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Abseits der offiziellen CampingplätzeWo „Wildcampen“ in Österreich erlaubt ist

Ob und wo man in Österreich wild campen darf, ist in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt.

© simona/stock.adobe.com
 

Campingurlaub erlebt heuer angesichts der Corona-Krise einen Aufschwung, besonders im eigenen Land. Trotz maximaler Flexibilität und Naturnähe – macht man sich mit Reisemobil, Wohnwagen oder Zelt auf den Weg, sollte man wissen, wo genau Camping überhaupt erlaubt ist.

„Ob mit dem Zelt mitten im Wald oder mit dem Campingfahrzeug am Straßenrand: In Österreich ist das freie Stehen bzw. Übernachten abseits der offiziellen Campingplätze großteils verboten und kann mitunter hohe Strafen nach sich ziehen. Die konkreten Regelungen und Strafhöhen sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich“, sagt Tomas Mehlmauer, Präsident des Österreichischen Camping Clubs (ÖCC).

Sollte man beim Wildcampen in einem Naturschutzgebiet, Nationalpark oder Sonderschutzgebiet erwischt werden, können die Strafen bis zu 14.500 Euro betragen. „In Österreich wird zwar durchaus kontrolliert, solch hohe Strafen sind aber eher eine Seltenheit“, stellt der Experte klar.

Die Regelungen der Bundesländer im Überblick

  • Kärnten gehört zu den beliebtesten Reisezielen für Camper. Gemäß dem dortigen Naturschutzgesetz ist es in der freien Landschaft allerdings verboten, außerhalb von Campingplätzen und auch auf sonstigen Flächen wie Vorgärten, Haus- und Obstgärten zu zelten oder Wohnwagen abzustellen. Missachtet man das Verbot, drohen Geldstrafen von bis zu 3630 Euro.
  • Für die Steiermark gibt es keine Bestimmungen, die sich ausdrücklich auf die Zulässigkeit oder das Verbot des Campens beziehen. Es ist ratsam, sich für das freie Stehen die Genehmigung der Behörden einzuholen.
  • Gemäß niederösterreichischem Naturschutzgesetz ist das Auf- und Abstellen von Wohnwagen, Wohnmobilen oder mobilen Heimen im Grünland außerhalb von genehmigten Campingplätzen verboten. Wer dagegen verstößt, begeht eine Verwaltungsübertretung und macht sich strafbar – ein Verstoß wird mit bis zu 14.500 Euro geahndet.
  • Wien: In der Bundeshauptstadt ist laut Kampierverordnung freies Stehen abseits der offiziellen Campingplätze verboten. Es drohen Strafen bis zu 700 Euro.
  • Burgenland: Hier ist das Zelten mit weniger als zehn Personen für maximal drei Nächte gestattet. Das freie Stehen mit dem Wohnmobil ist jedoch nicht gestattet und kann mit Strafen von bis zu 3600 Euro geahndet werden.
  • Laut oberösterreichischem Tourismusgesetz ist Zelten und Übernachten für den „Fußwanderverkehr“ im alpinen Ödland oberhalb der Baumgrenze und außerhalb von Weidegebieten erlaubt. Ansonsten gibt es für Oberösterreich keine Bestimmungen, die sich ausdrücklich auf die Zulässigkeit oder das Verbot des Campens beziehen.
  • Salzburg und Vorarlberg: Ob und in welcher Höhe Strafen für Wildcampen geltend gemacht werden, wird von dem Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde bestimmt.
  • Tirol: Das Campieren außerhalb von Campingplätzen ist gemäß Tiroler Campinggesetz verboten. Sonst droht eine Strafe von bis zu 220 Euro. Kommen Verstöße gegen das Abfallwirtschafts-, das Naturschutz-und das Feldschutzgesetz hinzu, sind Strafen im hohen dreistelligen oder sogar vierstelligen Bereich fällig.

Für ganz Österreich einheitlich geregelt ist Folgendes: Auf privaten Grundstücken darf nur mit Erlaubnis des Eigentümers übernachtet werden – das gilt auch für Waldgebiete. Zwar sichert das Forstgesetzes jedem die freie Betretbarkeit des Waldes zu, allerdings ist das Lagern bei Dunkelheit und Zelten davon klar ausgenommen und daher verboten. Es sei denn, es liegt eine ausdrückliche Zustimmung des Grundeigentümers vor.

Übrigens: Das bloße „Pausieren“ in Fahrzeugen außerhalb von Campingplätzen ist nur erlaubt, wenn es darum geht, dass der Lenker wieder fahrtauglich wird. In Regionen wie Wien und Tirol gibt es allerdings auch diesbezüglich Einschränkungen.

Kommentare (22)

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hfg
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Grundsätzlich wird der Womo Tourismus

Auch in Österreich vor allem auch in Graz stark unterschätzt. Es handelt sich meist um zahlungskräftige ältere Personen die immer wieder kommen und sehr viel Geld beim konsumieren und einkaufen ausgeben. Außerdem machen sie praktisch keine Probleme und die meisten sind überwiegend ordentliche Menschen die alles sauber zurücklassen. Die Tourismuswerbung läßt sie vollkommen links liegen. Das Potential wird nicht erkannt. Museen, Gastbetriebe, Caffes und natürlich der Handel würden enorm profitieren. Kaum jemand verbringt seinen Tag im Wohnmobil - es wird nur zum schlafen benützt.

seinerwe
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Konkurenzlos

Camper sind keine Konkurenz zu den Beherbergungsbetrieben, sie gehen nicht in ein Hotel. Ein Womo kostet 50 bis 100 tausend Euro, d.h. es sind keine armen Schlucker unterwegs. Viele Gewerbebetriebe Gasthäuser, Kulturveranstaltungen.... profitieren von dieser zahlungskräftigen Kundschaft. Gemeinden, die Stellplätze schaffen, profitieren davon; Camper sind sehr ordnungsliebend und sauber wenn man die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellt

anne31
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Ferlach

In Ferlach gibt es Stellplätze!

Aumueller
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Auch in Klagenfurt

Auch in Klagenfurt gibt es einen Stellplatz mit VE. Direkt am Messeparkplatz, keine 10 Minuten zu Fuß ins Zentrum.

samro
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womo

''Camper sind keine Konkurenz zu den Beherbergungsbetrieben, sie gehen nicht in ein Hotel.''
und nicht mal das kann man behaupten.
waren schon mit dem womo unterwegs und haben trotzdem bei einem tollen hotel auch mal station gemacht.
wellness fuer paar tage goennt man sich als womofahrer ja trotzdem mal. :)
und dass man dann gern essen geht oder sich dies und das kauft. eh klar. urlaub!
und der ist fuer unternehmer mehr als mangelware. :)

hab aber quer durch europa eigentlich nie ein problem gehabt, ausser kroatien von dem man das aber vor vorneherein weiss.

samro
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spass muss auch sein

und weils grad in der jetzigen zeit besonders auch spass braucht noch eine anekdote.
wir waren mal in kroatien auf einem stellplatz. direkt am meer. wirklich lustig und traumschoen wenn man ein meter neben dem meer aufwacht und der preis pro tag 10 euro.

da hat es deutsche kollegen gegeben denen das noch zu viel war.
auf einer seite des stellplatzes war dieser mit riesen steinbrocken die so rund 70 80 90 cm im durchmesser waren gesichert. so quasi als sperre sollten die dienen.
die deutschen kollegen haben natuerlich versucht diese steine zu bewegen um sich die 10 euro zu sparen.
:)))))))))
dieses bild war einfach kabarett live.

sie haben dann doch offensichtlich bezahlt. steine zu schwer.

Aumueller
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Wohnmobil

Liebe Kleine Zeitung, wenn schon so eine Überschrift, dann auch einen genauen Bericht schreiben.

Leider sind großteils die Womofahrer in Österreich unerwünscht. Teils bedingt durch das schlechte Verhalten einiger. Auch die Lobby der Beherbungsbetriebe sind gegen die Womo‘s.
Wir waren von Gibraltar bis zum Nordkapp, von Griechenland bis England unterwegs und können davon einiges berichten.

schteirischprovessa
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Das ist wieder mal ein Beispiel für den Unsinn, zu dem

der Förderalismus in der jetzigen Form führt.
Neun unterschiedliche Regelungen im kleinen Österreich!
Da gehört mal angesetzt! Entweder werden die Gesetze und Verordnungen alle einheilich vom Bund gemacht und die Länder setzen sie um.
Alternative wäre, die Verwaltungsebene Länder überhaupt abzuschaffen. Alle Gesetze vom Bund, Umsetzung durch die Bezirkshauptmannschaften.
Die sind der Bevölkerung weitaus näher als die Landesverwaltung.
Wird es aber nicht spielen, man kann doch den mächtigen Landesfürsten nicht Amt und Land wegnehmen.

schneeblunzer
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Wenn Sie schon für den Zentralstaat sind

dann könnte man ja gleich auch das kleine Österreich abschaffen und die Agenden Brüssel übertragen. Nach Ihrer Logik halt.

Nora
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Frankreich

Frankreich hat erkannt, dass die Wohnmobilfahrer zahlungskräftige Leute sind. Beinahe jeder Ort, ob groß oder klein, hat einen Wohnmobilstellplatz, mit Wasseranschluss, manchmal sogar mit Strom. Oft sind diese Plätze gratis!! Und, da gibt es noch den Club France Passion! Jahresbeitrag um die €25. Da kann man dann bei Betrieben, Bauernhöfen,...gratis übernachten, bzw. maximal 4 Tage bleiben. Diese " Gastgeber " sind in der Landkarte von France Passion gekennzeichnet, mit genauer Adresse und Telefonnummer!!

Nora
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Warum bitte Daumen nach unten?

Was passt denn dem Rotstrichler nicht?Der Neid vielleicht,weil er kein Wohnmobil hat?

Nora
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Italien

Italien hat sich das auch von Frankreich abgeschaut!!

lupinoklu
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Wohnmobilstellplätze in Österreich - Unerwünscht und kaum vorhanden!

Abgesehen davon, dass die WOMO Stellplätze in Österreich Mangelware und widerwillig akzeptiert werden, sind unsere Politiker nicht in der Lage, das Potential dieser Urlaubersparte zu erkennen. Entlang der Mosel, des Rheins oder anderer touristischer Hotspots Deutschlands, ist es Normalzustand, dass jeder größere Ort einen WOMO Platz betreibt.Gebührenpflichtig - klare Sache. Es gebe auch bei uns die Möglichkeit, z. B. entlang größerer Flüsse oder touristischen Hotspots solche Plätze zu errichten. Es macht aber leider den Anschein, dass es dem"Ösi" zu mühsam ist, dieses Geld, dass im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße liegt, aufzuklauben! Strafen bringt mehr als das Errichten!
Und zum Thema Verschmutzung: Man betrachte sich die Autobahnrastplätze entlang der Durchzugsrouten und rege sich dann über den einen oder anderen WOMO Fahrer ohne Umweltbewußtsein auf!!!

anne31
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Bei uns

Ferlach in Kärnten

levis555
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Da sei die Lobby der Seilbahner und

die Hoteliervereinigung davor!

tannenbaum
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Schön wäre,

wenn viel mehr kostenpflichtige, offizielle Stellplätze zur Verfügung stehen würden! Ich habe mein Wohnmobil wieder verkauft, weil man nicht einmal sicher sein kann, dass man sich nach einen „Mittagsschlaferl“ nach einem Restaurantbesuch nicht strafbar macht. Hier ist noch viel Nachholbedarf gegeben! Die Zahlungskraft der Wohnmobilbesitzer sollte nicht unterschätzt werden.

alwin
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Die "Zahlungskraft "

wird nicht unterschätzt. Die wird aber leider nur für Diesel ausgegeben. 3,5 Tonnen durch die Landschaft karren - purer Anachronismus.

Alfa166
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Ach wie gut, dass mein Womo mit Benzin fährt....

Und nur 3.2t wiegt.... 😁

Bergler99
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Mein Womo braucht 10 statt 7 Liter auf 100km

das ist zugegegeben etwas mehr aber dafür brauch ich kein Flugzeug, kein Kreuzfahrtschiff und keine landschaftverschandelnde Betonbetenburg. Ich kauf auch in den örtlichen Geschäften und geh in Gastwirtschaften vorort. Zahl Eintritt bei Liften und Sehenswürdigkeiten. Aber das wichtigste ich bin flexibel und schlaf in meinem eigenen Bett.

halelale
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Wenn man eins in Österreich lernen muss.

Überreglementierung gegen Hausverstand ersetzen, sodass man eben die ein oder andere Regel auch mal bewusst bricht.

kropfrob
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+1, und dazu noch ...

... Föderalismus bis auf Gemeindeebene (siehe Salzburg), sodass man als Ortsfremder oft gar nicht weiß, dass man eine Regel bricht.

hermannsteinacher
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Mit Unkenntnis

durch die ganze Welt!