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Das sollten Sie wissenWenn die Drohne unter dem Weihnachtsbaum landet

Über 100.000 Spielzeugdrohnen gibt es bereits in Österreich und im Weihnachtsgeschäft werden sie wieder für Umsatzrekorde sorgen. Was für die unbemannten Flugobjekte rechtlich gilt.

© Leo Lintang/stock.adobe.com
 

Der Drohnen-Hype in Österreich geht weiter und wird vor allem im Weihnachtsgeschäft wieder für Umsatzrekorde sorgen. Beliebt sind bei Herrn und Frau Österreicher die sogenannten Spielzeugdrohnen - also jene Flugkörper, die 79 Joule Bewegungsenergie nicht überschreiten. Über 100.000 sollen laut Schätzungen des Handels bereits bei uns im Land herumfliegen. Und immer wieder sorgen Drohnen für brenzlige Situationen am Himmel.

Der Leiter der Versicherungstechnik "Privat & Gewerbe" bei Uniqa Österreich, Alois Dragovits, ist als Sachversicherungsexperte immer wieder mit den Folgen des Drohnen-Booms konfrontiert: "Abstürze mit Spielzeugdrohnen können Menschen bereits schwer verletzten. Wirklich kritisch wird es aber, wenn eine größere Drohne abstürzt oder es zu einer Kollision mit einem Flugzeug oder Hubschrauber kommt."

Die wichtigsten Regelungen

Ganz gleich ob Spielzeug, Modellfluggerät, Multicopter oder gewerblich genutzte Drohne – die Einhaltung einiger grundlegender Voraussetzungen
helfen die Sicherheit aller zu gewährleisten.

  • Betrieb lediglich in Sichtweite – das heißt, der Pilot muss die Drohne permanent sehen können.
  • Nähert sich ein bemanntes Luftfahrzeug, unverzüglich die Drohne landen. Diese erst wieder in Betrieb nehmen, wenn es außer Sicht- und Hörweite ist.
  • Den Anspruch auf Datenschutz und Privatsphäre Dritter respektieren. Kein Überfliegen von Menschenansammlungen und dicht besiedelten Gebieten.
  • Bei Farbgebung und Beleuchtung der Drohne auf bestmögliche Erkennbarkeit für andere Teilnehmer am Luftverkehr achten.
  • In und über sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Notarzthubschraubern, Rettung und Polizei, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, im Nahbereich von Flughäfen, Flugplätzen und Heliports
    ist der Betrieb von Drohnen oder Flugmodellen (auch Spielzeugen) verboten.
  • Unter Spielzeug laufen kleine, etwa handtellergroße Fluggeräte, die weniger als 250 g wiegen und nicht über 30 Meter  fliegen dürfen.
  • Flugmodelle mit einer Masse bis 25 kg, die in einem Umkreis von maximal 500 m unter 150 m Flughöhe betrieben werden und  deren Betrieb unentgeltlich, nicht gewerblich
    und ohne eine Kamera erfolgt, brauchen  keine Bewilligung.
  • Für alle Drohnen über 250 g Abfl ugmasse und einer Kamera, welche nicht rein zum Zwecke des Fluges gedacht ist, benötigt  man eine luftfahrtrechtliche Bewilligung.
  • Alle Drohnen über den genannten Klassen sind unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse 2. Für deren Betrieb ist unter anderem ein Pilotenschein für den Steuerer vorgeschrieben.

Grundsätzlich gilt in Österreich: Drohnen über 79 Joule Bewegungsenergie brauchen eine Genehmigung der Austro Control und eine eigene Haftpflichtversicherung - auch wenn sie das Gerät nur für private Zwecke nutzen. Unbemannte Luftfahrzeuge mit einer maximalen Bewegungsenergie von bis zu 79 Joule und bis zu einer Flughöhe von 30 Metern benötigen laut österreichischem Luftfahrtgesetz keine Betriebsbewilligung.

Zur Vereinfachung der Frage, ob es sich bei einer "Drohne" um Spielzeug handelt oder nicht, wird anstelle der 79 Joule häufig ein Grenzwert von 250 Gramm Gewicht angeführt. Der Grund: 250 Gramm entsprechen bei einem Absturz aus einer Betriebshöhe von 30 Metern 79 Joule Bewegungsenergie. Somit ändert sich die Bewegungsenergie mit steigendem Gewicht.

Tipps für den sicheren Betrieb

  • Haftpflichtversicherung abschließen.
  • Kein Überfliegen von dicht besiedeltem Gebiet.
  • Kein Betrieb bei Dunkelheit.
  • Kein Überfliegen von Menschenansammlungen, außer es liegt eine behördliche Genehmigung vor.
  • Kein Überfliegen von feuer- oder explosionsgefährdetem Industriegelände.
  • Kein Betrieb, wenn dadurch Zugtiere, Wild oder Weidevieh beunruhigt oder gefährdet werden könnte.
  • Kein Betrieb innerhalb von Kontroll- und Sicherheitszonen – damit wird der bis zum Erdboden reichende Luftraum in unmittelbaren Umgebung eines Flughafens, dessen Flugverkehr von einem Fluglotsen kontrolliert wird, bezeichnet.
  • Kein Betrieb im Nahbereich von sonstigen Flugplätzen – auch Notarzthubschrauberstützpunkte sind Flugplätze.

Drohnenpiloten sollten im In- wie auch im Ausland immer auf Sicht fliegen, die Privatsphäre Dritter und den Datenschutz achten, ausreichend Abstand zu Gebäuden und unbeteiligten Personen einhalten, Flugverbotszonen einhalten sowie immer landen, wenn sich bemannte Luftfahrzeuge nähern. "Darüber hinaus sollte unbedingt eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, da im Falle eines Unfalls der Drohnenpilot haftet", sagt Benjamin Hetzendorfer, Drohnenexperte des ÖAMTC.

Agentur Archive - document view Neben diesen allgemein gültigen Vorgaben, gibt es doch für einige beliebte Urlaubsländer spezifische Vorgaben. "In Deutschland und Spanien gilt für Drohnen über 250 Gramm Abfluggewicht eine Kennzeichnungspflicht", stellt der ÖAMTC-Experte fest. "Diese besagt, dass auf der Drohne der Name und die vollständige Adresse des Halters feuerfest und deutlich sichtbar angebracht sind." In Ungarn und Kroatien wiederum muss man schon einige Wochen vor dem Aufenthalt bei den Flugsicherheitsbehörden um eine Fluggenehmigung ansuchen. "Und in Ägypten sind Drohnenflüge für Ausländer generell verboten", ergänzt Hetzendorfer.

Kommentare (4)

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Kristianjarnig
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Vieles richtiges in dem Artikel.

Als ehemaliger(die ganzen unsinnigen Auflagen haben einen kommerziellen Einsatz der viel sicherer als JEDES manntragende LFZ - z.b. Helikopter, sinnlos gemacht) kommerzieller MULTIKOPTER(das ist der richtige Name für "Drohnen") Betreiber greift man sich ab und zu an den Kopf ob des Mumpitz den sowohl die Luftfahrtbundesämter ABER auch so manche, offensichtlich schwachsinnige, Kopter Piloten kreiiren.

Fakt ist - Profi Kopter könnten fast alle konventionellen Luftaufnahmen manntragender LFZ übernehmen. Wesentlich kostengünstiger, wesentlich sicherer. Vom Naturschutz will ich gar nicht erst anfangen. Offenbar hat man aber die Multikopter als natürlichen Feind "erkannt" und will die mit allen Mitteln bekämpfen, auch wenn legal, zertifiziert, kommerziell eingesetzt.

So oder so - der Name "Drohne" wurde natürlich absichtlich von den Medien eingesetzt. Jeder verbindet Drohnen mit etwas was gefährlich ist, etwas was vom Militär eingesetzt wird(das wären dann die echten Drohnen).
Kleinstfluggerät mit 4, 6 8 und ab und zu auch mehr Propellern sind aber einfach Multikopter. Die meisten nutzen eine Kamera die aber oft einfach nur zum Steuern an sich genutzt wird in Verbindung mit FPV Goggles(Brillen mit denen man den eindruch hat man sitze IM Kopter) und ab und an auch mit einem HUD(Head up Display, d.h. alle wichtigen Flugdaten werden eingespielt und kann den Kopter so effektiv steuern).

Alles fing vor Jahren(wir eröffneten unser Gewerbe 2010) sehr offen an. Jeder war

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schneeblunzer
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ab und an

jo eh ...

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Kristianjarnig
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....2010 und folgende - natürlich nur ab und an.

DJI hat das dann im großen Maßstab ab Phantom 2 eingeführt, allerdings ist die FPV Nachrüstung keine billige(am Preis eines Standard P2 gemessen). Der Systempreis eines P2 ging dann recht schnell in den 4 stelligen Bereich.

Profi Kopter die 5kg+ wogen hatten das zum Großteil nur eingeschränkt(meist auf einem extra Display), somit war FPV nicht wirklich möglich.

Also - "jo eh..."?

Heutzutage sieht es sicher anders aus, es gibt ja genug Angebote die auch mit illegalen Sendeleistungen(25mW sind erlaubt, Team Black Sheep und viele andere verkaufen Sender mit 1W+) werben, d.h. die schwarzen Schafe können noch leichter, noch höher, noch weiter weg fliegen und sich damit effektiv vor den Behörden verstecken wenn sie mal wieder Blödsinn machen(z.b. Gatwick, auch Wien, viele andere Flughäfen und Veranstaltungen).
Wobei es dank mehrfacher Absicherung(Akku, doppeltes Mainboard etc.) mit einem Profikopter durchaus möglich wäre sicher bei Veranstaltungen zu fliegen. DJI's Phantom Reihe gehört nicht dazu, da ist alles simpel gehalten, fällt auch nur eine einzige Komponente aus(z.b. 1 Motor/Propeller) geht es ungelenkt abwärts.
Gut dimensionierte Profi Kopter mit 6 8 und mehr Motoren können teilweise den Ausfall von 2 Motoren locker kompensieren. Ist mir selbst schon passiert und bis auf erhöhte Drehzahlen der verbliebenen Motore(um den nun fehlenden Antrieb zu kompensieren) ist nichts weiter passiert.

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Kristianjarnig
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...interessiert...

...jeder wollte genaueres erfahren ohne das man sich "ausspioniert"(keine Angst, das machen nicht die Kopterflieger, das machen die Staaten, Unternehmen, das Internet für Sie) fühlt.

DANN kamen die Medien ins Spiel(und natürlich ein paar schwarze Schafe unter den Kopter "Piloten") - und plötzlich wurden diese sehr nützlichen Fluggeräte verdammt weil sich ja jeder um das Schlafzimmer(oder den Garten, mein Gott) des anderen "kümmern" wollte.

Fakt ist - richtig eingesetzt ist ein Multikopter wohl das sicherste was die Luftfahrt(egal ob bemannt oder unbemannt) aufzubieten hat. Allerdings nicht mit den Auflagen die derzeit an die Multikopter allein gestellt werden(mit ein Grund warum wir das wieder aufgelassen haben).

Spielzeug sollte generell in eine andere Kartegorie fallen, egal ob nun eine Speicherkarte in der Videokamera steckt oder nicht. Aber die Austrocontrol hat sich das nun mal so ausgedacht, wieder so eine Sache die von dort nicht so wirklich zu Ende gedacht wurde. Da ich die Damen und Herren in der Schnirchgasse seint den frühen 90ern kenne ist das jetzt keine große Überraschung für mich.

Das Problem der Kopter sind die paar Idioten die sich wohl überall rumtreiben, derzeit wieder mal um Gatwick. Man sollte alles daran setzen solche schwarzen Schafe auszuforschen und mit härtesten Strafen belegen. DAS wäre das richtige Zeichen.
Glaube kaum das ein stolzer Papa mit seinem Sprösling ausgerechnet die Gegend um einen Verkehrsflugplatz als Spielzone aussuchen würde

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