Am Montagnachmittag ist die dritte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die knapp 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie gestartet.

Was sich am Abend bereits sagen lässt: Es wird  wieder einmal spät. In der dritten Verhandlungsrunde heute Montag hat es dem Vernehmen nach noch keine substanziellen Fortschritte gegeben. In Raum steht die Forderung der Arbeitnehmer nach drei Prozent mehr Lohn und Gehalt, ein Gegenangebot soll es noch nicht gegeben haben.

Arbeitgebervertreter Christian Knill hoffte im Vorfeld wiederum  auf einen "gewaltigen Schritt Richtung Realität", eine dreiprozentige Lohnerhöhung sei "völlig realitätsfremd" und ein "Jobkiller", warnte er. Die Teuerungsrate liege aktuell bei 0,9 Prozent und der Produktivitätszuwachs bei 1 Prozent, also schon rein rechnerisch würden sich daraus nicht 3 Prozent ausgehen, spielte Knill auf die sogenannten "Benya-Formel" (benannt nach dem ehemaligen Spitzengewerkschafter Anton Benya) an, wonach sich der Lohnzuwachs aus Inflation plus Produktivitätssteigerung ergibt.

Gewerkschafter verweisen auf Gewinne

Hier geht allerdings die Rechnung der Arbeitnehmervertreter anders. Rainer Wimmer, Chefverhandler von der Produktionsgewerkschaft Pro-GE und Industriesprecher der SPÖ, verwies zu Verhandlungsbeginn auf "steigende Gewinne, steigende Produktivität und steigende Gewinnausschüttungen". Die 3-Prozent Lohnerhöhung habe man schließlich nicht ins Blaue hinein gefordert, man habe sich die Zahlen der Branche genau angesehen.

Daran hat wiederum Knill, Obmann des Fachverbandes der Maschinen- und Metallwarenindustrie und steirischer Industrieller, Zweifel. Die Arbeitnehmer würden nur die Zahlen der besten zehn Prozent der Betriebe herannehmen, verhandelt werde aber der Kollektivvertrag (KV) für 1.200 Betriebe, von denen es einem Drittel alles andere als gut gehe.

Streit um Freizeitoption

Wenig Freude hat Knill weiterhin mit der Forderung der Arbeitnehmer nach einer Freizeitoption - also mehr Freizeit bei Verzicht auf die KV-Erhöhung. Dies werde nur von fünf Prozent der Betriebe genutzt. Aber im Vergleich zu der 3-Prozent-Forderung sei die Freizeitoption eine überschaubare Hürde bei den Kollektivvertragsverhandlungen.

Für Rudi Wagner, Chefverhandler der Dienstleistungsgewerkschaft GPA, gehört jedenfalls das "Erfolgsmodell Freizeitoption" weiter geführt, das Interesse sei höher als von den Arbeitgebern angeführt und akzeptiert. Die Option beruht auf Freiwilligkeit, es ist eine Betriebsvereinbarung notwendig.

Im Vorjahr erfolgte die KV-Einigung in der dritten Runde nach einem 24-stündigen Verhandlungsmarathon. Damals gab es um 1,5 Prozent KV- und IST-Lohnerhöhung und eine Freizeitoption. Die Inflationsrate war damals mit 0,9 Prozent nahezu ident mit der Teuerungsrate heuer. Die heurigen KV-Abschlüsse lagen bisher meist im Bereich von 1,3 bis 1,5 Prozent. Der Mindestlohn in der Metallindustrie beträgt 1.750 Euro brutto. Ein Angestellter verdient laut Knill im Schnitt 4.285 Euro brutto im Monat, bei einem Arbeiter seien es 2.973 Euro.

Im Handel, der am vergangenen Mittwoch die KV-Verhandlungen gestartet hat, liegt der Mindestlohn für die rund 500.000 Beschäftigten bei 1.500 Euro brutto.

Neben den Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie verhandeln derzeit auch die gut 60.000 Beschäftigten der fünf anderen Metallindustrie-Verbände sowie die 200.000 Arbeiter und Angestellte des Metallgewerbes.