anteil von Frauen in den Chefetagen der Autobauer ist immer noch jämmerlich. Jetzt zeigt in Stuttgart Karin Rådström auf. Und zwar bei den dicken Brummern: Als Vorstand der Daimler Truck AG verantwortet die Schwedin das Europageschäft und die Marke Mercedes Lkw.

DAIMLER

Absteiger des Jahres. Erfolglosigkeit konnte man Bernhard Maier nicht nachsagen. Ganz im Gegenteil: Der Ex-Porsche-Manager trieb als Chef von Skoda die Marke zur Blüte – und Richtung Premium. Und widersetzte sich damit der „Stallorder“. Fazit: Wolfsburg verlängerte seinen Vertrag nicht.

SKODA

Sieger des Jahres. Das Elektroauto hat sich in diesem Jahr endgültig aus der Nische erhoben. Weltweit geht es zügig an die Dose. Der November war bei uns ein Rekordmonat: Erstmals knackten die Stromer beim Anteil an
den Pkw-Zulassungen mit 2067 Fahrzeugen die Zehn-Prozent-Marke.

iaremenko/stock.adobe.com (Iaremenko Sergii)

Verlierer des Jahres. Noch ist der Diesel nicht tot, aber es geht langsam zu Ende: Der Selbstzünder, jahrzehntelang der Lieblingsmotor nicht nur der Österreicher, ist auf den Kernmärkten auf dem Rückzug. Bei uns greifen nur noch 37 Prozent der Kunden zum Diesel – einst waren es 71 Prozent.

Markus Mainka/stock.adobe.com (Markus Mainka)

Aufseher des Jahres. Er war Vorstandschef von BMW und Volkswagen und ist einer der profiliertesten und meistgeachteten Manager der Branche. Jetzt ereilte Bernd Pischetsrieder ein weiterer Ritterschlag: Der 72-jährige Bayer wurde für den Aufsichtsratsvorsitz der Daimler AG nominiert.

OLIVER WOLF

Sohn des Jahres. Generationswechsel beim südkoreanischen Autoriesen Hyundai. Der 49 Jahre alte Chung Eui-sun folgt auf dem Posten seinem Vater Chung Mong-koo (82), der den Konzern 20 Jahre lang leitete
und zum fünfgrößten Automobilproduzenten weltweit formte.

APA/EPA/YONHAP (YONHAP)

Hoffnungsträger des Jahres. Er ist das neue Trumpfass von Volkswagen: Ex-BMW-Mann Markus Duesmann gibt Audi Profil und verantwortet im Konzern zudem die Forschung und Entwicklung.

AUDI

Pensionist des Jahres. Er war der Sir der Branche: Ralf Speth, Boss von Jaguar und Land Rover, zieht sich in den Ruhestand zurück, bleibt aber im Board der Konzernmutter Tata.

JLR

Flüchtiger des Jahres. Vor einem Jahr floh Carlos Ghosn aus Japan in den Libanon. Dort schrieb der Ex-Renault und Nissan-Chef ein Buch: "Die Zeit der Wahrheit“. Seine Wahrheit.

AP (Meika Fujio)

Tempomacher des Jahres. Der Mann gibt Gas, dass es nur so rauscht. Stefan Pierer ist der Zweirad-Hero. Jetzt hat der KTM-Boss den MotoGP-WM-Titel und Ducati auf dem Speisezettel.

Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Macher des Jahres. Unmögliches möglich zu machen ist eine Spezialität von Dietrich Mateschitz. Für den Red-Bull-Boss war die Absage des GP in Spielberg keine Option. Es folgte ein logistischer Kraftakt, der mit dem weltweit ersten Großevent nach Ausbruch der Pandemie belohnt wurde.

AP (Kerstin Joensson)
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Kommentare (2)
Mezgolits
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Lesenswert?

Mit einer Börsenkapitalisierung von 526 Milliarden US-Dollar ist Tesla

mehr wert als die fünf größten Autobauer zusammen. - Vielen Dank - ich meine:
Aber nur deshalb, weil die Tesla-Investoren, möglichst viel Geld, mit ihren Tesla-
Aktien erwirtschaften möchten und ich wünsche allen ehrlichen Personen Alles
Gute für das Neue Jahr 2021 Erfinder Stefan M

Kristianjarnig
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Lesenswert?

Ist halt wieder mal eine typische "Blase" die zu mehr aufgeblasen wurde als sie in ...

.....Wirklichkeit wert ist. Bitcoin "Gambler" und Co. werden auch hier zuschlagen, das ganze weiter befeuern bis irgendwann mal Brennschluß ist. Und von da an geht es dann abwärts.

Was auch eine zweideutige Anspielung auf Space X sein kann, wer kann das schon sagen ^^. Und ich glaube das sehr viele in Musk noch immer genau das sehen auf was auf Bild 1 hingewiesen wird.
Eine kleine Parallel zu Märchen wie dem Rattenfängern von Hameln bzw. "Des Kaisers neue Kleider" sind für mich durchaus gegeben.

Man muß wohl abwarten ob sich hoch Pockern nicht doch ab und zu auszahlt. Ab und zu gewinnt ja doch der am besten Bluffen kann was sicher eine Tesla "Sache" ist ;-) .

Und nein, ich bin keinem seinen Tesla neidig. Ich denke mir da eher - "wie kann man soviel für sowas unausgereiftes bezahlen"..... Elon freut es, letztlich ist es ja das was zählt, nicht war?