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Corona-MaßnahmenDie Österreicher sind wieder deutlich mehr unterwegs

Laut Analyse von Bewegungsdaten durch Wiener Komplexitätsforscher: Durchschnittlicher Bewegungsradius stieg am Donnerstag auf rund zwölf Kilometer.

© APA/HANS PUNZ
 

Der Bewegungsradius der Österreicher wird wieder größer. Das zeigen Auswertungen des Complexity Science Hub Vienna (CSH) und der Technischen Universität (TU) Wien. Nachdem sich durch die Einführung der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen der Radius von rund 14 Kilometern pro Tag auf nur acht reduziert hatte, verzeichnete man am Donnerstag (16. April) einen Durchschnittswert von rund zwölf Kilometern.

Wie gut die Maßnahmen und Aufrufe zu Mobilitätseinschränkungen angenommen wurden, zeige sich an der sehr deutlichen Reduktion des mittleren Aktionsradius der Österreicher in den vergangenen Wochen. Auch die Karwoche und das Osterwochenende folgten diesem Trend. Mit der Lockerung der Maßnahmen ab Dienstag (14. April) änderte sich das Verhalten jedoch, zeigt die auf verschiedenen Datenquellen, wie etwa zusammengefassten, anonymisierten Telekommunikationsdaten beruhende Auswertung auf der CSH-Homepage.

Auch beim Blick auf Bevölkerungsgruppen, die sich mehr oder weniger bewegen, zeigt sich, dass der Anteil der Personen, die sich pro Tag nicht weiter als 500 Meter bewegen, verändert hat: Ihr Anteil ging um die Verhängung der Ausgangseinschränkungen am 15. März von rund 45 Prozent auf ungefähr 65 Prozent stark hinauf. Vor allem bis Anfang April "haben sich also viel mehr Leute als sonst auf kurze Strecken beschränkt oder sind ganz zuhause geblieben", so CSH-Wissenschafter Tobias Reisch. Die ersten Tage nach Ostern brachten aber eine deutliche Abnahme, denn am Donnerstag war diese Gruppe auf lediglich noch rund die Hälfte der Bevölkerung geschrumpft.

Langsam zurück zur Normalität

Auch in der nächsten von den Forschern ausgewerteten Mobilitätsgruppe, die Menschen umfasst, die sich täglich zwischen 500 Metern und fünf Kilometern bewegen, änderte sich das Bild: Waren dieser in den ersten Wochen nach den Ausgangsbeschränkungen im Schnitt deutlich weniger als 30 Prozent der Bevölkerung zuzuordnen, war diese Gruppe am 16. April mit rund 35 Prozent wieder in etwa so groß wie vor der Verhängung der Maßnahmen.

Wege über fünf Kilometer legen die Österreicher allerdings noch immer seltener zurück, zeigt die Auswertung. Machte diese Gruppe kurz vor der Coronakrise im Schnitt über 20 Prozent aus, sank der Wert daraufhin an Wochentagen auf um die zehn Prozent ab und stieg erst zuletzt leicht an. Auch über Ostern hätten sich die allermeisten Österreicher "also offenbar an die Aufrufe der Regierung gehalten und sind nicht zu weit entfernten Wochenendhäusern oder zu ihren Familien oder Freunden auf Besuch gefahren", so Georg Heiler vom CSH und der TU Wien.

Das Forschungsteam lässt in seine Analysen auch das Passagieraufkommen in Wiener U-Bahn-Stationen einfließen. Hier verzeichnete man ab 15. März einen massiven Rückgang der Passagierfrequenz, der sich auch in den ersten Tagen seit dem 14. April kaum verändert zeigt.

 

Kommentare (6)

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Freeskier
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Wahnsinn

Ich war heute auf der Donauinsel laufen. Was ich da sah hat mich erschrocken. Die Leute, hauptsächlich Radfahrer, verhalten sich als wäre nichts passiert. Abgesehen davon, dass viele bereits wieder in Gruppen fahren, machen sie dies auch grundsätzlich nebeneinander. Von einem Mindestabstand kann keine Rede sein. Ich war schon froh, dass mich niemand überfahren hat. Wenn wir so weitermachen haben wir im Sommer die 2. Welle, darauf kann man wetten.

posmotrim
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wetten auf die 2. welle

auf die 2. welle können Sie so und so wetten, weil das virus sich halt immer wieder durchsetzt, solang es keinen herdenschutz gibt. mit der österr. regierungstaktik wirds halt, wie angekündigt, "ein marathon", bei dem manchem, der freiheit höher schätzt als gesundheit, jetzt die luft ausgeht!

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Es ist rundum wahrzunehmen das viele sich der Sache zu sicher sind, einige sind eben Ignoranten, andere sind vom Wurschtigkeitsgefühl überrannt, andere wieder vom Suchtgefühl getrieben usw. ...............

des Weisheits-Schluß ist das es mit Sicherheit den Rückfall und den Dämpfer geben wird ohne wenn und aber !
Das Geheule und Gejammere jener dann wieder losgeht welche sich einfach nicht fügen können bzw. nicht wollen (aus welchen Gründen auch immer)....... usw. ..... !!
Das unterschätzen des Virus ist weitverbreiteter, leider traurige Gewissheit, wird im Endeffekt mit Sicherheit einigen, und wie immer unschuldigen, noch genügend Ungemach einbringen !
Das "weniger ist mehr" muss eben für einige anscheinend auf beinharte Tour erlernt werden um deren eingefahrene Gewohnheiten der Situation anzupassen und mit dementsprechender Disziplin auch zu leben !
Das ganze Verhalten einiger ist eben nur mit "Sucht" zu vergleichen, sind eben traurige Lichtgestalten die noch immer nicht begriffen haben wo der Hammer hängt !

posmotrim
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bin begeistert,

dass ich meinen bewegungsradius jetzt kenne - war schon fast am verzweifeln ohne dieses wissen und hoffe, dass mir die experten bald mitteilen, wie lange ich zuletzt am "häusl" war...

Jansky
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😉

... das waren genau 4 Minuten und 44,67 Sekunden....🤣

Pelikan22
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Vielleicht sollte man ....

1. ein Fahrtenbuch führen (Nicht beim PKW sondern beim Fahrradl - mit dem darf ma ja fahren, weil man den nötigen Abstand einhalten kann)
2. einen Schrittzähler kaufen (Gibts scho als Uhr)
3. einen Ergometer anschaffen (Damit kann ich meinen Energieverbrauch beweisen)
Das kommt alles noch, weil dafür gibts BEIHILFEN! Nur musst halt alles nachweisen können.