InflationWarum gerade die Gastronomie teurer wird

Während die allgemeine Inflationsrate stabil bleibt, steigen die Preise in der Gastronomie. Das hat mehrere Gründe.

Der Besuch im Restaurant wurde teurer
Der Besuch im Restaurant wurde teurer © Andres Rodriguez - Fotolia
 

Im Juni sind die Preise im Bereich Restaurants und Dienstleistungen um 2,9 Prozent gestiegen. Das zeigt ein Blick in die Detailauswertung der Statistik Austria. Jetzt anzunehmen, dass die Gastwirte sich hier bereichern, wäre allerdings falsch. Denn die Preisbildung hängt von vielen Faktoren ab.

Wareneinkauf: Sofern es sich nicht um eine Buschenschenke handelt, müssen Restaurants und Gasthäuser Waren zukaufen. Seien es Getränke oder Gemüse, Käse und Fleisch für die Mahlzeiten. Hier liegt bereits ein Grund für die höheren Preise im Wirtshaus. Denn bei verarbeiteten Lebensmitteln und Alkohol lag die Teuerung bei 3,1 Prozent. Auch Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch) und Fleisch wurden um je 1,7 und 18 Prozent teurer.

Löhne: Mit Mai 2018 wird in der Gastronomie der 1500 Euro Mindestlohn eingeführt. Und auch heuer wurden die Gehälter im Kollektivvertrag um rund 40 Euro erhöht. Allerdings leidet die gesamte Branche unter einer Verknappung des Arbeitskräfte-Angebots. Es gibt in vielen Regionen einfach zu wenig Kellner und Köche. Um Mitarbeiter anzuwerben oder sie halten zu können, muss oft mehr bezahlt werden.

Investitionen: Durch die Registrierkassen-Verordnung mussten viele Wirte im vergangenen Jahr in ein neues Kassensystem investieren. Wie hoch die zusätzliche Steuerleistung nun ist, wird sich erst zeigen. Wie in jedem Wirtschaftszweig müssen auch Gastronomen ihre Investitionen zurückverdienen.

Kommentare (10)

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semperubique
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"...Denn bei verarbeiteten Lebensmitteln ...

gerade da kommt mir die galle hoch.
nur wenige wirte tun sich die arbeit noch an, auch tatsächlich zu kochen.
serviert wird, was die industrie in der "systemküche" anbietet/liefern kann.

positiv zu sehen ist, dass nun auch die köche und abwäscher das geld (mindestlon) haben sich in ihrer freizeit bekochen zu lassen.
[ironie off]

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Mein Graz
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deshalb steht da ja auch

"verarbeitete lebensmittel".
vieles, was im angebot ist, ist convenience-ware. und die leute wissen das nicht, weil nur jemand, der selbst in der branche ist, weiß, was es alles gibt.
und nach wie vor zählt häufig nur die größe des schnitzels und nicht unbedingt die qualität.

aber es gibt sie noch: die wirte, in deren küche tatsächlich selbst gekocht wird! man muss nur wissen, wo...

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hermannsteinacher
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"Zum Heimkehrer"

Graz-Andritz

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hpaierl
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Nachrechnen

Kleiner Hinweis: Vom Mindestlohn in der Höhe von € 1.500,- kommen beim Mitarbeiter nur € 1.200,- an ,verursacht aber im Betrieb € 2.000,- .Diese personalintensive Branche wird inklusive ihren Mitarbeitern von steigenden Abgaben ( insbesondere Sozialversicherung) aufgefressen. Der Unternehmerlohn ist nachweislich am Geringsten.

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MariaPliem
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... und somit wird das Wirte sterben weiter gehen,

denn man wird es sich künftig noch weniger leisten können essen zu gehen oder auch nur auf Kaffee und Kuchen einzukehren.

Für ein Mineral/Zitrone 0,5 l Euro 3,70 (1/2 Bier Euro 3,50!!!) zu bezahlen oder für ein Stück Torte Euro 3,50 und dann noch einen guten Capuccino um Euro 3,20 dazu und das ganze dann mal zwei, wenn du z. B. als Paar unterwegs bist . . .

Von einem guten Essen in einem unserer Restaurants und Gasthäusern ganz zu schweigen. Qualität hat seinen Preis, keine Frage, aber die Kosten für diverse sinnlose Aufwände durch Forderungen der Regierung - ich denke hier an die Raucherabteile, die Allergenverordnung, die Registrierkassenpflicht - schlagen hier leider zu Buche und der Normalverdiener überlegt, ob er sich das überhaupt noch lassen kann oder noch leisten will . . .

Die Kosten für das tägliche Leben werden immer mehr, wobei Lohn/Gehalt stagnieren . . .

. . . daher überlegt man wieder mehr, was man mit seinem Geld macht, bzw. wofür man es ausgibt.

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CIAO
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soll ichs in Schilling

Das Bier und die Torte in Schilling 50,-; Das Mineral knappe 51,- , der Verlängerte läppische 44 Schilling....
und es wird einem ständig eingeredet nicht in Schilling umzurechnen.
Ich erinnere mich auch noch, bei einem Weinbauern in der Südsteiermark kostete die Flasche Welschriesling 35 Schilling, heute ebenso dort rund 90 Schilling.
Wohl bekomms

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Mein Graz
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im verhältnis ist es billiger,

richtig essen zu gehen als auf kaffee und kuchen. denn davon wird man wenigstens satt!

ich finde die preise für soda-zitrone oder mineral-zitrone unverschämt. wie kann es das geben, dass ein alkoholisches getränk billiger ist als sprudelndes wasser mit ein paar tropfen zitrone (oft sogar das chemische zeugs aus einer flasche)?!

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Spitzer Walter
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Kein Wunder!

Auch der Hausmeister Malek will 1500€ Mindestlohn!

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Mein Graz
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der mindestlohn

steht auch dem hausmeister bei einer 40-std.woche zu. bist es ihm neidig?

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hockeyfreak78
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Und weiter?

Ihnen ist schon klar, dass es sich um einen Bruttolohn handelt? Das ergibt rund 1200 € netto. Das wird doch wohl angemessen sein für eine 40 Stunden Woche, egal um welche Arbeit es sich handelt. Schließlich haben auch Menschen mit Mindestlohn im Verhältnis sehr hohe Grundkosten zu tragen.

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