Rote ZahlenNotbremse: ÖBB verkaufen Fernbus "Hellö" an Flixbus

Nachdem Versuch eine Fernbus-Linie zu etablieren, trennen sich die ÖBB von ihrer Fernbus-Marke Hellö. Das Unternehmen wird an Flixbus verkauft.

Die ÖBB trennen sich von ihrem Fernbus-Angebot
Die ÖBB trennen sich von ihrem Fernbus-Angebot © ÖBB, (c) Marek Knopp
 

Der deutsche Fernbusanbieter Flixbus hat die Übernahme der ÖBB-Fernbussparte "Hellö" bestätigt. Die Fernbusse der "Hellö"-Flotte werden demnach bis Ende Juli zunächst weiterfahren. Ab dem 1. August 2017 werden bestehende "Hellö"-Linien in das europaweite Flixbus-Netz integriert. Der österreichische FlixBus-Partner Blaguss übernehme den operativen Betrieb der "Hellö"-Linien.

Dadurch würden zusätzliche Kapazitäten auf beliebten Strecken zum Einsatz kommen, gleichzeitig werde das bestehende Flixbus-Fernbusnetz um neue Verbindungen und mehr Ziele im In- und Ausland erweitert. Flixbus-Gründer und Geschäftsführer Jochen Engert kommentiert die Übernahme in einer Aussendung: "Wir freuen uns auf viele neue Kunden und eine langfristige Zusammenarbeit mit den ÖBB. Gemeinsam bieten wir Österreichs Reisenden eine noch attraktivere Alternative zum eigenen Auto."

Kampfpreise zum Start

Die ÖBB informieren über die Auswirkungen für die Fernbus-Kunden: Anfang Juni 2017 startet die gemeinsame Vertriebskooperation von "Hellö" und Flixbus. Tickets für "Hellö" sind ab diesem Zeitpunkt auch über Flixbus buchbar. Alle "Hellö"-Tickets bleiben weiterhin gültig. Ab 1. August können Flixbus-Tickets direkt und auch über die Mobilitäts-App "wegfinder.at" gekauft werden. "Damit bieten wir unseren Kunden auch in Zukunft einen direkten Zugang zu Fernbus-Angeboten und setzen die strategische Ausrichtung als Gesamtmobilitätsanbieter konsequent fort", so Valerie Hackl, Vorstandsdirektorin des ÖBB Personenverkehrs.

Mitte Juli 2016 waren die schwarzen Mercedes-Busse unter dem Markenmotto "Hellö - Der Fernbus gegen Fernweh" gestartet. Elf Linien wurden bedient, zum Start wurden Kampfpreise von 15 Euro je Strecke angeboten. Das Projekt war noch unter dem vorherigen ÖBB-Chef Christian Kern, nunmehr Bundeskanzler, gestartet worden. Sein Nachfolger an der ÖBB-Spitze, Andreas Matthä, nannte bei der Bilanzpressekonferenz Ende April 2017 keine Zahlen zum finanziellen Abschneiden der Fernbussparte. Bei der ersten Präsentation der Fernbusse im Juni 2016 hieß es, innerhalb von fünf Jahren wolle man in dem neuen Segment profitabel sein. Im Jänner 2017 wurde das Linienangebot angepasst, bisher seien 100.000 Tickets verkauft worden, hieß es von ÖBB-Seite. Laut Medienberichten kämpfte "Hellö" von Beginn an mit hohen Kosten und eher mäßiger Auslastung. Die "Hellö"-Marke soll im Laufe des Jahres verschwinden.

Flixbus ist 2013 im Rahmen der Marktöffnung zunächst in Deutschland gestartet. Im Sommer 2014 erweiterte Flixbus gemeinsam mit Blaguss erstmals sein Fernbusnetz Richtung Österreich und seit kurzem Richtung Osteuropa. 2016 beförderte Flixbus nach eigenen Angaben in Österreich 2,7 Millionen Reisende. Flixbus hält in Deutschland nach der Übernahme der Konkurrenten Postbus und Megabus über 90 Prozent Marktanteil im Fernbusgeschäft. Dabei hat Flixbus keine eigenen Busse, sondern arbeitet mit Partnerunternehmen.

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Spitzer Walter
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shoepping.at

ist der nächste der einen Käufer sucht! Ist aber laut Post eine Supersache,und auch ein guter Name?

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Ichweissetwas
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schon mit dem Namen konnte keiner etwas anfangen......,

gut, dass das Angebot erweitert wird, nicht immer nur von Wien aus..........

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Tillennium
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Wiener Fernbus Linie

Im Grunde genommen gab es die meisten Verbindungen von Wien aus. Der Rest Österreichs wurde nur dann bedient, wenn der Bus vorbei fuhr.

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burgring0
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Das hat sich schon lange abgezeichnet....

...dass "Hellö" in Kürze eingestellt wird. Aber wie heisst es so schön : um das Geld der Steuerzahler ist nichts zu teuer. Dieses sinnlose Prestigeprojekt geht auf die Initiative des damaligen ÖBB Generaldirektors und jetzigen Bundeskanzler Christian Kern zurück !

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Lodengrün
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Auch wenn Sie sich auf Herrn Kern

einschiessen wollen ich will gar nicht beginnen wo die anderen Parteien Geld verbrannt haben. War auch skeptisch aber wer nicht wagt wird nie gewinnen. Und schauen Sie sich einmal die Banken an. Einmal drängen sie die Privatkunden raus weil sie nur mehr die Kommerz- und Investitionssparte bedienen wollen, dann holen sie die Privatkunden zurück.

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Spitzer Walter
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Kern,

er ist der Verlierer der Nation.

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