Die Art, wie wir kommunizieren macht rasende Fortschritte. Während die Erfindung des Telefons noch keine 200 Jahre her ist, schicken wir heute riesige Datenmengen um die Welt und können zum Beispiel dank Augmented Reality über unser Mobiltelefon unsere Umgebung auf eine völlig neue Art und Weise wahrnehmen. Um diesen neuen Kommunikationsstandards auch gerecht zu werden und die wachsende Datenmenge bewältigen zu können, muss auch die Netzinfrastruktur wachsen. Die fünfte Generation des Mobilfunks – langläufig als 5G bekannt – soll nun zum neuen Standard werden, um eine Kommunikation in Echtzeit zu gewährleisten. 

First things first: Was ist 5G und worin besteht der Unterschied zu 4G?

Die Besonderheit an 5G ist die hohe erzielbare Datenrate in Kombination mit einer geringen Latenz, sprich Verzögerungszeit. 5G wird in Zukunft eine Geschwindigkeit von bis zu 10 Gbit/s ermöglichen. Zum Vergleich: Das bisher schnellste Netz, 4G oder LTE, erreicht eine Datenrate von, je nach Netzauslastung, etwa 150 bis 250 Megabit pro Sekunde. Damit wäre der neue Mobilfunkstandard 40 Mal so schnell wie der bisherige Standard.

Die fünfte Generation erfindet dabei den Hut nicht neu – grundsätzlich werden die Daten auf die gleiche Art und Weise übertragen wie bei 3G und 4G. Was allerdings neu ist: Auch der Frequenzbereich 3,4 bis 3,7 GHz wird nun genutzt. Da viele technische Aspekte vergleichbar sind, können auch viele Erkenntnisse aus bisherigen Studien auf 5G übertragen werden.

Aktuell befindet sich 5 G in Österreich noch im Ausbau
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Angst vor Funkwellen?

Die steigende Leistung des Netzes und der Ausbau an Sendemasten geht auch mit einer gewissen Ungewissheit in der Bevölkerung einher. Die Befürchtung, dass mit dem neuen Standard in der Netztechnologie auch die Strahlungsbelastung das verträgliche Ausmaß übersteigt, widerlegt eine kürzlich beendete Messreihe. Im Zeitraum von 2007 bis 2022 wurden von der TÜV Austria Services GmbH fünf österreichweite Mobilfunk-Messreihen durchgeführt mit mehr als 570 Messpunkten. In der letzten, 2022 durchgeführten Messreihe wurde erstmals das neue Mobilfunksystem 5G erfasst. Der in diesem Zeitraum höchste allgemein gemessene Wert betrug 0,044 W/m² - der höchste gemessene 5G Wert 0,0028 W/m². An sämtlichen Messpunkten konnten die in Österreich geltenden Grenzwerte unterschritten werden. Die Grenzwertangaben variieren dabei je nach Mobilfunkfrequenz. Das liegt daran, dass die Absorption und damit die Erwärmung im Körper von der Frequenz der Funkwellen abhängt. Bei 800 MHz liegt die Grenze so laut der WHO Richtlinie bei vier Watt pro Quadratmeter. In die aktuellen Messberichte können Sie hier einsehen.

Um 5 G nutzen zu können muss die Hardware stimmen
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Schutz durch verantwortungsvollen Umgang

Auch das Fazit der deutschen Stiftung Warentest zu 5G und Handystrahlung lautet, dass auf Basis der zum Test herangezogenen Forschungserkenntnisse kaum Grund zur Sorge besteht. Wer der Strahlung dennoch kritisch gegenüber steht, kann am besten beim eigenen Umgang mit dem Handy ansetzten – dieses sei nämlich um einiges „strahlenintensiver“ als etwa Sendemasten. Anders als man annehmen könnte, ist die Nähe zu einem Sendemasten beim Telefonieren aus gesundheitlicher Sicht sogar von Vorteil: Je weiter weg man sich dabei von der nächsten Basisstation befindet, desto intensiver muss das Handy senden. Anders gesagt: je besser die Mobilfunkversorgung, desto geringer ist die Sendeleistung, was übrigens auch die Akkulaufzeit deutlich verlängert – unabhängig von 4 oder 5G.

Entstanden in Kooperation mit FMK.