Riesiger SchuldenbergJamie Oliver verbrennt sich an Restaurantkette die Finger

Die Kette des bekannten und beliebten britischen TV-Kochs Jamie Oliver hat laut Medienberichten mehr als 80 Millionen Euro Schulden und muss restrukturiert werden.

© APA
 

Jamie Olivers Restaurantkette "Jamie's Italian" steckt in Großbritannien in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat mit seinen Gläubigern einen Restrukturierungsplan vereinbart, der Mietnachlässe und die Schließung weiterer 12 der zuletzt 37 Restaurants der Kette vorsieht. Ohne die Restrukturierung stand offenbar die Zukunft der gesamten Restaurantkette auf der Kippe. Laut Medienberichten soll die Kette auf einem Schuldenberg von 71 Millionen Britischer Pfund (81 Millionen Euro) sitzen - verteilt auf Banken, Finanzamt, Lieferanten, Vermieter und die eigenen Mitarbeiter.

In einer Aussendung verlautete ein Unternehmenssprecher: "Wir sind sehr zufrieden, dass die Gläubiger uns in unserem Vorschlag unterstützen, die Jamie's Italian-Restaurants umzugestalten. Damit stellen wir sicher, dass die Angestellten und Zulieferer bezahlt werden können und dass 1.800 Jobs gerettet werden."

Die Schließungen kosten allerdings 450 Mitarbeitern den Job, berichten britische Zeitungen. Betroffen seien Standorte wie Bristol, Reading und Harrogate. In Großbritannien bleiben 25 Restaurants übrig, international weitere 28.

Privat vermögend

Oliver ist einer der kommerziell erfolgreichsten Köche der Welt. Der 42 Jahre alte Brite hat seit der Jahrtausendwende eine weitverzweigte und international tätige Restaurant- und Mediengruppe aufgebaut. Sein Vermögen wird auf 160 Millionen Pfund (180 Millionen Euro) geschätzt. Oliver hat nach eigenen Angaben mehr als 37 Millionen Kochbücher verkauft, die in 36 Sprachen übersetzt wurden. Seine Kochsendungen werden international ausgestrahlt. Bekannt geworden ist er auch als Aktivist für eine gesündere Ernährung.

Zwar hat Oliver in den vergangenen Jahren mehrere wirtschaftliche Fehlschläge einstecken müssen, doch die Schieflage von "Jamie's Italian" ist seine bisher größte geschäftliche Niederlage. Der im Oktober im britischen Handelsregister veröffentlichte Jahresabschluss der Jamie's Italian Limited weist für das Jahr 2016 einen Nettoverlust von 9,4 Millionen Pfund aus. Der Umsatz schrumpfte um drei Prozent auf 112,7 Millionen Pfund. Zugleich werden Schulden bei der britischen Großbank HSBC von insgesamt 31,7 Millionen Pfund angeführt, die in mehreren Tranchen bis Anfang 2020 zurückgezahlt werden müssen. Neuere Geschäftszahlen des Unternehmens wurden bisher nicht veröffentlicht.

Jamie Oliver in Österreich

Angeblich soll die Restaurantkette auf einem Schuldenberg von insgesamt 71 Millionen Pfund sitzen. Einem unbestätigten Bericht der Zeitung „The Sun“ zufolge hat das Unternehmen hohe Verbindlichkeiten gegenüber dem britischen Fiskus, Vermietern und Lieferanten. Selbst die Mitarbeiter sollen offene Gehaltsforderungen von 2,2 Millionen Pfund gegenüber ihrem Arbeitgeber haben.

Olivers Restaurantkette gibt es seit 2017 auch in Österreich. Im Herbst öffnete die erste Filiale am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Wien, im Dezember kam ein Standort am Flughafen Wien dazu. Dort werden italienische Speisen seit Mai 2017 außerdem in der To-Go-Variante in "Jamie's Deli" angeboten.

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selbstdenker70
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Er ist der dumme...die Kette hat er aber sicher nicht selbst aufgezogen.in der Größe kann man es auch nicht mehr selber hochziehen. Vielleicht sollte man bei solchen Artikeln nicht nur abschreiben, sondern einmal nachfragen wem die Kette gehört, Teilhaber, Geschäftsführer ect..

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SoundofThunder
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🤔

Ist das der Koch der immer eine halbe Flasche Olivenöl für jede Speise benötigt?

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Genesis
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Schuster bleib bei Deinen Leisten

Herr James (genannt "Jamie") Oliver mag vielleicht ein begnadeter Fernsehkoch sein, ein erfolgreicher Unternehmer ist er aber offensichtlich beileibe nicht. Hier kommer wieder der Volksmund zur Anwendung, wo es lautet: "Schuster" (bzw. im konkreten Fall "Bäcker" bleib bei Deinen Leisten (bzw. "Brötchen"). Der Mann sollte daher in Zukunft wirtschaftlich kleinere Brötchen backen, um nicht auch noch den Rest seines zugegebenermaßen stattlichen Vermögens durchzubringen. Wundern würde es mich aber nicht. Prost und guten Appetit !

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kropfrob
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Kein erfolgreicher Unternehmer?

Er hat es immerhin geschafft, einen dreistelligen Millionenbetrag "auf die Seite" zu bringen und Firma und Privatermögen wirksam zu trennen. Auf den Schulden bleibe, wie so oft in solchen Fällen, die Lieferanten sitzen - und in diesem Fall als besondere Chuzpe auch die Angestellten, denen er anscheinend auch mehr als 2 Millionen schuldet. (Ich weiß wovon ich spreche, denn ich bin Einzelunternehmer und kann erst dann in Konkurs gehen, wenn ich auch persönlich pleite bin.)

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dalvero
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Leider haben Sie recht

Viele die sich irgendwie nch oben gearbeitet haben werden dann übermütig und nützen ihren Namen und >>GROSSES<< zu schaffen.
Meist haben sie gar keine Ahnung wie das geht. Wie hier.
Hat auf einmal rund 40 mio. >EURO< Schulden aber angeblich 160 persönlich verfügbar.
Was würde ein ehrlicher Geschäftsmann machen?
Nun seine Schulden begleichen, blieben ihm ja immer noch an die 120 mio.
Die Grössenwahnsinnigen sehen natürlich keine Verpflichtung dazu -- ist doch eine andere Gesellschaft (rechtlich).
Und das finde ich - unehrlich.
Sorry Jamie - it´s fraud for me.

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