InnovationVespa: Strom statt Lärm

„crank-e“, ein Start-up aus Villach, macht die kultigen Roller aus Italien zu umweltfreundlichen Spaßmachern.

Jungunternehmer Alexander Elbe pilotiert die umgebaute Vespa: Statt Benzin „schluckt“ deren Motor (hoffentlich) umweltfreundlichen Strom
Jungunternehmer Alexander Elbe pilotiert die umgebaute Vespa: Statt Benzin „schluckt“ deren Motor (hoffentlich) umweltfreundlichen Strom © Privat
 

Die Idee elektrisiert: Die kultige Vespa, Italo-Ikone und Mutter aller Roller, mit grüner Energie statt bösem Benzin zu betreiben – und das mit einem knackigen Schaltgetriebe? Geht nicht? Gibt’s aber! „crank-e“ nennt sich das Kärntner Start-up, das vermeintliche Gegensätze verbindet. Geboren wurde die Idee 2010 anlässlich der Bachelorarbeit von Alexander Elbe, der an der FH Kärnten Mechatronik studierte. „Ich war schon immer Elektroantrieb-affin“, sagt Elbe. Und stellte sich ein engagiertes Ziel: „Ich wollte für die Abschlussarbeit den schönsten Elektroroller bauen.“ Und welches Zweirad verfügt über eine größere Fangemeinde als eine Vespa? Bloß mit einem feinen Unterschied: „Wir bauen an der Stelle der Kurbelwelle einen Elektromotor ein.“ Gemeinsam mit fünf Kollegen wurde das Pilotprojekt auf die Räder gestellt: „Wir haben dafür einen Einser bekommen.“

2014 „rutsche“ Elbe dann in die Start-up-Szene, seit 2016 konzentriert er sich voll auf den Unternehmensaufbau. Heute ist „crank-e“ in der FH-Gründergarage beheimatet und beherrscht das Zauberwort der Start-up-Szene: „Skalieren.“ Um schneller wachsen zu können – die Umbaukapazität in der Garage selbst wäre auf 50 Stück pro Jahr begrenzt –, sucht Elbe daher international Werkstätten als Partner, die die Kärntner Bausätze installieren. „Eine Form von Crowdfunding, denn wir wollen ein Vorbestellsystem etablieren.“ Die Lieferung von Bausätzen an Endkunden stellte sich als zu serviceintensiv heraus. Erst neun Motoren wurden verbaut, noch läuft eine Vorserienproduktion. Die Assemblierung der Motoren erfolgt in Villach, Motoren, Steuergeräte und Akkus werden zugekauft.

Über den Winter will Elbe die Internationalisierung vorantreiben. Neben Deutschland sind die Niederlande, Großbritannien, Spanien und Italien Kernmärkte für die Elektro-Vespas. Parallel dazu will der 29-Jährige gemeinsam mit Kollegen von „GP Motion“, die den Fahrrad-E-Motor „add-e“ herstellen, ein „E-Mobility-Center Kärnten“ aufbauen. „Gemeinsam mit Fabian Gutbrod bündeln wir unsere Ressourcen, verfolgen ein ganzheitliches Konzept“: E-Mobilität erlebbar machen, ist das Ziel.

Zurück zur E-Vespa: Die Reichweite von 50 Kilometern sei kaum ein Nachteil, glaubt Elbe: „Selbst mit der Benzin-Vespa fahren nur Hartgesottene große Runden. Die Vespa liebt man wegen des Designs, für Touren ist sie nie gebaut worden.“ In „Vespa-Kreisen“, wurde man daher auch stets ermutigt, weiterzumachen. Das Interesse war auch jüngst auf der Klagenfurter Herbstmesse erbaulich – trotz des recht hohen Preises der Elektrifizierung: Ein Elektro-Kit kostet etwa 4000 Euro, samt Einbau – je nach PS-Stärke – zwischen 4600 und 5400 Euro. Eine fahrbereite E-Vespa ist ab 7000 Euro zu haben.

Wie bei Start-ups üblich, investiert der Faaker jeden Cent ins Unternehmen. „Wir bemühen uns, dass das Produkt rasch in Serie kommt – damit wir am Abend wieder einmal ein warmes Suppale essen können“, meint Elbe schmunzelnd. Spätestens wenn seine Elektro-Vespas so kultig sein werden wie deren Benzinschwestern, gibt’s auch einen Hauptgang dazu.

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