KARL PLOBERGERS GARTENTIPPObst in Reih und Glied

Die immer kleiner werdenden Gärten oder gar das Gärtnern ohne Garten auf Balkon und Terrasse lassen Säulenobstbäume und Beeren für Topf und Kisten rapid beliebter werden.

© FOTOLIA
 

Einer, der sich seit einigen Jahren besonders intensiv mit Säulenobst befasst, ist der Züchter Markus Kobelt in der Schweiz. Unser Biogärtner hat ihn besucht und interviewt. Hier das Ergebnis:

Warum sind die Säulenobstbäume so im Trend? Sie sind einfach zu pflanzen und lassen sich leicht kombinieren. Ob im Mixed Border oder als Hecke – die Möglichkeiten sind vielfältiger. Wichtig ist die Farbe der Frucht: Rot ist begehrt, genauso Grün und besonders beliebt sind rotfleischige Sorten.

Welche Sorten gibt es? Grundsätzlich sollte man keine Kirschen, Zwetschken oder Pfirsiche als Säulenobst ziehen. Minipfirsiche leben praktisch nur drei Jahre. Daher sind Äpfel und Birnen die einzigen sinnvollen Säulenbäume.

Wo liegen die Zuchtziele? Neben den säulenförmigen Bäumen stehen vor allem die kleinen, kompakten, buschförmigen Apfelbäume im Mittelpunkt der Zucht. Das wichtigste aber ist die Resistenz gegen Schorf und Mehltau und der regelmäßige Ertrag, denn viele Bäume tragen in einem Jahr enorm viel, im nächsten Jahr dafür nichts. Was noch ins Gewicht fällt: Die Frucht muss gut schmecken.

Was lässt sich beim Beerenobst noch verbessern? Extreme Fortschritte werden bei den kompakten Beerensträuchern gemacht, die im kleinen Garten ohne Gerüst wachsen: Himbeeren und Brombeeren, die im Herbst tragen (etwa Himbeere „Little Sweet Sister“ oder Brombeere „Little Black Prince“). Sie lassen sich gut auch in andere Beete integrieren. Sie werden im Frühjahr auf 20 Zentimeter geschnitten und tragen an diesen kurzen Trieben schon im Sommer, an den neuen Trieben schließlich im Frühherbst. Brombeeren werden so groß werden, dass sie gerade noch mit einem Biss gegessen werden können. Das schafft ein großes Genusserlebnis.

Die Witterung wird immer verrückter, wie reagieren die Züchter? Bei den Beeren entkommt man durch die Herbstfrucht dem Spätfrost. Und: Obst und Beeren werden bei uns ausschließlich ohne Pflanzenschutz und Bewässerung gezogen. Da sieht man von der ersten Minute an, welche Sorten in der Züchtung gut sind.

Die Kundschaft will rasche Erfolge sehen – was kommt? Im Frühjahr wird gepflanzt, im Sommer will geerntet werden, das ist bei den Beeren schon heute Standard, für die Heidelbeeren gilt das ebenso. Bei den Obstbäumen wiederum ist mittlerweile spätestens nach drei bis zwölf Monaten eine erste Ernte garantiert.

Was rät der Züchter beim Schnitt? Der Schnitt wird wesentlich vereinfacht: Alles, was mehr als 20 Zentimeter lang ist, wird beim Säulenobst zuerst im Februar und dann noch einmal im Juni auf 15 Zentimeter zurückgeschnitten, das ist wirklich unkompliziert.

80 „Sortenkinder“

Markus Kobelt betreibt in Buchs in der Schweiz in der Nähe des Bodensees eine Baumschule. Er hat immer das Ohr beim Konsumenten und sucht weltweit nach Neuheiten. Eigene Züchtungen zeichnen sich besonders durch Wuchsfreude, schmackhafte Früchte und Krankheitsresistenz aus. In den vergangenen 20 Jahren hat er mehr als 80 neue Sorten („meine Kinder“) auf den Markt gebracht, darunter die erfolgreiche rotfleischige Apfelsorte „Red Love“ und die weithin bekannte Brombeere „Navaho“. Brexit-Probleme mit Baumschulen in Großbritannien sind zu befürchten.

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