Investitionen in Milliardenhöhe zeigen: Italien meint es ernst. Das Land steuert mit voller Kraft auf eine grüne Zukunft zu, um unabhängiger zu werden und die Pariser Klimaziele zu erreichen. Dafür hat Italien ein eigenes „Ministerium für ökologischen Wandel“ eingerichtet, das von Nord bis Süd den Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraft fördert. So will das Land vom europäischen Mittelfeld an die Spitze kommen.

Erster Offshore-Windpark im Mittelmeer

Zwischen der Sohle und dem Absatz des „Italienstiefels“ steht die Beleolico Wind-Farm. Sie ist der erste Offshore-Windpark im Mittelmeer und Beweis für Italiens Engagement, im Kampf gegen den Klimawandel innovative Wege zu gehen. Seit rund zwei Monaten erzeugen die zehn Turbinen Strom für rund 7.000 Haushalte. Weitere Windparks stehen in den Startlöchern.

Windräder vor der Küste
Mit dem ersten Offshore-Windpark im Mittelmeer schlägt Italien ein neues Kapitel der Windkraft auf
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Der „Italian Green Deal“ nimmt Fahrt auf

Massive Investitionen in den Klimaschutz beinhaltet der 2021 beschlossene „National Recovery and Resilience Plan“ – Italiens „Green Deal“. Er beinhaltet Maßnahmen wie den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, der Radinfrastruktur und der Ladestationen für E-Autos. Das Bahnnetz wird um 454 Kilometer erweitert. Italien kann derzeit schon mehr als ein Drittel seines Stromes aus grünen Quellen erzeugen. Die Leistungskapazität Italiens erneuerbarer Energien hat sich in den letzten zehn Jahren beinahe verdoppelt. Der Großteil des grünen Stroms stammt aus Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen, für deren Förderung das Land tief in die Tasche greift. Parallel dazu investiert Italien in den Ausbau des Stromnetzes.

79 Prozent Recycling-Quote

Der Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel darf aber nicht nur auf die Energiefrage reduziert werden. Das weiß auch Italien. Trotz einer Vielzahl an unterschiedlichen Mülltrennungssystemen hat das Land eine erstaunlich hohe Recycling-Quote. Bereits jetzt hat Italien das 65-Prozent-Ziel der EU bis 2025 erreicht und recycelt stolze 79 Prozent aller Haushaltsabfälle.

Frau hält Container mit recyclebarem Müll
Während Italien 2004 nur 18 Prozent der Haushaltsabfälle recycelt hat, waren es 2019 bereits 51. Heute sind es sogar mehr als 79 Prozent.
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Sommer, Sonne, Solarstrom

Während die warmen Temperaturen im Sommer zahlreiche Gäste an die Strände locken, nützt Italien die Sonne verstärkt für die Stromproduktion. Rund 935.000 Photovoltaikanlagen gibt es bereits. Einige davon versorgen Italiens erste Energiegemeinschaft in Magliano Alpi. Doch auch die Wasserkraft kommt nicht zu kurz und hat in Italien sogar Tradition, wie man am Kraftwerk Angelo Bertini sieht. Nordöstlich von Mailand produziert die Anlage sauberen Strom – und das bereits seit 1898. Und damit ist sie nicht allein. Mehr als 4.300 Wasserkraftwerke produzieren derzeit in Italien grünen Strom aus blauem Wasser.

Der Goillet Damm
Der Goillet Damm im Nordwesten Italiens ist eines von landesweit mehr als 4.300 Wasserkraftwerken
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Italien auf Klimaschutz-Überholspur

Das Bewusstsein über den Ernst der Lage scheint in Italien angekommen zu sein. Egal ob Energie, Recycling oder Investments: Das Land kämpft gegen die Klimakrise an mehreren Fronten und kann bereits Erfolge vorweisen. Dennoch muss in Zukunft weiterhin viel geschehen, damit Italien die Energiewende schafft und vom europäischen Mittelfeld hinauf an die Spitze kommt. Der „Italian Green Deal“ als Klima-Offensive hat viele Prozesse in Gang gebracht, deren positive Effekte sich in den nächsten Jahren in den Klima-Statistiken niederschlagen werden. Italien hat somit den Grundstein gelegt, um Klimaschutz-Vorbild zu werden.

Entstanden in Kooperation mit der Italienischen Republik.