Elektro-MobilitätMagna-Boss Apfalter warnt vor Populismus und Halbwissen

In die Diskussion um E-Mobilität dürfe man nicht mit technologischen Halbwissen oder gar keinem Wissen und auch nicht mit einer Portion Populismus reingehen.

© Oliver Wolf
 

In der ganzen Abgas- und Klimadiskussion müsse man die Kirche im Dorf lassen, so Magna-Europa-Chef Günther Apfalter im Ö1-Radio. Populistisch seien etwa Aussagen, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Elektroautos angeboten werden, was technologisch nicht möglich sei. Derzeit schlage das Pendel voll in Richtung gegen Verbrennungsmotoren aus und gleichzeitig gebe es einen Hype um das Thema E-Mobilität. "Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir eine strukturierte Diskussion führen", so Apfalter. Die Autoindustrie und Zulieferindustrie sei jedenfalls gewappnet und weit fortgeschritten in der technischen Innovation.

Der Beitrag der Autoindustrie zu den Klimazielen sei beschränkt, als Auto gelten nur Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen. Darüber lägen Lkw, Busse, die großen Schiffe und die Landwirtschaft, die als große CO2-Emittenten gelten würden. "Man muss das Gesamtbild anschauen", so Apfalter.

"Kirche im Dorf lassen"

Zudem sei oft nicht klar, was unter einem E-Auto verstanden werde. "Ist es ein Hybrid? Es gibt verschiedene Arten von Hybrid", so Apfalter. Daneben gebe es etwa auch das Wasserstoffauto mit zusätzlichem Antrieb. "Man muss differenzieren und die Kirche im Dorf lassen", so Apfalter.

Generell sei das E-Auto aber eine Alternative und ein typisches Zweitauto in den Städten. Die Kunden müssten aber auch bereit sein, auf dieses Auto umzusteigen. Der Zeitpunkt für eine Ankaufprämie für E-Autos ist laut Apfalter zu früh. Der richtige Zeitpunkt wäre, wenn die Industrie E-Autos in solchen Massen anbietet, dass den Kunden eine Auswahl erlaubt. Das werde 2020 oder 2022 sein. Ein Verbot von Dieselautos in manchen Ballungsräumen oder Städten kann sich Apfalter vorstellen.

Auf Sicht von zehn Jahren werde sich aber noch nicht sehr viel ändern, glaubt der Magna-Manager. In zwanzig Jahren werde schon ein erhebliche Anteil emissionsfreier und autonom fahrender Fahrzeuge unterwegs sein. Was in fünfzig Jahren sein wird, sei derzeit aber nicht vorherzusagen.

Kommentare (6)

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baumi1000
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ein e-auto verbraucht ca 15 kw pro 100km

das sind umgerechnet ca 1,5 Liter fossiler Treibstoff ,meine 5 kw photovoltaikanlage erzeugt also in einem jahr Energie für ca 33000km
natürlich sind nicht 100 Prozent nutzbar

ich kann weder diesel noch benzin erzeugen aber Strom...

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scionescio
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Man kann es nicht oft genug wiederholen ...

... eine PV Zelle zeugt während ihrer Lebenszeit weniger Energie, als zur Erzeugung und zum Transport dieser Zelle benötigt werden - der Einsatz einer PV Zelle an Orten, wo ohnehin ein Stromanschluss vorhanden ist, kann nur als ökologischer Supergau bezeichnet werden!
PV Zellen auf Almhütten, in Entwicklungsländern, Segelbooten, etc. machen Sinn - auf Hausdächern zeigen sie nur, dass der Besitzer halbwissend (siehe Apfalter) ist oder ihm die Umwelt egal ist, weil zB ein Flusskraftwerk Strom viel effizienter erzeugen kann und die Umwelt weniger belastet.

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scionescio
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In die Diskussion um E-Mobilität dürfe man nicht mit technologischen Halbwissen oder gar keinem Wissen und auch nicht mit einer Portion Populismus reingehen

- wahre Worte ... aber wie schafft man es, dass sich da dann die allermeisten Politiker besser ruhig verhalten?

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gagerrl490
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WO

nehmen mir nur den Strom her das fragt sich keiner man bedenke nur wie viele Leute in einen Hochhaus Wohnen und die wollen alle ihr Auto aufladen wie soll das bloß gehen ?

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Giuseppe08
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@gaggerl

Da sei auch die Frage erlaubt, wo kommt nur die Energie (Strom mal Zeit) her, damit in einem Hochhaus all die Klimaanlagen, die die dort wohnenden Leute heute installieren, betrieben werden können? Oder wenn Leute Gerte im Standbyy betreiben, Licht brennen lassen ohne im Raum zu sein, ....
Bei richtiger Recherche findet man sehr leicht raus, dass es sehr wohl entsprechende Konzepte gibt. Einzig in Österreich versagt die Politik und die Leute haben Halbwissen (siehe ihr Posting).
Schon mal gefragt, wieviel Energie beim Erdöl für Förderung, Transport, Umwandlung, Lieferung zur Tankstelle, etc. verbraucht werden? Das kann dann schon mal eingespart werden. Es gibt noch viele weitere Aspekte!

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scionescio
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Entweder ist das ironisch gemeint ...

... oder Apfalter hat genau dieses Halbwissen gemeint;-)

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