Was hat euch dazu motiviert einen Beruf im sozialen Bereich anzustreben?

Sandra Suppan: Wir wollten schon immer mit Menschen arbeiten – keinesfalls versteckt in einem Büro. Ein Schlüsselmoment war für uns der Besuch bei unserer Cousine, während diese als Patientin in einem Krankenhaus lag. Das hat uns in unserem Beschluss bestärkt, einen Beruf in der Pflege zu ergreifen. Die höhere Lehranstalt für13:18 Sozialbetreuung und Pflege der Caritas (HLSP), welche wir seit Herbst 2021 besuchen, bietet uns dafür das passende Bildungsangebot. Danach planen wir an der FH Joanneum Gesundheits- und Krankenpflege studieren, um einmal in einer Kinderchirurgie arbeiten zu können. In der Ausbildung kommt uns zugute, dass wir sehr ehrgeizig und zielstrebig sind sowie immer zu zweit und immer miteinander.

Was gefällt euch an eurer neuen Schule?

Elvira Suppan: Alles. Die Lehrenden sind sehr professionell und die Fächer sind sehr interessant. Es gibt viele neue Unterrichtsfächer, die wir bislang in der Schule noch nicht hatten.

Die Lieblingsfächer der beiden? Biologie und Medizin. Da finden sie die Inhalte besonders spannend
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Welche sind das zum Beispiel?

Sandra Suppan: Es gibt in der Humanwissenschaftlichen Bildung zum Beispiel den Bereich Gerontologie: Da lernen wir viel über ältere Menschen und darüber, von welchen Krankheiten man im Alter betroffen sein kann, wie Demenz.

Dann gibt es die Gesundheits- und naturwissenschaftliche Bildung mit Schwerpunkt Medizin: Derzeit befassen wir uns hier mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt.  

In der Humanwissenschaftlichen Bildung gibt es auch Psychologie, Soziologie und Pädagogik: Da lernen wir viel über das richtige Lernen, wie wir denken und wie unser Gedächtnis funktioniert. Und wir lernen etwas über den Menschen als Individuum und in der Gruppe.

Spaß in der Klasse und mit den Lehrenden gehört zum Schulalltag mit dazu
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Wie sieht ein typischer Schultag bei euch aus?

Elvira Suppan: Aufstehen, zum Bus gehen, in der Früh täglich in der ersten Stunde ist der Coronatest durchzuführen, meistens acht Stunden Unterricht. Fast jeden Tag haben wir Mathematik und Englisch. Einmal in der Woche findet unser Praktikumstag statt. Das ist sehr abwechslungsreich. In diesem Semester machen wir unser Praktikum in einem Kindergarten. Im ersten waren wir im Pflegeheim Senecura in Vasoldsberg. Dort hat es uns sehr gut gefallen. Es wurde immer darauf geachtet, dass die Aufgaben für uns passen. Wir haben aber trotzdem einen guten Einblick in die Arbeit bekommen und viel Interessantes gesehen.

Ihr wusstet schon sehr früh, in welche Richtung es für euch gehen soll. Was ratet ihr anderen, die sich erst später für einen Pflegeberuf entscheiden?

Sandra Suppan: Wichtig ist, sich genau zu überlegen, ob man wirklich in diesen Bereich möchte. Nicht jeder ist dafür geeignet. Zudem sollte man offen sein, sehen, was auf einen zukommt und motiviert bleiben.

Birgit Poier, Schulleiterin Ausbildungszentrum der Caritas für Sozialberufe
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Welche Tipps habt ihr für alle, die sich gerne an eurer Schule bewerben möchten. Wie bereitet man sich am besten auf das Bewerbungsgespräch vor?

Elvira Suppan: Man sollte sich selbst treu bleiben, offen zum Gespräch kommen, nicht zu viel vorbereiten und eher spontan aus dem Bauch heraus antworten. Was man klar wissen sollte, ist, warum man an die Schule kommen möchte. Beim Bewerbungsgespräch gilt es, das Gegenüber von sich und seiner Persönlichkeit zu überzeugen. Zum Fachlichen: Hier ist kein Spezialwissen gefragt. Die in der Unterstufe vermittelten Bildungsinhalte müssen allerdings sitzen! Das Wichtigste ist die Frage der Motivation für den Sozialbereich. Und die Schule legt Wert auf Umgang und Haltung – anderen und sich selbst gegenüber.

Entstanden in Kooperation mit der Caritas der Diözese Graz-Seckau.