HAUS-RATEin Badezimmer ohne Barrieren

Bei der Planung des Badezimmers lohnt es sich, ans eigene Alter zu denken. Worauf es bei der Planung ankommt.

In barrierefreien Bädern muss nicht auf gutes Design verzichtet werden. In diesem Beispiel sind das unterfahrbare Waschbecken, das WC mit hochklappbaren Armstützen und die schwellenlose Dusche mit Sitz zu erkennen. © www.erlau-objekteinrichtung.de
 

Wer bei der Neugestaltung oder Renovierung seines Badezimmers dafür sorgt, dass Stolpersteine und Hemmschwellen verschwinden, hat nicht nur im Alter oder bei gesundheitlichen Einschränkungen einen entscheidenden Heimvorteil, sondern sorgt auch rechtzeitig für ein Höchstmaß an Komfort. Auf anspruchsvolles Design muss dabei längst nicht mehr verzichtet werden. Worauf es bei der Planung ankommt, haben die Badezimmer-Profis von mach-dein-bad.de zusammengefasst:

Freiraum. Zwischen den Sanitärelementen sollten mindestens 20 cm frei bleiben, als Abstand zur Wand sind mindestens 30 cm erforderlich. Noch stärker schlagen die nötigen Bewegungsflächen vor Sanitärobjekten wie Waschtisch, WC oder Dusche zu Buche. Ein Erwachsener ohne Einschränkungen benötigt etwa 60 mal 60 cm. Behindertengerecht ist ein Bad aber erst mit Bewegungsflächen ab 150 mal 150 cm vor den sanitären Einrichtungen. Platz und Umbaukosten lassen sich bei der barrierefreien Umgestaltung eines Badezimmers in manchen Fällen mit einem seitenverstellbaren WC oder Waschbecken sparen.

Türen. In neueren Wohnungen sollten 80 cm breite Türen kein Problem sein. Für Rollstuhlfahrer muss die Tür aber möglicherweise auf 90 cm verbreitert werden. Außerdem auf genügend Platz vor der Tür außerhalb des Bades achten!

Waschbecken. Zu den speziellen Anforderungen an barrierefreie Waschgelegenheiten zählen seitliche Stützhilfen und leicht bedienbare Armaturen. Für eine behindertengerechte Ausstattung müssen sie darüber hinaus unterfahrbar sein. Das ist bei normalen Waschbecken und Waschtischen selten der Fall. Besonders der Siphon am Wasserablauf schränkt den Freiraum unter dem Becken meist zu sehr ein. Hier ist entweder eine Unterputzausführung oder ein Flachaufsitzsiphon erforderlich. Ein unterfahrbarer Waschtisch ist für jedes barrierefreie Bad zu empfehlen, nicht nur, wenn ein behindertengerechter Ausbau gefordert ist. Auch für Menschen, die keinen Rollstuhl benötigen, kann das Waschen im Sitzen eine Erleichterung sein.

Armaturen. Am meisten Komfort bieten Einhebelmischer mit ausreichend langem und ergonomisch geformtem Bedienelement. Alternativ dazu eignen sich berührungslos gesteuerte Mischbatterien. Sie werden über einen Näherungssensor gesteuert, der den Wasserzulauf regelt. Bei den berührungslosen Systemen ist aber eine Temperaturbegrenzung auf maximal 45 Grad Celsius erforderlich. Darüber hinaus muss der Wasserauslauf des Hahns sowohl bei berührungslosen als auch bei Einhebelarmaturen schwenkbar sein.

Stützgriffe. Die Hilfe neben dem Waschtisch oder Waschbecken dient gleichzeitig als leicht erreichbarer Handtuchhalter. Stützgriffe können auch in die Sanitärkeramik integriert sein. In jedem Fall ist zu beachten, dass sie mindestens eine Last von 100 kg aushalten müssen. In dieser Hinsicht sollten Sie ebenfalls eine geeignete Beschaffenheit der Wände prüfen, an denen die Stützhilfen, Becken oder Waschtisch montiert werden sollen.

Dusche und Wanne. Ein rutschhemmender Bodenbelag bietet in allen Nassbereichen größere Sicherheit. Eine bodengleiche Duschwanne ist ebenfalls ein Pluspunkt für Duschkomfort und Innendesign, nicht nur im senioren- und behindertengerechten Bad. Ebenso bietet eine Badewanne mit Tür jedem Benutzer eine größere Bequemlichkeit. Spezielle Einrichtungen für die Barrierefreiheit im Bereich von Dusche und Badewanne sind nur in Form von Haltegriffen und einem klappbaren Duschsitz notwendig. Dieser ist, wie der WC-Sitz, in einer Höhe von 46 bis 48 cm zu montieren und seitlich mit hochklappbaren Stützgriffen zu versehen.

Eine Alternative zur barrierefreien Badewanne mit seitlicher Tür ist ein Wannenlifter, der sich gegebenenfalls auch ohne einen Austausch der Wanne installieren lässt.

Besonders für ältere Menschen, denen nur das Hinlegen und Aufstehen in einer normalen Badewanne schwer fällt, können Sitzbadewannen und Wannenverkürzungen interessant sein. Auch diese Wannenart gibt es mit einer seitlichen Tür für den leichten Einstieg. Darüber hinaus sind manche Sitzwannen mit einer höhenverstellbaren Sitzfläche ausgestattet. Das ermöglicht eine Anpassung der Sitzposition an unterschiedliche Körpergrößen. Gerade beim barrierefreien Umbau eines Badezimmers ist die platzsparende Bauweise der Sitzbadewanne ein Vorteil, da sie den erhöhten Raumbedarf zum Teil kompensiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kristianjarnig
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Denken ans eigene Alter ist schon gut...

....nur wenn man unter 60 ist, körperlich fit, warum um Gottes willen soll man sich so ein "Rollstuhlfahrer" Badezimmer einrichten? Ich finde es Potthäßlich(aber funktionell wenn man es denn wirklich braucht).

Reicht es dann mal körperlich nicht mehr so richtig, DANN baut man sich sein Badezimmer entsprechend um. Ggf. muß man ja sogar einen Umzug ins Auge fassen, z.b. wenn man seine Wohnfläche auf mehrere Ebenen verteilt hat, da nützt dann das beste Badezimmer nichts.

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Madame Curie
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Unterfahrbar?

Bitte das Waschbecken tiefer legen nicht vergessen!!! Sonst hilft die ganze Unterfahrbarkeit nichts.

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