WOHNPORTRÄTEin original steirischer Fachwerkbau

Rudi Allmer, der Schlosskutscher vom Stubenbergsee, setzt auf vier Hufe und ein Häuschen in untypischem Stil.

© Oliver Wolf Foto GmbH
 

Rudi Allmer ist ein weit im Umland bekannter, leutseliger Mann, ein Original, wie man es nur noch selten findet. „Zum Wohlfühlen gehören auch die richtigen Nachbarn“, betont er augenzwinkernd, und da hat er mit Andreas Schuh wohl einen Glückstreffer gelandet, denn dieser führt nebenan ein Einrichtungshaus und sorgt auf dem Schlosskutscherhof für ein stimmiges Ambiente.

Im Jahre 1984 übernahm Allmer die Landwirtschaft seines Vaters, und mit Haus und drei Hektar Grund auch gleich die Leidenschaft für Pferde. Doch während der Vater seine Tiere noch bis 1968 als Helfer auf den Äckern einsetzte, kutschiert Rudi Allmer seit 1986 Gäste durch die wunderschöne Oststeiermark. Seit 1998 darf er sich offiziell Schlosskutscher nennen und trägt bei der Arbeit Livree. Egal, wohin es geht, ob zum Picknick am Fuße des hoch aufragenden Schlosses Herberstein, zum Wallfahrtsort Maria Fieberbründl oder im Rahmen einer Mondscheingruseltour in den finsteren Wald: Der passionierte Kutscher sorgt für Stimmung.

Seine Pferde, die seit 1999 in einem weitläufigen Stallgebäude residieren, verfügen trotz regelmäßiger Ausfahrten über einen eigenen Trainingsbereich. Sieben Tiere sind es derzeit an der Zahl, mit den klingenden Namen Tiamo, Ivo, Lucky, Hermes, Julia, Carpe diem und Bonfire, allesamt gemütliche Gelderländer, laut Allmer die optimale Pferderasse für Kutschenfahrten.

Foto © Oliver Wolf Foto GmbH

Zu Rudi kommt man, um sich zu entspannen. So empfängt er jeden Gast zunächst in seinem Stüberl, dem Treffpunkt des Schlosskutscher-Vereins bzw. des Vereins der Freunde von Brauchtum, Kulinarik, Kultur, Natur & Sport, wie er genau genommen heißt, und lädt auf ein entspannendes Getränk ein. Kassiert wird dafür nichts, ein Zettel auf dem Kühlschrank besagt: „Die Getränke sind gratis, aber die Pferde freuen sich über eine Spende für Futterkauf.“ Der Raum selbst ist traditionell gehalten, weiß getünchte Wände sowie wuchtige Holzbänke und Tische lassen urige Gemütlichkeit aufkommen. Dass hier vormals Pferde wieherten, wissen nur langjährige Freunde des Hausherren. Wie Johann Posch, der bei den Umbauarbeiten unentbehrlich war. Auch ein kleiner Wagen ist an der Wand abgestellt, der Picknickutensilien und köstliche Imbisse für bis zu zehn Personen fasst.

Homestory: Schlosskutscher

Sobald es das Wetter erlaubt, verlegt Rudi Allmer sein Wohnzimmer auf die Terrasse.

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Seitenansicht des Gebäudes, in dem Rudi Allmer seine Kutschen unterstellt.

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Da wird so einiges geboten: Geselligkeit, Gedankenaustausch und natürlich auch Ideen für schöne Geschenke ...

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Blick vom Stüberl in Richtung Schloss Schielleiten.

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Auch ein Hochbeet darf da natürlich nicht fehlen.

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Das Stüberl ist rustikal in Holz gehalten.

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Reizvolle Details unterstreichen das urwüchsige Ambiente des Schlosskutscherhofes.

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Überall im Garten findet sich ein gemütliches Plätzchen.

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Allmer ist stolz auf seine Tiere und auf seine Kutschen.

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Eine der Kutschen, in welchen der Schlosskutscher seine Gäste stilvoll in die Vergangenheit entführt.

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Die Schaftstiefel des Kutschers.

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Rudi Allmer mit einem seiner edlen Pferde.

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Im ehemaligen Schweinestall, der gleich an das Wohnhaus anschließt, befindet sich heute das Stüberl der Kutscherfreunde.

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Im Hintergrund das Stallgebäude, im Vordergrund Rudi Allmer und sein Schnauzer Jolly.

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Schnauzer Jolly bei einer wohlverdienten Pause.

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Der Fachwerkbau des Kutschers vom Stubenbergsee, errichtet von seinem Großvater in den Jahren 1921-24.

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Lauschige Plätze und schöne Aussichten laden zur Rast.

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Auch Rudi Allmer nimmt sich immer wieder Zeit, er lebt Entschleunigung und begeistert seine Gäste für diesen Weg.

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Das Stüberl liegt zwischen Stall und Haus, an seine Rückseite schmiegt sich eine Scheune, in der zwei der derzeit vier Kutschen abgestellt sind. Vom Jagdwagen über Wagonette und Break bis hin zur Vida-Kutsche hält Rudi Allmer für jeden Geschmack und jede Strecke das passende Fahrzeug bereit. Die restlichen Kutschen stehen in einem eigenen, an zwei Seiten offenen Gebäude.Aber zurück zum Haus des Schlosskutschers, auch wenn es in seinem Leben voller Bewegung fast ein bisschen zu kurz zu kommen scheint, denn wenn Rudi Allmer nicht kutschiert, verbringt er viel Zeit im Freien, was neben den Pferden auch sein Schnauzer Jolly zu schätzen weiß. Trotzdem aber hängt er sehr an seinem Haus, das für die Gegend optisch ungewöhnlich anmutet. Es wurde in den Jahren 1921 bis 1924 von Rudi Allmers Großvater, einem Bindermeister, selbst erbaut. Zur Hand ging ihm dabei ein schwäbischer Freund und so kam es, dass noch heute ein Fachwerkhaus mit Vulgonamen Michlbertl in der Region steht. Kein Wunder, dass es Rudi Allmer ein Anliegen ist, das Haus im Originalzustand zu erhalten.

Den Beruf eines Schlosskutschers kann man mit Vernunft übrigens nicht begreifen, auch der Rechenstift ist fehl am Platz. „Ich bin ein Pferdenarr“, betont Rudi. „Pferde sind Partner, man steht täglich vor neuen Herausforderungen.“ Trotzdem oder eben deshalb sorgt Rudi Allmer für Entschleunigung und begeistert andere für seinen Weg. „Wir sind nur Gäste auf dieser Welt“, sagt er und blickt in Richtung Schloss Schielleiten, auf das man von seinem Hof einen traumhaften Ausblick hat, „unsere Lebenszeit ist so wertvoll wie eine Fahrt mit der Kutsche“.

Der Schlosskutscher

Mehr über den Schlosskutscher, seine Touren und die Oststeiermark finden Sie hier.

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