In der Türkei Zara: Näherinnen flehen auf Kleider-Etiketten um Hilfe

Eine türkische Näherei, die auch für Zara fertigt, wurde über Nacht geschlossen. Die Beschäftigten wurden nicht mehr bezahlt - und machen jetzt auf ihre Art auf diese Missstände aufmerksam.

Zara in Istanbul
© AP
 

Nicht zum ersten Mal weisen Beschäftigte von Groß-Nähereien auf diese Art auf Missstände aufmerksam: In der Türkei haben Kunden der Textilkette "Zara" auf den Etiketten von Kleidungsstücken Botschaften gefunden. Laut „The Associated Press“ stand auf einem Etikett beispielsweise folgendes: „Ich habe diesen Artikel, den Sie kaufen werden, hergestellt, aber wurde nicht dafür bezahlt." Damit wollen die Fabrikarbeiter der türkischen Produktionsstätte "Bravo", die u. a. auch für Zara produziert, Kunden darauf aufmerksam machen, dass sie seit Monaten nicht bezahlt wurden, wie es in dem Bericht heißt.

Bereits im Jahr 2014 fanden sich bei Kleidungsstücken von "Primark" Etiketten mit Hilferufen von Mitarbeitern. 

Doch was steckt hinter dem aktuellen Fall in der Türkei? Laut diversen Medienberichten wollen die Beschäftigten Druck auf Zara - aber auch auf andere Abnehmer wie "Mango" und "Next" - ausüben. Nach Angaben von „Associated Press“ wurde die türkische Produktionsstätte „Bravo“ über Nacht geschlossen. Den Angestellten fehlen die Löhne der letzten drei Monate und eine Abfindung.

"Mit dem eingenommenen Geld verschwunden"

Laut einer Petition, haben sich die Chefs der "Bravo-Fabrik" geweigert haben, ihnen einen großen Teil ihrer Löhne zu zahlen, danach seien sie mit dem eingenommenen Geld verschwunden. In der Petition, die sich nicht nur an Zara, sondern auch Mango und Next richtet, heißt es weiter: "Wir fordern nicht mehr als unsere Grundrechte. Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, unseren Kampf zu unterstützen. Also unterschreibt und teilt die Petition, um uns zu unterstützen."

Ein Sprecher von Inditex, einem Unternehmen, das hinter Zara steht, wurde in Medien wie folgt zitiert: "Wir haben alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Bravo Textil erfüllt. Wir arbeiten derzeit mit einer Mitgliedsorganisation von Zara und Mango an der Einrichtung eines Fonds, der die Mitarbeiter nach dem Verschwinden des Eigentümers der Bravo-Fabrik entschädigen soll." Laut dem Sprecher sei man bestrebt, schnell eine Lösung zu finden.

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