Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

GartenFünf Tipps für deinen arten- und umweltfreundlichen Garten

Die Vielfalt auf unserem Planeten ist bedroht. Jedes Jahr sterben 10.000 bis 25.000 wildlebende Organismen aus. Das sind etwa ein bis drei Arten pro Stunde. Die gute Nachricht: Du kannst etwas für den Erhalt der Biodiversität tun und das fängt schon in deinem eigenen Garten an!

Auch mit deinem Garten kannst du ein Stück zu einem grüneren Morgen beitragen © Halfpoint
 

Bezahlte Anzeige
Hauptgründe für den Verlust an Biodiversität sind der Verlust und die Veränderung von Lebensräumen, Klimawandel und eingeschleppte Arten. Der Begriff Biodiversität steht nicht nur für die Artenvielfalt, so umfasst etwa auch die Vielfalt innerhalb einer Art und beschreibt die Vielfalt von Landschaften und Ökosystemen. Biodiversität steht für die Fülle des Lebens.

Wenn du all das schon längst weißt und dich mit Herzblut und Begeisterung für die Vielfalt des Lebens engagierst, dann solltest du dein Auge auf die „Silberdistel“ werfen. So heißt der Biodiversitätspreis, der heuer erstmals in der Steiermark ausgeschrieben ist: www.silberdistel.at

Wenn du dich (noch) mehr für den Erhalt der Biodiversität einsetzen willst, haben wir hier fünf Ideen für dich:

Schau dem Gras beim Wachsen zu!

Wenn du einen Garten dein Eigen nennst, dann haben wir eine wunderbare Nachricht für dich: mehr Nichtstun = mehr Biodiversität. Die zertifizierte Naturgärtnerin Erika Saria weiß: „Kurz gemähte Rasenflächen enthalten keine Blühpflanzen und Wildkräuter. Wird seltener gemäht, erfreuen sich Bienen an den Blüten von Gänseblümchen, Gundelrebe und Co.“ Also: Den Rasenmäher ruhig mal stehen lassen und sich dafür mit einem kühlen Getränk in die Wiese setzen und dem Gras beim Wachsen zuschauen. Und sollte dann dein Blick auf eine chaotische, überwucherte Ecke fallen: Bleib ruhig sitzen! Denn: „Wir müssen das Schönheitsideal überdenken! Zusammengeräumte sterile Grünflächen lassen keine Natur zu. Blütensträucherhecken, Kräuterrasen, Blumenwiesen, Bienenparadiese, Wasserbiotope, Stein-, Reisig-, Laubhaufen, Trockensteinmauern, wilde Ecken: Mit all diesen Lebensräumen wird ein intaktes Ökosystem gefördert.“

Entspann dich und schau dem Gras beim Wachsen zu! Foto © BVpix

Blick weit, kauf in der Nähe!

Die intensive landwirtschaftliche Nutzung ist einer der Gründe für den Rückgang der Biodiversität. Ein Glück, dass es auch Landwirte gibt, die sich dessen bewusst sind und die Vielfalt des Lebens in ihrem Arbeitsalltag fördern. (Liebe Landwirte, auch ihr könnt bei der „Silberdistel“ mitmachen!) Bauern, die längst vergessene Tier- und Pflanzenarten wiederaufleben lassen, die ihre Ackerflächen mit Hecken und Blühflächen bereichern und den Einsatz von Spritzmitteln minimieren. Sie können wir ganz einfach unterstützen, indem wir ihre wunderbaren Produkte kaufen. Ob auf dem Bauernmarkt, im Bioladen oder direkt ab Hof – bei vielen regionalen Lebensmitteln ist es ganz einfach herauszufinden, woher sie kommen und wie sie produziert werden. Und nachdem auch Umweltverschmutzung und Klimawandel die Vielfalt des Lebens bedrohen, gilt: Transportwege und Verpackungen vermeiden und nur so viel kaufen, wie du auch tatsächlich brauchst.

Wie wird der Salat angebaut? Auf dem Bauernmarkt ins Gespräch kommen Foto © Pajman

Alle Pflanzen sind grün, aber manche sind grüner

Du liebst Pflanzen und füllst Balkon und Garten unermüdlich mit neuen, blühenden und grünenden Arten? Perfekt! Wenn du dich das nächste Mal zu einer Shoppingtour in Richtung Gärtnerei oder Baumarkt aufmachst, dann achte darauf, dass die Pflanzen auch der Tierwelt etwas Gutes tun. Das übersehen wir häufig, denn schließlich sind wir keine Vögel oder Insekten und für uns sehen die Sträucher der Forsythie und Felsenbirne in etwa gleich lecker aus. Doch weit gefehlt! Erika Saria: „Heimische Sträucher wie Holunder, Felsenbirne, Dirndlstrauch und Wildrosen sind wichtige Nahrungsquellen für Vögel und Insekten. Je vielfältiger, desto besser! Hingegen haben nicht heimische Sträucher wie Thuje, Kirschlorbeer und Forsythie kaum Bedeutung für die Natur. Achte beim Kauf neuer Pflanzen immer darauf, ob diese einen Nutzen für die Tierwelt darstellen. So wurden zum Beispiel bei gefüllten Blüten die Staubgefäße herausgezüchtet. Dies ist bei vielen Zuchtrosen der Fall. Sie sind somit wertlos für Insekten. Während ungefüllte Blüten Nektar und Pollen für Schmetterlinge, Bienen und Co bieten.“

Naturgärtnerin Erika Saria setzt in ihrer Naturschwärmerei auf Pflanzen, die Insekten lieben, wie hier den Frauenmantel Foto © Saria

Katzen – ein Balanceakt

Katzen gehören zu unseren liebsten Haustieren. Sie sind aber nicht nur kuschelige Schmusetiere, sondern auch von Natur aus Jäger. Wenn du deine Katze ins Freie lässt, bist du sicher schon einmal mit Vögeln oder Mäusen „belohnt“ worden. Das kann, aufs große Ganze gerechnet, zu einem Problem werden. In den USA werden etwa pro Jahr zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden Vögel und 6,9 bis 20,7 Milliarden kleine Säugetiere von Katzen getötet. Die gute Nachricht: Viele Menschen, die Freigänger-Katzen besitzen, besitzen auch einen Garten. Und genau hier kannst du als Katzen- und Tierfreund ansetzen! Auf einem kurzen Rasen sitzen Vögel wie auf dem Präsentierteller. Schaffe mit dichten Sträuchern und Bäumen, mit Reisighaufen und Trockensteinmauern sichere Verstecke für Vögel, Eidechsen, Mäuse und Co. Deine Katzen solltest du zudem unbedingt kastrieren lassen, denn einerseits streunt sie dadurch weniger und andererseits lässt sich so der Nachschub an verwilderten Katzen eindämmen. Und: Wenn du mit deiner Katze häufig spielst und sie mit reichlich tierischem Protein fütterst, zeigt sie weniger Jagdlust.

Wenn du eine Katze hast, dann schaffe Verstecke für Vögel und Co. Foto © hildeanna

Freiheit für den Boden

Wenn du über Biodiversität nachdenkst, solltest du auch nach unten schauen. Denn ein fruchtbarer Boden ist ein Ökosystem, in dem zahllose Kleinstlebewesen wirken. Nicht nur Mikroben und Pilze machen sich unterirdisch breit: vom Regenwurm über die Weinbergschnecke bis hin zum Maulwurf ist das Erdreich ein dicht besiedelter Lebensraum. Wenn du allerdings mit einer Asphaltwalze anrückst, ist es mit der Biodiversität schnell vorbei. Eine Versiegelung zerstört das komplexe Ökosystem Boden und trägt sein Scherflein zum Klimawandel bei: Intakter Boden kühlt und nimmt Wasser auf, versiegelter Boden nicht. Also, was tun? Ganz einfach: Beton, Asphalt und Stein sparsam einsetzen! Das gilt für Gemeinden und Institutionen genauso wie für jeden Einzelnen. Wieso eine Einfahrt oder einen Parkplatz asphaltieren, wenn sich das Auto auf Rasensteinen genauso gut abstellen lässt? Denk lieber drei Mal drüber nach, ob du eine Fläche wirklich „dicht“ machen musst. Denn die Neubildung von nur einem Zentimeter Humus dauert unfassbare 100 Jahre. Statt einen Weg zu asphaltieren, setze lieber einzelne Natursteine – das ist der Pfad, der uns zu mehr Biodiversität führt.

Viel Grün, wenig Stein: das ist der Weg, der uns zu mehr Biodiversität führt Foto © leeyiutung

Jetzt mitmachen!

M. & W. Graf Biodiversitätspreis Silberdistel

Einreichung bis 31. März auf www.silberdistel.at. Mitmachen kann jeder – von der Privatperson über den Landwirt bis hin zur Schule. In fünf Kategorien werden jeweils 2.500 Euro vergeben.

Entstanden in Kooperation mit der Naturschutz Akademie Steiermark.