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Zielpunkt-Chef kauft Zielpunktkette

2013 soll Zielpunkt wieder schwarze Zahlen schreiben, für Mitarbeiter und Kunden ändere sich "gar nichts".

© APA
 

Die österreichweit 300 Filialen der Handelskette Zielpunkt haben einen neuen Eigentümer. Der Vorstandsvorsitzende Jan Satek übernimmt das Unternehmen vom bisherigen Eigentümer, dem deutsch-luxemburgischen Finanzinvestor BluO, zusammen mit zwei (nicht genannten) Investoren um einen zweistelligen Millionenbetrag. Satek selbst investierte einen siebenstelligen Betrag aus seinem Privatvermögen. "Ich erfülle mir damit einen Traum", sagt der 45-Jährige. Zielpunkt betreibt 40 Filialen in der Steiermark.

Für die 3000 Mitarbeiter ändere sich nichts, verspricht Satek. Die neuen Eigentümer steigen in alle laufenden Verträge ein. Positiv auf die Übernahme reagierte die Gewerkschaft. Wolfgang Katzian, Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten, wertete dies als "ein ernsthaftes Signal, dass an das Weiterbestehen des Unternehmens geglaubt wird". Auch Belegschaftsvertreter betonen, dass "die komplette Mannschaft" hinter Satek stehe.

Die Zielpunkt-Kette hat eine bewegte Geschichte hinter sich (siehe Grafik). Als im Mai 2010 BluO die Kette von Tengelmann übernahm, wurde der Deutsche Satek als Sanierer gerufen. Noch vor zwei Jahren machte das Unternehmen einen Verlust von 23 Millionen Euro (bei einem Umsatz von 550 Millionen), im Geschäftsjahr 2011/2012 soll der auf fünf Millionen sinken (per Ende März). Der bereits für 2011 anvisierte Weg aus der Verlustzone soll heuer gelingen. Derzeit verhandelt der neue Eigentümer, der die Mehrheit jedoch behalten will, mit weiteren Investoren über einen Einstieg. Spekulationen, wonach die oberösterreichische Pfeiffer-Gruppe (C+C Pfeiffer, Unimarkt) Interesse haben könnte, wurden bis dato nicht bestätigt.

Am eingeschlagenen Kurs will Satek nichts ändern. "Ich war derjenige, der die Sanierung vorangetrieben hat. Jetzt übernehme ich das Unternehmen und gewinne an Beweglichkeit. Ich habe viele Ideen." Die Kette werde sich weiterhin als Nahversorger "mit Markenkompetenz" positionieren, bereits eingeführte Eigenmarken werden gestärkt, dafür der Non-Food-Bereich verkleinert. Als prominenten Werber hat Zielpunkt Hans Krankl engagiert.

Stabil bleiben soll die Zahl der Mitarbeiter, bei den Filialen ist eine "sanfte Expansion" angedacht. Mit einem Marktanteil von rund vier Prozent teilt sich das Unternehmen den vierten Platz neben dem Diskonter "Lidl". Unangefochtene Marktführer sind Rewe (Billa, Merkur, Penny), gefolgt von Spar und Hofer.

Zielpunkt kooperiert im Feinkostbereich seit 1997 mit dem steirischen Traditionsunternehmen Schirnhofer, das in rund 210 Filialen die Feinkosttheken betreibt. Der Vertrag läuft bis 2015, eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

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