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Menschen in Bewegung

Quacksalber

Entenhausen liegt in Wien-Ottakring: Ein Besuch bei den schrägen Vögeln in der 2CV-Werkstatt.

Stefan Lurf und Ernst Miller
Fachmänner für Federvieh: Stefan Lurf und Ernst Miller stehen auf Citroëns 2CV © OLIVER WOLF
 

In der Gansterergasse 6 ist Ente die Spezialität des Hauses. Denn dort servieren Ernst Miller und Stefan Lurf Österreichs schrägste 2CV-Werkstatt. Beide haben in der 1983 gegründeten Firma ihren Beruf erlernt und den Betrieb dann vor acht Jahren übernommen. "Wir führen ihn so weiter, wie er war", wovon die rund 20 Deux Chevaux in Teilen künden, die dort herumliegen.

Was die vielen Stammkunden freut: In Österreich tummeln sich noch rund 3800 Enten auf den Straßen, die meisten in Wien und Umgebung ansässigen kommen bei Wehwehchen und zur Gesundenuntersuchung ins Nest in Wien-Ottakring. Aber das Einzugsgebiet reicht viel weiter: "Wir haben auch Kunden, die sogar aus Innsbruck kommen."

Legospielen

Und wenn es die beiden Fachmänner drauf anlegen, ist sogar ein arg marodes Federvieh schon nach einer Woche wieder flügge. "2CV-Reparieren ist wie Legospielen", lacht Miller. "Die Technik der Ente ist auch heute noch so genial wie einfach." Die vorderen Kotflügel etwa sind nur mit je vier Muttern an Karosserie und Lampenträger angeschraubt. Weil er das Einmaleins des luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotors - dessen Leistung sich über den Bauzeitraum mehr als verdreifachte - im Schlaf beherrscht, bietet die Werkstatt auch Enten-Tuning an.

Aber auch wenn in der 2CV-Werkstatt primär Ente auf der Karte steht, ist das Menü doch abwechslungsreich: "Eigentlich reparieren wir alles, was Räder hat", sagt Stefan Lurf. "Letztens hatten wir einen Rasenmäher da." Und während er für die jüngeren Baujahre zuständig ist, nimmt sich Miller Oldtimern aller Art und Provenienz an.

Dass Ernst jetzt schon knapp ein Vierteljahrhundert an Enten zangelt, hat allerdings Spuren hinterlassen: "Wenn die Kundenautos fertig sind, geht's weiter mit den zehn eigenen."

 

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