Droht das Aus?Seilbahn von Pontebba aufs Nassfeld: Friaul wartet noch ab

Keine Entscheidung für Nassfeld-Seilbahn. Bergbahnen verteidigen Projekt.

Letzter Poker um Seilbahn von Pontebba aufs Nassfeld © Zupanc/KK
 

Die Karten stehen schlecht für den Seilbahn-Bau von Pontebba auf das Nassfeld. Am 27. November hatte die friulanische Regionalverwaltung dem Seilbahn-Unternehmen Doppelmayr Italia srl ein Ultimatum gestellt: wenn nicht binnen zehn Tagen die Garantie für Errichtung und Finanzierung des vereinbarten Anteils in Form von Wirtschaftsplan und Bankgarantie eintreffe, werde das mittlerweile 100 Millionen Euro teure Projekt zurückgelegt. Das Ultimatum lief gestern ab.

Es sei nicht möglich, die geforderten Garantien zu erbringen, bevor nicht die Region Friaul Julisch Venetien ihrerseits die Förderung garantiere, kontert Max Rauscher, Aufsichtsrat der Bergbahnen Nassfeld Pramollo AG. Laut Vereinbarung betragen die Förderungen 68 Prozent, was für Kärnten sechs Millionen und für Friaul nun 62 Millionen Euro bedeuten.

Vielleicht wolle Friaul aus dem Projekt aussteigen, weil sich die Kosten von 2009 bis zur Inbetriebnahme 2020 um 20 Millionen Euro erhöht hätten. Doppelmayr habe sich seit Frühjahr 2017 erfolglos um einen Aussprachetermin mit der friulanischen Politik bemüht. Zudem habe die Region im Herbst 2016 die Förderung einseitig gekürzt und vom Seilbahn-Betreiber eine Hinterlegung von zehn Millionen Euro verlangt. „Das ist unüblich“.

Zahlen zur Bahn

2001 Umplanung von Tunnel- auf Umlaufseilbahn. Förderung durch die Länder je 70 Mio Schilling.

Kosten heute: Friaul 62 Mio Euro, Kärnten 6 Mio, Bergbahnen AG 22 Mio, Doppelmayr 10 Mio Euro.

Die Konditionen seien in einem Landesgesetz verankert, sagt dazu Friauls Infrastrukturreferentin Mariagrazia Santoro. Man warte, ob sie „der Private“ akzeptiere oder nicht. „Wir wollen das zukunftsweisende Projekt mit grenzüberschreitendem Vorteil für alle Beteiligten weiterverfolgen“, betont Rauscher. Die gut erreichbare Winter- und Sommer-Tourismusdestination würde touristischen Aufschwung auch für Pontebba bedeuten.

Doch in der Provinz Carnia gebe es Widerstand, meint Insider Marco di Blas. „Die Schi-Orte rund um Tarvis, Sella Nevea oder Piancavallo fürchten Konkurrenz“. Aber das Projekt würde Touristen aus ganz Italien anziehen und das gesamte Kanaltal beleben.

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