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Keine Empfehlung zur DemontageKopfstützen verbessern Sicherheit von Kindersitzen bei Aufprall

ÖAMTC-Test widerspricht Hersteller-Empfehlungen zur Demontage der Kopfstützen, wenn ein Kindersitz montiert ist.

© sandsun/stock.adobe.com (SERGEJ SVERDELOV)
 

Viele Fahrzeughersteller empfehlen vor dem Einbau eines Kindersitzes  die Kopfstütze des Sitzes, auf dem er montiert ist, zu entfernen. Ein ÖAMTC-Test zeigt nun aber, dass die montierte Kopfstütze die Sicherheit für das Kind bei einem Heckaufprall erhöht. "Die vorhandene Auto-Kopfstütze reduziert die Belastungen und verringert das Verletzungsrisiko", erklärte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Da sich die negativen Auswirkungen auf den Sitzkomfort in Grenzen halten, empfiehlt der Mobilitätsclub nun, die Kopfstützen vorzugsweise nicht auszubauen. "Sollte die montierte Kopfstütze mit dem Kindersitz nicht kompatibel sein, könnte man die Kopfstütze um 180 Grad verdreht einbauen, wo das geht. Wichtig dabei ist, dass sie stabil montiert ist", erklärte der ÖAMTC-Experte. Diese Empfehlungen gelten auch für Miet-, Leih- und Sharing-Fahrzeuge. Auto- und Kindersitzhersteller sollten die Test-Ergebnisse in ihren Anleitungen und der Weiterentwicklung der Kindersicherungssysteme berücksichtigen.

Grund für den Test war, dass immer mehr Autos mit integrierten Kopfstützen ausgestattet sind, gleichzeitig die Empfehlung vieler Hersteller die Demontage der Kopfstütze vor dem Einbau des Kindersitzes empfiehlt. Für den Test wurden zwei unterschiedliche Dummies, entsprechend einem sechs- und einem zehnjährigen Kind, eingesetzt. Mit vier unterschiedlichen Kindersitzen bzw. Sitzerhöhungen wurden Crashtests und Fahrversuche durchgeführt.

Ein Unfallszenario, bei dem ein anderes Fahrzeug mit 50 km/h ungebremst auffährt, und Gefahrenbremsungen von 60 km/h auf 0 sowie Ausweichmanöver zeigten Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Einbausituationen auf. "Die Test-Auswertungen zeigen, dass die Auto-Kopfstütze eine abstützende Wirkung erzielt, die der Kindersitz allein nicht bietet. So reduziert die Kopfstütze die auftretenden Kräfte, also Beschleunigung, Zugkraft und Biegemoment, deutlich", erklärt der Techniker.

Nachteilig wirkt sich die montierte Kopfstütze auf den Komfort aus, da das Kind aufrechter sitzt und beim Einschlafen nach vorn kippen kann. Bei Ausweichmanövern war aber keine Verschlechterung des Seitenhalts erkennbar. "Für die Sicherheit ist es daher wünschenswert, dass die Auto-Kopfstütze das vollflächige Aufliegen des Kindersitzes an der Lehne nicht beeinträchtigt, sodass es weder hinsichtlich der Sicherheit noch im Bereich des Komforts Nachteile mit sich bringt", so Kerbl.

Tipps für Kauf und Einbau von Kindersitzen

  • Vor dem Kauf eine Sitz- und Montageprobe mit dem eigenen Fahrzeug und dem präferierten Kindersitz durchführen. Bei der Montageprobe das Kopfteil der Sitzerhöhung testweise auch ganz ausfahren.
  • Bedienungsanleitung des Fahrzeuges hinsichtlich der grundsätzlichen Montagemöglichkeit von Kindersitzen prüfen. "Treten bei montierter Kopfstütze erhebliche Einschränkungen auf, etwa weil der Kindersitz deutlich zu aufrecht ist, das schlafende Kind nach vorn oder der Kindersitz bei Kurvenfahrt zur Seite kippt, dann sollte man die Auto-Kopfstütze um 180 Grad verdreht befestigen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Ist das nicht möglich, muss man im Einzelfall die Kopfstütze ausbauen.
  • Kindersitze mit Isofix-Verankerung bevorzugen und entsprechend im Fahrzeug befestigen.
  • Sicherheitsgurte durch Führungen des Kindersitzes fixieren und straff anziehen, um die Sitzstabilität zu erhöhen.
  • Verfügt das Fahrzeug über eine neigungsverstellbare Lehne, einen Neigungswinkel des Oberkörpers von 30 Grad nach hinten anstreben.
  • Auch bei Miet-, Leih- und Sharingfahrzeuge sollte man sich ausreichend Zeit für die sichere Montage nehmen (inkl. Blick in die Bedienungsanleitung).

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