Im Rückspiegel Das war das Autojahr 2021

Am letzten Tag des Jahres steigen wir wieder auf die Bremse und werfen einen Blick in den Rückspiegel. Hier lesen Sie, wer oder was heuer für Gesprächsstoff sorgte.

Wunder des Jahres. Während andere Geländewagen aus der Zeit fallen, knackte der Mercedes G aus Graz in seinem 42. Produktionsjahr eine absolute Rekordmarke. So hat Magna-Steyr als Fertigungspartner von Mercedes-Benz erstmals 40.000 Stück des tonnenschweren Offroad-Würfels gefertigt. Damit hat sich die Produktion des automobilen Urgesteins in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Wobei sich der G der Zeitenwende nicht verschließt und 2024 auch vollelektrisch an die Steckdose geht.

Daimler AG

Querkopf des Jahres. An Herbert Diess scheiden sich die Geister. Die einen wollen den unbeugsamen Vorstandschef von Volkswagen lieber heute als morgen aus dem Amt jagen, die anderen halten ihn für den Retter von Wolfsburg. Fakt ist: der kantige Österreicher, der keine Gefangenen macht, lässt niemanden kalt.

AP (Michael Sohn)

Sohn des Jahres. Der Name hat Klang: Anton Piëch gründete eine exklusive Automarke, die so heißt wie die Familie. Der 53-jährige Sohn des verstorbenen Volkswagen-Patriarchen Ferdinand Piëch präsentierte heuer den Elektro-Sportwagen Piëch GT, wie er 2024 auf den Markt kommen soll. Weitere Modelle sind angekündigt.

AP (Martial Trezzini)

Stratege des Jahres. Sein Führungsstil liegt abseits der Komfortzone, und auch für den Sympathiepreis im Formel-1-Zirkus wird ihn niemand nominieren. Doch darauf liegt Helmut Marko keinen Wert. Lieber besiegt der Doktor als Mastermind von Red Bull Racing Mercedes und lenkt seine Entdeckung Max Verstappen zum WM-Titel.

GEPA pictures/ XPB Images

Aufseher des Jahres. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen hat Hans Dieter Pötsch den weltgrößten Autobauer souverän durch die Turbulenzen der letzten fünf Jahre manövriert und sich als Moderator der Macht unentbehrlich gemacht. Fazit: Der 70-jährige Österreicher kontrolliert den Autoriesen nun fünf weitere Jahre.

Volkswagen AG

Visionär des Jahres. Er gilt als der Elon Musk von Europa. Den Namen von Mate Rimac wird man sich merken müssen. Der Kroate, der 2009 nahe Zagreb die Rimac Automobili gründete und seither Elektro-Sportwagen, Antriebe und Batteriesysteme entwickelt und herstellt, hält mit 55 Prozent nun auch die Mehrheit bei Bugatti. 

Rimac Automobili

Aufsteigerin des Jahres. Sie war Chefin von BMW in China, doch für einen Vorstandsjob in München reichte es für Hildegard Wortmann nicht. Vor zwei Jahren holte sie VW-Boss Diess in die Chefetage von Audi, wo sie den Vertrieb pushte. Nun klettert Wortmann die Karriereleiter höher und zieht in den Konzern-Vorstand ein.

Audi AG

Aufsteiger des Jahres. Dieser Chefposten gilt als verlässlicher Schleudersitz der Branche. In den letzten zwei Jahrzehnten hat Opel zehn Frontmänner verschlissen. Jetzt sitzt der deutsche Ex-Renault-Manager Uwe Hochgeschurtz (51) am Steuer. Man wird sehen, wie lang die Leine ist, die ihm Stellantis-Chef Carlos Tavares gibt.

Opel Automobile GmbH

Chefin des Jahres. Sie war bei Jaguar, Land Rover und bei der Rover Group. 2005 wechselte Linda Jackson zur französischen PSA-Gruppe, und dann ging es in der Karriere der Britin steil bergauf. Sechs Jahre lang führte Jackson als CEO die Marke Citroën, ehe sie zu Beginn dieses Jahres als CEO an die Spitze von Peugeot rückte.  

PEUGEOT

Comeback des Jahres. Vor elf Jahren war Magna-Gründer Frank Stronach als Chairman abgetreten und hatte dafür knapp eine Milliarde Dollar kassiert. Jetzt, mit 89 Jahren, kehrt der gebürtige Steirer zurück ins Automotive Business und will mit einem E-Dreirad weltweit die urbane Mobilität revolutionieren. Good luck, Frank. 

APA/AFP/ALEXANDER KLEIN (ALEXANDER KLEIN)

Marke des Jahres. Porsche war stets Benchmark, aber heuer ging die Perle des VW-Konzerns durch die Decke. Rekordumsatz, 15 Prozent Rendite – und jetzt Börse und Formel 1.

AP (Gene J. Puskar)

Ankündigung des Jahres. Vor fünf Jahren wurde Lancia faktisch zu Grabe getragen. Doch nun plant die Konzern-Mutter Stellantis 2026 einen Neustart der Kultmarke als Elektromarke in Europa.

LANCIA

Phänomen des Jahres. Der selbst ernannte US-Tesla-Rivale Rivian gilt als der neue Star an der Börse. Mit 134 Milliarden Euro war das Elektro-Start-up im November mehr wert als Volkswagen. 

Rivian/Elliot Ross
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