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Experte skeptischMit Wasserstoffautos sind Klimaziele nicht zu erreichen

Laut TU-Wien-Professor ist Wasserstoff nur in bestimmten Bereichen sinnvoll. Elektroautos hält er für am effizientesten.

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Sujetbild © (c) APA/AFP/ERIC PIERMONT
 

Mit Wasserstoffautos und dem Aufbau der notwendigen flächendeckenden Wasserstoff-Infrastruktur ist die Energiewende nicht zu schaffen. Diese Meinung vertrat Manfred Schrödl vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der Technischen Universität (TU) Wien am Dienstag in einer Aussendung. Denn ein Wasserstoffauto benötige mindestens rund 2,4 Mal so viel Energie wie ein Elektroauto.

20 Kilowattstunden für 100 Kilometer

Der Wissenschaftler belegt seine Ansicht mit Zahlen: Demnach brauche ein Elektroauto für 100 Kilometer rund 20 Kilowattstunden (kWh). Rechnet man zehn Prozent Verluste durch Zwischenspeicherung und Laden hinzu, komme man auf 22 kWh, vom Windrad oder der Photovoltaik-Zelle weg gerechnet.

Ein Wasserstoffauto benötigt dagegen laut Schrödl für die gleiche Distanz ein bis 1,2 Kilo Wasserstoff, was einem Energieinhalt von 33 bis 39 kWh entspricht. Rechnet man auch hier die Verluste hinzu - im ökologisch optimalen Fall der Wasserstoff-Erzeugung mit Hilfe erneuerbarer Energie, zudem Komprimierung und Transport - komme man in Summe auf mindestens 52 kWh.

Manfred Schrödl, Technischen Universität Wien

Für die Mobilität ist Wasserstoff nicht die richtige Lösung

Tatsächlich sei die Bilanz heute aber noch viel schlechter, da derzeit über 90 Prozent des Wasserstoffs aus Erdgas hergestellt werde. Schrödl beziffert in diesem Fall den Primärenergiebedarf mit 62 kWh für 100 Kilometer Fahrt. Zudem entstehe bei diesem Prozess CO2. "Das ist energetisch nicht besser als ein gewöhnliches Verbrennungsauto mit einem Verbrauch von sechs bis sieben Litern Benzin oder Diesel auf 100 Kilometer", so der Experte.

Schrödl führt noch ein weiteres Argument ins Treffen: Wenn die angestrebte Reduktion des Benzin- und Dieselverbrauchs in Österreich um ein Drittel durch eine Wasserstoffauto-Initiative erreicht und für dessen Produktion erneuerbarer Strom eingesetzt werden soll, würde das einen zusätzlichen Bedarf an elektrischer Energie von 22 Terawattstunden (TWh) bedeuten.

Zusätzlicher Bedarf von neun TWh

Damit wäre der extrem ambitioniert angesetzte Ausbau erneuerbarer Energie von 30 TWh bis 2030 (um Österreichs Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken) alleine durch die Wasserstoffauto-Wende großteils aufgebraucht. Dagegen würde die Reduktion des Treibstoffverbrauchs um ein Drittel durch den Ausbau von Elektroautos den Berechnungen Schrödls zufolge nur zu einem zusätzlichen Bedarf von neun TWh an elektrischer Energie führen.

Schrödls Fazit: "Grüner Wasserstoff hat in gewissen Bereichen sicher eine große Zukunft, etwa als Langzeit-Energiespeicher, oder in der Industrie, wenn auch die entstehende Abwärme gut genutzt wird. Aber für die Mobilität ist Wasserstoff nicht die richtige Lösung." Da sei es weitaus effizienter, auf das Elektroauto zu setzen.

Kommentare (43)

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lo_is_here
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Interessant

Ich wusste nichts von unverbrauchter Energie. Wenn es diese verschwendete Reserven gibt, kann man das ja machen um zu schauen obs funktioniert. Ich bin mir nicht sicher ob Wasserstoff als Speicher das Beste ist, aber auf jeden Fall mal eine Idee.

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hbratschi
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klimaziel sollte sein,...

...unseren planeten für uns menschen lebenswert und bewohnbar zu erhalten, möglichst ohne dadurch alle anderen "von uns nicht benötigten" spezies verschwinden zu lassen. aber so wie's ausschaut, ist der mensch dafür nicht geschaffen, denn durch seine gier und seine äußerst "erfolgreiche" vermehrung (und dem dadurch bedingten resourcenverbrauch) werden wir in absehbarer zeit verschwunden und zu einer randnotiz in der weltgeschichte verkommen sein. so effizient unsere spezies auch ist und war, gerade diese wird uns aber auch auslöschen. und dann neustart. irgendwie schade, denn wir hätten es eigentlich drauf, aus unserer erde eine für alle gute zu machen. wenn, wie schon geschrieben, nicht unsere hemmungslose gier wäre...

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Carlo62
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Es geht nicht (nur) um den Energieverbrauch, Herr Professor!

Wasserstoff wäre der optimale Zwischenenergieträger (Stromspeicher) von aus PV gewonnener elektrischer Energie! Dabei spielt der Wirkungsgrad dann nur eine untergeordnete Rolle. Die Einspeisung elektrischer Energie in das Netz ist nur bis zu einem gewissen Prozentsatz möglich. Die Netzqualität benötigt immer einen ausreichenden Anteil an rotierenden Massen (Generatoren) für die Kurzschlussleistung. Die Herstellung von Akkus ist umwelttechnisch bedenklich. Die Brennstoffzelle ist die Zukunft in der Mobilität, da führt kein Weg daran vorbei!

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lo_is_here
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Bitte korrigieren Sie mich falls ich etwas nicht verstanden habe.

Aber der Wirkungsgrad für die Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse liegt bei 60%, also wieso nicht gleich 100% in eine Batterie einspeisen? Auch wenn Batterien nicht das Beste sind, speziell wenn sie groß sind. Jedoch wird hier extrem viel geforscht und in Zukunft hoffentlich ein Durchbruch kommen. Weswegen ich für die Zukunft für normale PKWs das batteriebeteiebene E-Auto vorne sehe.

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Carlo62
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Da gibt es viele Gründe!

1) Die Herstellung von Akkus ist umwelttechnisch mehr als bedenklich. Auch wenn die Brennstoffzellentechnologie Akkus zur Pufferung benötigt; es wird nur ein relativ kleiner Akku benötigt.
2) Die Betankung mit H2 geht sehr schnell vor sich (wenige Minuten) und die Reichweite mit einer Füllung beträgt mehr als bei herkömmlichen E-Fahrzeugen.
3) Der Wirkungsgrad für die Herstellung des H2 ist völlig nebensächlich, wenn das H2 klimaneutral (z.B. über PV) erfolgt.
4) Die Speicherung von überschüssiger Energie aus der PV tagsüber kann mit H2 sinnvoll erfolgen. Die derzeitige Speicherung wird auch mittels Akkus durchgeführt. PS: Auch das Laden und Entladen von Akkus geht nicht mit 100% Wirkungsgrad! Man kann von ca. 80-85% ausgehen (bei Schnellladung!)

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EinFreundderRepublik
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H2 längst out, Akkus auch bald out..

Sind sie Ingenieur?!? Schonmal was von Supercaps gehört.. ?
Wasserstoff war ein Wunschtraum vor 30 Jahren.. ist in den meisten Bereichen bereits out..
Jeder Ingineur weiß dass die E-Technologie die H2 Technologie bereits weit überholt hat..
Akkus sind bereits ganz gut gewesen.. aber quasi auch Out!
Die Zukunft gehört den Supercaps..
die H2 Brennstoffzellen ist nur sehr begrenzt einsetzbar.. da energiekosten etwa 3 mal so hoch.. dieser riesige Nachteil kann nur in sehr wenigen Anwendungen durch gewisse Vorteile ausgeglichen werden.. ( zb Langstreckentransporte)

die Nähe Zukunft sind Supercaps gekoppelt an Akkus.. die lädt man in Sekunden und während der Fahrt wird die Energie an den Akku weitergegeben.. ( der Supercap entlädt sich mit der Zeit, der Akku nicht)
mit weiterer Entwicklung der supercaps (dh wenn sie sich langsamer entladen) fällt der Akku komplett weg..
niemand forscht ernsthaft noch an wasserstoffspeicherung.. weil.. OUT!!
Bzw gibts da kaum mehr was zu entwickeln.. durchgesetzt hat sich Wasserstoff nur in sehr eng eingeschränkten Anwendungen.. die einzigen die Wasserstoff pushen sind die Energielobbies.. logisch.. weil die da den 3fachen UMSATZ machen können..

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scionescio
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@Freunderl: Bin ich ... sogar mit Diplom;-) Und deshalb weiß ich auch, dass die Energiedichte bei Supercaps noch einmal um Faktoren schlechter ist, als bei den eh schon schlechten Akkus - die größte Energiedichte hat nun einmal Wasserstoff und darum wird langfristig kein Weg am Wasserstoff vorbeiführen!

"niemand forscht ernsthaft noch an wasserstoffspeicherung.. weil.. OUT!!" - was soll diese sagenhaft falsche Behauptung und warum stellst du dein Wunschdenken als Faktum dar?
Erst unlängst hat sich mit Bosch einer der relevantesten Tech-Konzerne (400.000 MA, 80 Milliarden Umsatz) strategisch dazu entschlossen, in der Forschung auf Wasserstoff zu fokussieren und aus der Batterietechnologie (weil nur Zwischentechnologie und langfristig uninteressant!) auszusteigen - und Bosch gehört sicher nicht zu den Energieerzeugern;-)

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lo_is_here
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Superkondensatoren

Sind echt cool, aber nicht wirklich Marktfertig oder? Wann glauben Sie gibt es die "Supercaps" für dir Allgemeinheit? Ich kenn mich bei dem Thema leider viel zu wenig aus.

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EinFreundderRepublik
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Supercaps

in den nächsten 3-5 Jahren in gehen einige neue Generation in Serienproduktion, die Patente wurden dieses Jahr Großteils in Großbritannien angemeldet..

https://www.google.at/amp/s/phys.org/news/2018-06-future-batteries-hybrid-supercapacitors-super-charged.amp

http://www.nawatechnologies.com/en/nawa-technologies-to-begin-mass-production-of-its-next-gen-ultracapacitors-by-end-of-2019/

Viel Glück den Schwachköpfen die auf Wasserstoff setzen.. die Patente würden vor 20 Jahren angemeldet.. und warum hat’s sich wohl nicht durchgesetzt?!?
Wirkungsgrad 30% = scheiße 💩

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lo_is_here
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Es gibt auch andere Gründe ;)

Sie haben vollkommen recht: Das Tanken geht schneller, die Pufferbatterien sind kleiner und bei der Speicherthematik bin ich mir nicht gänzlich sicher, kann ich mir jedoch vorstellen.

Mein Problem mit Wasserstoff ist, dass es eine lange Kette von Stationen gibt die man benötigt bis das Auto sich tatsächlich in Bewegung setzt. Und jede einzelne Station verschlechtert den Wirkungsgrad, der bei vergleichen dann doch wichtig ist. Also selbst wenn man annimmt, dass Wasserstoff durch Elektrolyse und PV - Anlagen hergestellt wird (ich liebe dieses Konzept übrigens) muss der Wasserstoff erst wieder durch die Brennstoffzelle in Strom umgewandelt. Dies lässt mich dann fragen ob es nicht einfacher wäre gleich eine größere Batterie zu nehmen und die Brennstoffzelle wegzulassen.

Ein weiteres Problem von Wasserstoff ist der Transport, dafür müssten auch Tanklaster her und eben keine Stromkabel, welche eine schnellere und bessere Übertragung von Energie darstellen würden.

Das Problem bei Batterien ist halt leider die Ladedauer, sowie die Herstellung. Wobei die Herstellung der Brennstoffzelle selbst auch keine leichte Sache ist und Batterien dahingehend immer besser werden.

Also bleibt die Ladedauer, dieses Problem könnte man jetzt durch Schnellade Säulen lösen, diese sind jedoch leider weder günstig noch umweltfreundlich, da man sie extra erbauen müsste und überallhin Starkstromkabel legen müsste. Also bleibt hier: abwarten auf Verbesserungen, welche aber kommen werden.

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EinFreundderRepublik
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Supercaps

Supercaps

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lo_is_here
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Meine Vorstellung

Wäre es für die meisten PKWs das batteriebeteiebene E-Auto, speziell für Familien/Leute mit Stromanschluss neben dem Abstellplatz fürs Auto.

In der Stadt ist es etwas schwieriger aber für mich trotzdem noch besser reine E-Autos hier einzusetzen (optimal wirds wsl erst in der Zukunft). So eine Ladesäule beim Arbeitsplatz zB würde massiv helfen (Für Pendler zB perfekt).

Und ebe die meisten LKWs wasserstoffbetrieben antreiben, da hier Batterien viel zu schwer wären (weniger Ladung könnte mitgenommen werden, da Gesamtgewicht zählt) und außerdem das Laden eine Frechheit wäre.

Wie schaut das bei Ihnen aus? Zu 100% wasserstoffbetrieben Autos? Das würde ich persönlich nicht für den Besten Weg halten.

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duesentrieb1
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Absolut richtig

Entweder Brennstoffzelle, oder überhaupt synthetischer Kraftstoff

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jogreino
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Während ihr hier herumdiskutiert

fahre ich schon seit 5 Jahren klimaneutral mit einem E-Auto. Meine Batterie fasst 40 kWh und ich hatte noch nie ein Reichweitenproblem. Meinen Strom erzeuge ich selbst und hab eine Eigennutzung von 72% meiner PV-Anlage. Nachweislich. E-Autos werden nie zum Standard werden. H2-Autos auch nicht. Es wird immer ein Mix bleiben. Und ihr werdet in 10 Jahren auch noch diskutieren :-D

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Carlo62
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Ich gratuliere!

Dann sind Sie einer derjenigen, die erstens keine Langstrecken fahren müssen und zweitens nicht oft laden müssen (weil eben nur kurze Strecken bewältigt werden). Ich kenne einen Tesla-Fahrer dessen Akku nach 1,5 Jahren aufgrund vieler Schnellladungen defekt war. Da frage ich mich schon, wie das mit Klimaschonung zusammen passt!

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jogreino
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Auch Blödsinn!

Ich fahre jeden Tag 35 km in die Arbeit und 35 km zurück. Das ist wohl die „normale“ Entfernung die der Durchschnittspendler in Österreich zurücklegt. Ich mache das 4x die Woche, dann lade ich wieder. Na und? Wie oft stecken Sie Ihr Smartphone an? Täglich? Außerdem hat beinahe jede Familie 2-3 Autos. In meiner Siedlung fallen auf 8 Gebäude gar 21 Autos. Jeder kann einen Beitrag leisten. Sie aber wollen nicht.

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hugo22
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Probieren über Studieren

Carlo62. Kaufen sie sich einfach ein Wasserstoffauto. Dann suchen sie eine Tankstelle, wo es nur zertifizierten Wasserstoff aus erneuerbaren Energie gibt. Probieren geht über studieren.

Ein E-Auto braucht nur 1/4tel Energie wie ein fossiles oder eben ein Wasserstoffauto. 100km fahre ich um 2,25 € / 100 km mit dem E-Auto. Bei Wasserstoff werden es min 10€/100 km sein. Bei Autos mit 40-50kWh gibt es keine Reichweitenprobleme mehr. Wer "Angst " hat kanns ich ja eines mit 65 kWh kaufen, braucht kein Mensch.

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hbratschi
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@carlo

seh ich auch so

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