KärntenDie Wirtschaft beansprucht einen Platz im neuen Naturschutzbeirat

Das "Forum Naturschutz und Wirtschaft Kärnten" sieht wirtschaftliche Interessen im Naturschutzgremium unterrepräsentiert.

Das "Forum Naturschutz und Wirtschaft" setzt sich besonders für Windkraft ein
Das "Forum Naturschutz und Wirtschaft" setzt sich besonders für Windkraft ein © KK
 

Im Landtag soll am Donnerstag die Novelle des Kärntner Naturschutzgesetzes beschlossen werden. Geht alles planmäßig über die Bühne, muss innerhalb von sechs Monaten der Naturschutzbeirat neu bestellt werden.

Dieses beratende Gremium, das in Kärnten auch als Naturanwalt agiert, ist ständige Zielscheibe der Wirtschaft, die jetzt in die Offensive geht und selbst in den Beirat drängt. Speerspitze ist der von Wirtschaftskammer, Rechtsanwalts-, Ziviltechniker- und Ingenieurskonsulentenkammer und anderen geförderte Verein "Forum Naturschutz und Wirtschaft Kärnten" unter Obmann Christoph Aste, der zwei Tage vor dem Gesetzesbeschluss den Anspruch des Vereins auf einen Sitz im Naturschutzbeirat anmeldete. Mit mehr als 300 Mitgliedern und "deutlich mehr Know how als alle Vereine in diesem Bereich" habe man längst die Aufnahmebedingungen formell erfüllt.

Das Forum beklagt unübersichtliche Rechtsvorschriften, lange Verfahrensdauer oder etwa die Haltung des Landes in der Frage Windparks. Vize-Obfrau Tatjana Dworak, die als Rechtsanwältin einer namhaften Kanzlei Projektwerber aus diesem Bereich vertritt: "Die Windparks sind ein besonderes Beispiel. Sie stehen in der E-Map des Landes. Sie jetzt dennoch nicht zuzulassen, ist eine zwiespältige Haltung." Einen Interessenskonflikt zwischen ihrer beruflichen Tätigkeit und den Naturanwalts-Ambitionen des Vereins sieht sie nicht.

Keine Naturschutz-Tätigkeit

Selbst Naturschutzprojekte betreiben, wie es im Gesetz eigentlich gefordert wird ("Pflege der Natur") will man nicht. Man definiert sich als eine Anlaufstelle für die Wirtschaft und will als wesentliche Aufgabe Entwicklungsräume definieren bzw. ausschließen. Als unmittelbare Naturschutzaufgabe könne man sich, so Dworak, die Einrichtung und Verwaltung eines Pools für Ersatzflächen im Zuge von Projekten vorstellen.

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