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MENSCHEN IN BEWEGUNG

Das ist der Henry Ford von China

Er heißt Li Shufu, und seinen Namen wird man sich merken müssen: Als Henry Ford von China will der Geely-Chef den Automarkt aufmischen.

Mit ihm wird nicht zu spaßen sein: Li Shufu will mit Geely zur Automacht aufsteigen
Mit ihm wird nicht zu spaßen sein: Li Shufu will mit Geely zur Automacht aufsteigen © AP
 

Li Shufu? In China ist der Mann längst ein Held und wird verehrt wie ein Popstar. Bald aber sollen den Unternehmer auch Europa und der Rest der Welt kennen und durchaus fürchten lernen. Mit der neuen Marke Lynk & Co will der selbstbewusste Milliardär und Eigentümer des chinesischen Automobilkonzerns Geely ab 2018 zum globalen Kreuzzug antreten und mittelfristig zu den zehn größten Produzenten der Welt aufsteigen.

In seiner Heimatprovinz Zhejiang zweifelt niemand daran, dass es der 53-Jährige, der seit Jahren zu den reichsten Menschen Chinas zählt, nicht schaffen könnte. Zu beeindruckend und zielstrebig liest sich der Lebenslauf des Sohns eines einfachen Reisbauers, der zu einem der erfolgreichsten Wirtschaftskapitäne der Volksrepublik aufstieg.

Modellvorstellung: Lynk & Co 01

Der chinesische Hersteller Geely, seit 2010 Eigentümer von Volvo, bereitet offensichtlich eine globale Marktoffensive vor und hat nun sein erstes Modell präsentiert, das ab Ende 2018 auch in Europa auf den Markt kommen soll und technisch auf dem großem SUV der Schweden, dem XC90, basiert.

LYNK

Auf den Markt bringt Geely den 4,5 Meter langen Crossover namens 01 unter dem neuen Markennamen Lynk & Co.

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Für das Design zeichnet ein internationales Team aus den Geely-Studios in Shanghai, Barcelona und Los Angeles unter der Anleitung von Chefstylist Peter Horbury verantwortlich.

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Bei den Motoren soll es Drei-und Vierzylinderbenziner geben, die mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden oder als Handschalterversion zu haben sind.

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Alle 01 werden mit einem großen, zentralen Touchscreen ausgestattet sein, der Wagen soll mit seiner eigenen Cloud ständig online sein.

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Was die Software angeht, scheint man bei den Chinesen offen für Input von außen: Bei der Entwicklung des Infotainmentsystems haben sie unter anderem mit Microsoft, Alibaba und Ericsson zusammengearbeitet, es ist aber auch offen für außenstehende Programmierer.

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Dem 01 werden zumindest ein 02 und ein 03 folgen – die simplen Modellnamen sollen die Idee der Marke unterstreichen, die Dinge zu vereinfachen: Bei Lynk & Co wird es keine ellenlangen Ausstattungslisten mehr geben, die durch den hohen Individualiserungsgrad die Produktionskosten erhöhen, sondern eine knappe Auswahl an gut ausgestatteten Modellen zum Fixpreis. Alleine deshalb könnte der Preis des 01 durchaus heiß sein.

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Alle Modelle sollen auch mit elektrifizierten Antriebssträngen zu haben sein. Eine reine Elektroversion ist geplant, von einem Diesel fiel in der Präsentation kein Wort.

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Neben der Plattform kann sich die neue Marke auch bei den Sicherheitsfeatures beim alten Hasen Volvo bedienen: Das dürfte nicht nur für fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest bürgen, sondern hat auch noch Notbremsassistenz, Fußgängererkennung, Abstandstempomat, Toter-Winkel-, Auffahr- und Spurverlassens-Warner im Schlepptau.

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Und mehr noch: Lynk & Co will den unabhängigen Händler als Glied in der Kette zwischen Kunden und Hersteller weitestgehend ausschalten. Die Autos sollen online verkauft und an eigenen Standorten unters Volk gebracht werden.

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Die Fahrzeuge werden dem Kunden direkt zugestellt und fürs Service vor der Haustüre wieder abgeholt. Neben dem traditionellen Kauf oder Leasing soll man sich den 01 mit einem Sharing-Vertrag auch teilen können.

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Beschäftigte sich der junge Shufu zunächst mit der Fertigung von Kühlschränken, baute er Mitte der 1980er-Jahre eine eigene Firma auf, der er 1989 den Namen Geely gab (,,Glück verheißend“). Shufu war schnell mit dem Bau von Motorrädern erfolgreich. Der Traum vom leistbaren Automobil erfüllte sich allerdings mit Verzögerung: Die Behörden ließen den Autospinner aus der Provinz jahrelang zappeln und erteilten ihm erst 2001 die Lizenz für Pkw-Bau.

Der erste China-Kracher in Österreich

Lynk & Co nennt sich die neue Automarke, die für Geely den Markt in Europa und USA erobern soll. Der Lynk & Co 01, ein knapp fünf Meter langes SUV, wird 2018 das erste chinesische Auto in Österreich sein. Der Lynk & Co 02 soll übrigens von Magna Steyr in Graz entwickelt werden.

Schnell entwickelte sich Geely zum zweitgrößten privaten Autohersteller Chinas, wobei die Marke zunächst gnadenlos kopierte und sich dabei so manche Urheberrechtsklage einhandelte. Der aggressive Expansionskurs gipfelte 2010 im Erwerb von Volvo: Der Kauf der maroden schwedischen Traditionsmarke - Li Shufu zahlte Ford dafür 1,8 Milliarden Dollar - erwies sich als Goldgriff. Mit einem Schlag hatte Geely Zugriff auf westliche Technologien und formte seine Kernmarke mithilfe von europäischen Topmanagern wie Carl-Peter Forster oder Design-Chef Peter Horbury zu einem Hersteller auf internationalem Niveau.

Modellvorstellung: Nio EP9

Was für ein Start: Gleich zum Entree der Marke von Next EV hat die Flunder Nio EP9 gleich den alten Rundenrekord für Elektrofahrzeuge auf der Nordschleife des Nürburgrings pulverisiert: 7:05,12 lautet der neue Bestwert.

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Der chinesische Renner hat eine maximale Leistung von einem Megawatt (1360 PS) und beschleunigt in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Sie 200 fällt nach 7,1 Sekunden.

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Der Zweisitzer wird von vier Elektromotoren (und vier Getrieben) befeuert, was folgerichtig Allradantrieb ergibt.

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Der Topspeed des 4,9 Meter langen Supersportlers liegt bei 313 km/h.

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Seine beiden Lithium-Ionen-Batterien können in 45 Minuten für eine Reichweite von 427 Kilometer geladen werden.

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Fahrfertig wiegt der EP9 1735 Kilogramm, 635 davon machen die Akkus aus.

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Der Grund für das relative Leichtgewicht sind das Monocoque und die Karosserie aus Carbon.

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Und die Marken von Li Shufu, der sich 2012 übrigens auch London Taxi einverleibte, florieren: Volvo entwickelte sich unter den Chinesen zu einer Perle und wird heuer deutlich über eine halbe Million Fahrzeuge verkaufen, bei Geely geht man von rund 700.000 Einheiten aus.

Die neue Marke Lynk & Co will Li Shufu, der schon als Henry Ford von China gilt, in der Mitte zwischen Geely und Volvo positionieren. Geführt wird das junge Label von westlichen Profis: Ex-Opel-Vorstand Alain Visser ist der Chef, Volvo-Mann Andreas Nilsson zeichnet für das Design verantwortlich. Was für Lynk & Co sprechen soll: das europäische Design, die Technikbasis von Volvo, der Preis und ein völlig neues Vertriebskonzept. Ein Bauchfleck ist nicht vorgesehen.

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