Glücksspiel"Kein Steuerschlupfloch": Warum Novomatic auf Malta ist

Der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic hat Niederlassungen in Malta. Auf der Insel zahlen Konzerne nur fünf Prozent Steuern auf den Gewinn. Doch steuerliche Gründe habe der Standort nicht, sagt das Unternehmen.

ARCHIVBILD: NOVOMATIC STEIGT BEI CASINOS AUSTRIA EIN: ARCHIVBILD FIRMENSITZ
© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Malta lockt Unternehmen mit einer nur fünfprozentigen Steuer auf Gewinne. Laut den Daten aus den "Paradise Papers" nützen 760 Personen und Firmen aus Österreich diesen Vorteil, wenngleich viele Niederlassungen bereits wieder aufgelassen worden seien und das österreichische Finanziministerium beteuert, die Steuerschlupflöcher seien alle geschlossen worden.

Allerdings gibt es noch andere Gründe für eine Niederlassung in Malta, wie Bernhard Krumpel, Sprecher des österreichischen Glücksspielkonzernes Novomatic, erklärt.

Novomatic ist einer der Konzerne aus Österreich mit einer Niederlassung in Malta. In Malta seien Lizenzen für Online-Glücksspielangebote leichter zu haben, berichtete das Ö1-Journal am Donnerstag. Mit einer Lizenz in Malta können Spieleanbieter ihr Onlineangebot aufgrund der Dienstleistungsfreiheit EU-weit vertreiben.

Die Novomatic betont, steuerliche Vorteile seien nicht der Grund dafür, dass ihr Tochterunternehmen Greentube in Malta ansässig ist. "In Malta haben besonders viele Online-Glücksspielanbieter eine Niederlassung, da Malta das Umfeld und die Infrastruktur dafür geschaffen hat", erklärt Krumpel. Für Greentube arbeiten in Malta rund 50 Leute, das Personal sei anderswo schwierig zu bekommen. "Unser Headquarter ist in Wien, dort zahlen wir auch die Steuern."

32.000 Milliarden in Steueroasen

Die Arbeiterkammer Wien kritisiert indes die Praxis so unterschiedlich hoher Steuersätze in einigen Ländern. Am besten wäre es, "wenn Unternehmenssteuern nur einer gewissen Bandbreite von Sätzen unterliegen dürften. Würde Malta beispielsweise einen normalen Steuersatz von 20 Prozent einheben, dann wäre der ganze Sport sehr schnell vorbei."

Laut Experten sind derzeit bis zu 32.000 Milliarden US-Dollar weltweit in Steueroasen geparkt, ein Großteil davon unversteuert. Laut EU-Kommission entgehen alleine den EU-Staaten Steuereinnahmen in der Höhe von 1.000 Milliarden Euro pro Jahr – verursacht durch aggressive Steuervermeidungsstrategien von multinationalen Konzernen und Super-Reichen. Die AK plädiert einmal mehr für eine gerechte Verteilung des Steueraufkommens und einen fairen Beitrag großer Konzerne und vermögender Privatpersonen.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

sapientia
0
4
Lesenswert?

Bei Steuervermeide-Konzernen wie z.B. Google, Ikea, McDonalds usw.

ist es wahrscheinlich für den Einzelnen nicht so leicht, selbst die Reißleine zu ziehen und ihnen auszuweichen.

Aber wer einem der unnötigsten Konzerne, wie Novomatic, vergeblich Geld in den Rachen wirft, ist total selbst Schuld an diesem Verlust und hat mein Mitgefühl nicht!

Antworten
FALDU
0
3
Lesenswert?

Herr" noch möchte gerne Finazminister"

machen Sie sich stark in der EU gegen diesen Missbrauch!
Wie ich aber gelesen habe gehören Sie zu den Blockierern in der EU.
Hauptsache man säckelt den "kleinen Mann" aus.
Hoffe, dass Sie nicht mehr lange unser Finanzminister sind!
Ab in die Pension-heim zu Ihren Weingärten. Da haben Sie
dann genügend Zeit die Weinperlen zu zählen.

Antworten
CuiBono
0
3
Lesenswert?

@FALDU

Der zweifellos hochintelligente, gebildete und intl. wirtschaftserfahrene "Noch-FM", einst von mir mit nicht wenigen Vorschusslorbeeren bedacht in der Hoffnung, dass da einer kömme, der ENDLICH mal auch ungefähr begreift, was er da machen sollte, hat sich seit geraumer Zeit als behübschte Mogelpackung enttarnt.

Ein treuer Diener seiner giebelkreuzenden Herren und ihrem aktuellen Vorzeigemessias - dem schönen jungen und blablaenden Basti.

WIR - einfache Wähler und Bürger - werden uns noch anschauen, welche "Eier" uns von diesen Hin- und Herschaften noch ins Nestchen gelegt werden.

Antworten

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.