OMBUDSMANN

"Wird selbstständige Arztwahl nicht mehr gestattet?"

Trotz Krebserkrankung wurde Nachsorgeuntersuchung beim Vertrauensarzt nicht bezahlt: Er erfüllt erforderliche Kriterien nicht. Von Peter Filzwieser

Vorsorge ist wichtig, aber sie muss auch bestimmte Qualitätsstandards erfüllen
Vorsorge ist wichtig, aber sie muss auch bestimmte Qualitätsstandards erfüllen © Monkey Business - Fotolia
 

Im Jahre 2003 wurde bei mir im Alter von 31 Jahren Brustkrebs diagnostiziert. Die Diagnose erfolgte von einem Arzt, zu dem mich meine Hausärztin überwiesen hatte, im Rahmen der Ultraschalluntersuchung. In der normalen Mammografie war kein Knoten sichtbar“, erzählt eine Leserin. Seitdem gehe sie regelmäßig zu diesem Arzt ihres Vertrauens zur Nachsorge und habe die Kosten mit der Gebietskrankenkasse abgerechnet. Was bisher auch nie ein Problem war. Doch die letzte Honorarnote wurde von der GKK nicht mehr akzeptiert. „Da frage ich mich jetzt aber, ob man nicht mehr als mündiger Bürger gesehen wird, welchem die selbstständige Arztwahl überlassen wird“, ärgert sich die Patientin und verlangt Aufklärung.

Früherkennungsprogramm

„Seit der Einführung des österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms im Jänner 2014 sind sowohl für die Früherkennungsmammografien wie auch für die diagnostischen Mammografien die Erfüllung von international anerkannten Qualitätskriterien erforderlich“, erklärt dazu der Ombudsmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse, Bernd Bauer. Diese Qualitätskriterien müssten die untersuchenden Ärzte nachweisen. Wer sie nicht erfülle, könne diagnostische Mammografien aufgrund einer Zuweisung durchführen, allerdings bestehe kein Anspruch auf Kostenerstattung. Die Untersuchung müsse auf Privathonorarbasis durchgeführt werden, worüber der Arzt aufklären muss.

QUALITÄTSKRITERIEN

Die international anerkannten Qualitätskriterien für die Brustuntersuchung sind:
Durchgeführte Schulungen, Befundung von mindestens 2000 Frauen pro Jahr, Verwendung modernster digitaler Geräte, die laufend kontrolliert werden müssen.
Außerdem das  „Vier-Augen-Prinzip“, das bedeutet eine  Doppelbefundung der Mammografieaufnahmen.

„Vom Arzt Ihrer Leserin wurden bisher die Qualitätskriterien nicht nachgewiesen, weshalb im konkreten Fall der Antrag auf Kostenerstattung abgelehnt werden musste“, so Bauer, der anfügt: „Ich möchte noch persönlich darauf hinweisen, dass mit der Einführung der Qualitätskriterien eine langjährige Forderung von Frauenvereinen und Frauenbewegungen erfüllt wurde!“

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