Wirtschaftsdelegation

Im September: Fischer reist in den Iran

Die langjährigen Atomverhandlungen in Wien wurden gerade abgeschlossen, jetzt kündigt Bundespräsident Heinz Fischer zwischen 7. und 9. September einen Arbeitsbesuch im Iran an. Begleitet wird er von einer Wirtschaftsdelegation.

Heinz Fischer
Heinz Fischer © AP
 

Bundespräsident Heinz Fischer wird dem Iran von 7. bis 9. September einen Arbeitsbesuch abstatten. Das teilte die Präsidentschaftskanzlei am Donnerstag mit. Der mehrfach verschobene Besuch erfolgt nun nach dem erfolgreichen Abschluss der langjährigen Atomverhandlungen in Wien mit dem Abkommen vom 14. Juli 2015.

Neben Vizekanzler, Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl wird der Bundespräsident von einer hochrangigen Wirtschafts-, Kultur-, Wissenschafts- und Journalistendelegation begleitet werden.

Dank für Gastgeberrolle

Nach der Einigung im Atomstreit mit dem Iran hofft Fischer nun auf einen Beitrag Teherans zur "Lösung der blutigen Konflikte in der Region". Die Regierung der Islamischen Republik solle mit all ihren Nachbarn vertrauensvolle Beziehungen aufbauen, ließ Fischer vorige Woche als erste Reaktion auf den Atom-Deal verlauten.

Der iranische Präsident Hassan Rohani dankte kurz danach Fischer in einem Telefongespräch für die Gastgeberrolle Österreichs bei den Atomgesprächen. Das dabei erzielte Abkommen werde die Grundlage für den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Teheran und Wien bilden. Der geplante Besuch Fischers im Iran werde eine neue Phase in den bilateralen Beziehungen einleiten, betonte Rohani.

Business-Konferenz in Wien

Wie in anderen europäischen Ländern bereiten sich auch österreichische Firmen darauf vor, im Iran tätig zu werden. Am Donnerstag lud die Wirtschaftskammer (WKÖ) zu einer zweitägigen EU-Iran-Konferenz in Wien. Mehr als 300 Interessenten folgten dem Aufruf. Neben WKÖ-Präsident Christoph Leitl wurde Irans Industrie- und Handelsminister Mohammad Reza Nematzadeh erwartet.

Außenminister Kurz meinte am Donnerstagvormittag gegenüber der APA, dass das Atom-Abkommen eine "Chance für die österreichische Wirtschaft und für die Intensivierung der Beziehungen" sei.

Hoffnung auf Export-Boom

Die WKÖ hofft auf eine mittelfristige Verfünffachung der Exporte in den Iran. 2004 belief sich die Exportleistung aus Österreich auf rund 400 Millionen Euro, zehn Jahre später lag sie bei 232 Millionen Euro. Nach einer Aufhebung der Sanktionen will man das Handelsvolumen wieder deutlich zu steigern und die Euromilliarde zu erreichen.

Das Vertreter des irankritischen Bündnisses "Stop the Bomb" demonstrierten am Donnerstag vor der Wirtschaftskammer in Wien. Stop-the-Bomb-Sprecher Stefan Schaden, kritisierte: "Österreichische und deutsche Unternehmen stehen 70 Jahre nach dem Holocaust in der ersten Reihe, um Geschäfte mit dem antisemitischen iranischen Regime anzubahnen."

Deutsche Wirtschaftsmission

Der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen stand auch im Mittelpunkt der kürzlichen Iran-Reise des deutschen Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel. Dies wurde in Deutschland nicht nur begrüßt. "Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass es Deutschland in erster Linie um Wirtschaftsinteressen geht", sagte der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck warnte vor "prinzipienlosem Buhlen um Wirtschaftsaufträge".

Der französische Außenminister Laurent Fabius, der am kommenden Mittwoch in Teheran erwartet wird, wird dagegen ohne Unternehmenschefs reisen. Er will mit Präsident Hassan Rohani vor allem politische Gespräche führen. Im Sender France Inter erklärte Fabius, er hoffe, dass die harte Haltung, die Frankreich bei den Atomverhandlungen eingenommen habe, sich nach der Aufhebung der Sanktionen nicht schädlich auf französische Geschäftsinteressen auswirken werde.

EU-Gespräche in Teheran

Am kommenden Dienstag wird die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini im Iran erwartet. Sie hatte eine Schlüsselrolle bei den komplizierten Atomverhandlungen in Wien zwischen den 5+1 (UN-Vetomächte plus Deutschland) und dem Iran gespielt. Auf der Tagesordnung der Gespräche in Teheran stehen die bilateralen Beziehungen, internationale Fragen sowie die notwendigen Schritte zur Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran.

Vor ihrem Besuch im Iran wird die EU-Außenbeauftragte am Montag in Saudi-Arabien eintreffen. Dort will sich Mogherini bemühen, die Bedenken der wahhabitischen Monarchie wegen des wachsenden Einflusses des schiitisch dominierten Iran in der Region nach dem Atomabkommen zu zerstreuen.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

raspel
0
5
Lesenswert?

September?

Wohl ein bisschen zu spät. Die dicken Order haben schon die Deutschen abgeholt. Österreich ist halt, wie in letzter Zeit immer, hinten nach.

Antworten
daschwob
0
5
Lesenswert?

Guten Morgen - Der deutsche Gabriel ist schon seit dem 18. dort

was haben wir für Schnarchnasen

Antworten
Suedbahnkurti
0
3
Lesenswert?

Im Voraus:

Wäre es euch lieber wenn der Leitl fliegt?

Antworten

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.