IHS-WirtschaftsberichtKärnten lenkt in die Österreich-Spur ein

Der IHS-Wirtschaftsbericht für Kärnten 2016 belegt Wachstum auf EU-Niveau, erstarkte Industrie- und Gewerbeproduktion. Bei Arbeitslosenquote, Einkommen und Kaufkraft ist Kärnten aber noch im Rückstand.

Reinraum bei Infineon in Villach. "Aufbau von High-Tech Standorten in Kärnten schreitet voran"
Reinraum bei Infineon in Villach. "Aufbau von High-Tech Standorten in Kärnten schreitet voran" © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

"Im Jahr 2016 hat das reale Wirtschaftswachstum in Kärnten mit 1,5 Prozent zum Bundesdurchschnitt aufgeschlossen. Im laufenden Jahr dürfte sich das Wachstum weiter beschleunigen, allerdings etwas niedriger als im Österreich-Durchschnitt sein. Die Arbeitslosigkeit ging im vergangenen Jahr leicht zurück und sollte in diesem und dem kommenden Jahr weiter sinken." Diese Kernaussage stellt das Institut für Höhere Studien (IHS) seinem 160 Seiten starken Wirtschaftsbericht Kärnten 2016 voran.

„Die Kärntner Industrie meldete den stärksten Produktionsanstieg aller Bundesländer“, verweist Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) dazu auf eine Spitzenposition. Der Aufbau von High-Tech Standorten schreite voran und schaffe Ausbildungs- und Arbeitsplätze, zum Aufschwung trage auch der Bau bei. „Nach schwierigen Jahren ist es gelungen, die Weichen so zu stellen, dass es mit Kärnten steil nach oben geht“, bewertet Kaiser den Bericht.

Daten und Fakten

4,9 Prozent wuchs die Beschäftigtenzahl in Kärnten von 2006 bis 2016, in Österreich num 11 Prozent. Am stärksten in Völkermarkt (+ 17 %), im Bezirk Hermagor nahm sie 3,4 Prozent ab.

38,4 Prozent betrug die Exportquote 2015 in Kärnten, das damit nach Vorarlberg (58,7), Oberösterreich (57,6) und Steiermark (45,5) an dritter Stelle lag. Österreich kam auf 38,7.

1,6 Prozent stieg 2016 der Produktionswert in der Bauwirtschaft in Kärnten, in Österreich um 2,2 Prozent. Während der Tiefbau in Kärnten um 7,7 Prozent abbaute, legte der Hochbau 7,0 Prozent zu.

6,5 Prozent stieg 2016 der regionale Produktionswert des Gewerbes in Kärnten. Das ist der höchste Zuwachs aller Bundesländer. Es folgen Burgenland, Salzburg Vorarlberg. In Steiermark, Wien Niederösterreich war der Wert rückläufig.

1,5 Prozent betrug 2016 das regionale Wirtschaftswachstum real in Kärnten. Das deckt sich mit dem Wachstum in Österreich. 2017 werden für vom IHS für Kärnten 2,0 Prozent erwartet, für Österreich 2,2, für den Euro-Raum 1,9, für die EU-28 2,0 Prozent.


Die Zahlen geben ein differenziertes Bild. Bei der wichtigen Exportquote, die 38,4 Prozent erreichte, nähert sich Kärnten Österreich (38,7) an. Kärnten hatte den dritthöchsten Zuwachs (6,2 Prozent). Dazu trug der 6,5-Prozent-Zuwachs des Produktionswertes im Verarbeitenden Gewerbe bei, der höchste aller Bundesländer (Österreich: 0,8). Das IHS rät, Exporte außerhalb Europas weiter zu diversifizieren.
Nach dem Gleichziehen beim Wachstum mit Österreich auf je 1,5 Prozent, erwartet das IHS 2017 für Kärnten 2,0 Prozent, das entspricht etwa dem EU-Schnitt, Österreich werden 2,2 Prozent vorausgesagt. 2018 soll Kärnten bei 1,5 Prozent liegen.

Im Tourismus brachte die Saison 15/16 mit plus 4,9 Prozent den höchsten Nächtigungszuwachs seit 25 Jahren. Hingegen blieb Kärnten mit 21.837 Euro Kaufkraft pro Kopf mit der Steiermark an vorletzter Stelle.

Um 18,5 Prozent stiegen die Forschungsausgaben in Kärnten von 2013 bis 2015 auf 632 Millionen Euro, das ist der zweitgrößte Zuwachs nach Vorarlberg. Die Arbbeitslosenquote sank 2016 von 11,1 auf 10,9 Prozent und sinkt heuer weiter, dennoch ist es die zweithöchste Arbeitslosigkeit nach Wien. Die höchste Arbeitslosgkeit hatte der Bezirk Spittal (12,1 Prozent), die niedrigste Hermagor (6,9 Prozent).

Der Bundesländervergleich zeige, dass Kärnten bei Wohnnutzfläche in bestausgestatteter Kategorie und Anteil erneuerbarer Energieträger eine Spitzenposition aufweise. „Ebenfalls positiv zu bewerten ist die Position Kärntens in Bezug auf die Gründungsintensität, die Exportquote, die F&E-Quote, den Bildungsstand Jugendlicher und die Beschäftigen in zukunftsorientierten Branchen.“ Kritisch zu beurteilen sei die Position des Bundeslandes beim Brutto-Regionalprodukt je Einwohner, bei der Kaufkraft, dem Schuldenstand, der Arbeitslosenquote, der Jugendarbeitslosenquote, dem Vereinbarkeitsindikator von Beruf und Familie, den Insolvenzen, den Erfindungsmeldungen, der Geburtenbilanz, der Wanderungsbilanz, dem Altenquotienten und den Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung.

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