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Für Dörfler Totalrückzug des Landes Kärnten vorstellbar

Kärntner Landeshauptmann fordert Beteiligung der Bayern an Banken-Rettung. "Dann wird es eine vernünftige Lösung geben". Kritik an BayernLB.

© APA/Eggenberger
 

Das Land Kärnten will sich weiterhin nicht auf eine konkrete Beteiligung an der Rettung der ehemaligen Landesbank Hypo Alpe Adria festlegen. Landeshauptmann Gerhard Dörfler (B) fordert zuvor Klarheit über den Beitrag des Mehrheitseigentümers Bayerische Landesbank. Wenn diese "Entscheidungsgrundlage" auf dem Tisch liege, "dann wird es mit Sicherheit eine vernünftige Lösung geben", sagte Dörfler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Er könnte sich allerdings auch einen völligen Rückzug des Landes aus der Bank vorstellen.

Die Hypo Alpe Adria hatte bereits im Vorjahr 900 Mio. Euro an Staatskapital (PS) erhalten und braucht bis Jahresende angesichts dramatischer Verluste neuerlich zumindest 1,5 Mrd. Euro an frischem Geld. Die Kärntner Landesholding, die seit der Übernahme durch die Bayerische Landesbank im Jahr 2007 nur noch 12,5 Prozent an der Hypo Alpe Adria hält, hatte am Mittwochabend nach langem Zögern ein Mitziehen bei der anstehenden Rekapitalisierung nicht ausgeschlossen.

Auf ein konkretes Ausmaß wollte sich Dörfler am Donnerstag nicht festlegen. Er verwies aber darauf, dass sich das Land Kärnten auch völlig aus der Hypo Alpe Adria zurückziehen könnte, wenn sich der Bund an der Bankenrettung beteiligen würde.

"Ich habe schon vor einiger Zeit mitgeteilt, dass die zwölf Prozent für mich disponierbar sind", sagte Dörfler. Er sieht nun aber den bayerischen Mehrheitseigentümer gefordert, sein Konzept zur Rettung der Bank vorzulegen. Danach werde es eine vernünftige Lösung geben.

Dörfler kritisierte in diesem Zusammenhang auch das lange Zögern der Bayern, die sich verhalten würden, wie ein wankelmütiger Verlobter: "Das Problem ist, dass der Haupteigentümer weder der Republik Österreich, noch dem Land Kärnten, noch der Grawe dargestellt hat, wie die Heirat auszusehen hat."

Außerdem mutmaßte der Landeshauptmann neuerlich, dass andere Banken die öffentliche Debatte rund um die Hypo bewusst schüren würden, um dann im Windschatten der spektakulären Hypo-Rettung möglichst unauffällig selbst eine zweite Runde der staatlichen Bankenhilfe in Anspruch nehmen zu können. "Konkrete Gespräche" im Zusammenhang mit dem Ukraine-Engagement österreichischer Banken gebe es schon, sagte Dörfler, nannte aber keine Namen.

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