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Achtung, Aquaplaning So steuert man durch den Starkregen

Autofahrer müssen sich zunehmend auf extreme Wetterlagen einstellen. Wer nicht aufpasst, kann schnell in hochgefährliche Situationen geraten.

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Autofahrer müssen sich zunehmend auf extreme Wetterlagen einstellen. Wer nicht aufpasst, kann schnell in hochgefährliche Situationen geraten.

„Ist in einer Region mit Unwettern zurechnen, empfiehlt es sich, den Wetterbericht zu verfolgen und notfalls zu Hause oder im Büro zu bleiben, bis sich die Lage wieder entspannt hat“, sagt Walter Niewöhner,  Unfallforscher bei Dekra.

Sobald das Wasser auf der Fahrbahn wenige Millimeter hoch steht, kann bei höheren Geschwindigkeiten ein Wasserkeil unter den Vorderrädern entstehen, der das Fahrzeug unlenkbar macht. „Wie schnell ein Reifen aufschwimmt, hängt stark von der Fahrgeschwindigkeit und der Profiltiefe der Reifen sowie von der Wassertiefe ab“, erklärt Christian Koch, Reifenexperte bei Dekra.

Unwetter bei Sinalbelkirchen

Achtung, Aquaplaning

Für gebrauchte Reifen mit mehr als drei Millimeter Profiltiefe gilt die Faustregel: „Ab 80 km/h fahren Sie Wasserski.“ Im Bereich des gesetzlichen Minimums von 1,6 Millimetern kann Aquaplaning aber auch schon bei 65 bis 70 km/h auftreten

"Zu hohe Geschwindigkeit ist die Ursache Nummer 1 bei Aquaplaning-Unfällen“, warnt der Unfallsachverständige. Deshalb sollte man das Tempo gleich sachte verringern und nicht abwarten, bis Aquaplaning auftritt.

Tipps gegen Aquaplaning

  • Bei nasser Fahrbahn Geschwindigkeit verringern.
  • Reifen spätestens bei drei Millimeter Restprofiltiefe wechseln.
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen beachten
    Vorsicht, wenn sich Wasser auf der Fahrbahn sammelt (Spurrinnen).
  • Wenn‘s passiert: zügig vom Gas gehen, Kupplung treten, geradeaus lenken
  • Auf richtigen Reifendruck und intakte Stoßdämpfer achten.

Je höher das Wasser auf der Straße steht, umso schneller schwimmen die Reifen auf. Kritische Stellen sind Spurrinnen und andere Vertiefungen, in denen sich das Wasser sammelt. Aquaplaning wird außerdem begünstigt durch zu geringen Reifendruck, breite Reifen und verschlissene Stoßdämpfer.

Wenn’s passiert: Runter vom Gas und stur geradeaus lenken
Was tun, wenn es passiert und das Fahrzeug plötzlich aufschwimmt? „Das Tempo verringern, dafür zügig, aber nicht zu abrupt vom Gas gehen, Kupplung treten und das Lenkrad gerade halten“, empfiehlt Koch. Wichtig: In dieser Situation auf keinen Fall zur Seite lenken, sonst besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug ausbricht, wenn die Reifen mit der Fahrbahn wieder in Kontakt kommen.

Fahren bei Starkregen

Bei Starkregen ist es ratsam, eine etwas höher gelegene Stelle aufzusuchen, die vor Überflutung geschützt ist. Wer an einem abschüssigen Weg Schutz sucht, muss darauf achten, ob dieser sich bei starken Niederschlägen nicht womöglich in einen reißenden Sturzbach verwandelt.

Gerät man während der Fahrt in ein Starkregengebiet, kann innerhalb von Sekunden die Sicht auf wenige Meter zurückgehen. „Bleiben Sie in solchen Situationen ruhig. Vermeiden Sie hektisches Bremsen oder Lenken und fahren Sie möglichst gleichmäßig weiter, sonst besteht die Gefahr, dass nachfolgende Fahrzeuge auffahren“, so Niewöhner. Wichtig ist außerdem, bei Regen immer das Abblendlicht einzuschalten.

Unterführungen meiden

Der Experte warnt davor, bei Starkregen in Unterführungen einzufahren. Sie können bei starken Niederschlägen schnell volllaufen und für Autofahrer zur Falle werden. Steigt das Wasser höher als bis zur halben Felgenhöhe, besteht außerdem die Gefahr, dass der Motor durch angesaugtes Wasser komplett zerstört wird.

Auch auf überschwemmten Straßen sollte man keinesfalls weiterfahren, warnt der Experte: „Das ist zu gefährlich und kann nur schief gehen. Bei einer überschwemmten Straße hat der Fahrer keine Orientierung über den weiteren Straßenverlauf. Er kann schnell im Graben landen, bei steigendem Wasserpegel kann das ganze Fahrzeug mitgerissen werden.“

Tiefgarage kann zur Falle werden

Auch Tiefgaragen können bei Starkregen zur Falle werden. Drücken die Wassermassen nicht nur von oben, sondern auch von unten aus überlasteten Abwasserkanälen in die Garage, kann sie innerhalb weniger Minuten überflutet werden. „In solchen Fällen sollte man besser nicht versuchen, sein Fahrzeug aus der Garage zu retten. Wer in einer Tiefgarage vom Wasser überrascht wird, hat bessere Chancen dem Wasser zu entkommen, wenn er zu Fuß flüchtet. Wer im Auto sitzt, darf nicht zu lange warten. Steigt das Wasser höher als der Türschweller, wird es immer schwerer, die Autotür noch zu öffnen.

Nicht in der Nähe von Bäumen parken

Wer unterwegs von Sturm und Starkregen überrascht wird, tut gut daran, einen geschützten Platz aufzusuchen und abzuwarten, bis die Wetterfront weitergezogen ist. In der Regel ist es bei Extremwetter besser, im Auto zu bleiben, denn Personen sind hier besser vor Regen, Sturm, Hagel und Blitz geschützt als im Freien.

Allerdings sollte man die direkte Nähe von Bäumen meiden, die abknicken und aufs Auto fallen können. In der Nähe von Häusern ist mit herabfallenden Dachziegeln, hochgewirbelten Gegenständen oder abgerissenen Äste zu rechnen.

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