Von 100 auf 160 MillionenMilchpulvererzeuger Prolactal mit kräftiger Umsatzsteigerung

In sechs Jahren zum "profitabelsten milchwirtschaftlichen Betrieb Österreichs". Der Milchpulvererzeuger Prolactal wächst wieder deutlich.

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Der Milchpulvererzeuger Prolactal hat seinen Umsatz durch eine Neuausrichtung und zusätzliche Absatzmärkte auf zuletzt 160 Millionen Euro kräftig gesteigert. Die zur israelischen ICL-Gruppe gehörende Firma mit Werk im steirischen Hartberg sei in den vergangenen sechs Jahren "zum profitabelsten milchwirtschaftlichen Betrieb Österreichs" geworden, sagte Geschäftsführer Johann Tanzer.

Zum genauen Ergebnis hielt sich der scheidende Firmenchef bedeckt, er erklärte lediglich, das Unternehmen sei "sehr gut unterwegs" und das Ergebnis liege "weit über dem österreichischen Durchschnitt in der Milchwirtschaft und in der Lebensmittelbranche". Der Umsatz von Prolactal (ohne das Tochterunternehmen Rovita in Bayern) erhöhte sich von rund 100 Mio. Euro im Jahr 2015 auf 160 Millionen im Vorjahr, davon entfielen 146 Millionen Euro auf Hartberg. Da das Werk in Österreich laut Tanzer "voll ausgelastet" war, wurde ein Teil am Sitz der Tochter Rovita in Engelsberg (Bayern) produziert. Deren Umsatz erhöhte sich im Jahresabstand von 45 auf 49 Millionen Euro 2016.

95 Prozent Exportanteil

Der Exportanteil von Prolactal (ohne Rovita) liegt bei 95 Prozent, 70 Prozent des Umsatzes werden in Asien und Ozeanien gemacht, der Rest in Europa. Rechnet man die Tochter Rovita mit ein, werden 75 Prozent exportiert.

In die Schlagzeilen kam Prolactal mit listerienverseuchtem Quargel 2010, acht Menschen in Österreich und Deutschland starben nach dem Konsum des Käses. Nach einem gerichtlichen Nachspiel und einem Vergleich mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) "ist das für Prolactal alles abgeschlossen", erklärte Tanzer. Er stieg im Jahr 2011 als Sanierer in der Funktion des Geschäftsführers und 2012 als Gesellschafter bei Prolactal ein. Das Unternehmen befand sich in einer Schieflage, der Umsatz sackte auf 34 Millionen Euro 2011 ab.

Auch vegetarische Wurst im Portfolio

"Das Hauptgeschäft war damals, Milch zu trocknen. Hier war nichts zu verdienen, dementsprechend schlecht ist das Geschäft gelaufen", meinte Tanzer rückblickend. Das Unternehmen wurde auf die Zerlegung der Milch in die Milchinhaltsstoffe, deren Trocknung und Herstellung von Pulvermischungen für die Lebensmittelindustrie mit Hauptaugenmerk auf Bio neu ausgerichtet, der Teilbereich Quargel verkauft.

Prolactal zerlegt mit Hilfe von Filtrationstechniken Milch in ihre Inhaltsstoffe. Die Erzeugnisse - etwa Kasein, Molkenproteine oder Laktose - werden in nativer Form als Pulver an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie geliefert, die diese zur Herstellung von Proteindrinks, Babynahrung oder Joghurts verwendet. Seit 2012 gehört die Tochter Rovita zum Unternehmen, deren Erzeugnisse u.a. für vegetarische Wurst genutzt werden.

80 Prozent Bioanteil

Prolactal setzt dabei auf eine Nische: "Wir beschäftigen uns mit Produkten, die in der Milchwirtschaft nicht Standard sind", erklärte Tanzer. Die Milch kommt von Molkereien aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich. Der Bioanteil macht bei Prolactal mittlerweile 80 Prozent aus, besonders in China sieht Tanzer eine wachsende Nachfrage nach Bio-Babynahrung.

2015 wurde Prolactal an die börsenotierte ICL Food Specialities aus Tel Aviv verkauft, Tanzer blieb als Geschäftsführer an Bord.

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