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Zuletzt aktualisiert: 06.08.2012 um 20:40 UhrKommentare

Schlammlawine verwüstete Virgen

Mehrere Schlammlawinen wälzten sich durch Virgen, beschädigten 22 Häuser, rissen acht Brücken weg. Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren.

Alle Hände voll zu tun hatten die Anrainer nach dem der Fierschnitzbach tausende Kubikmeter Schutt und Geröll mit sich brachte

Foto © Brunner ImagesAlle Hände voll zu tun hatten die Anrainer nach dem der Fierschnitzbach tausende Kubikmeter Schutt und Geröll mit sich brachte

Entsetzen machte sich bei den Bewohnern in Virgen breit. Nach heftigem Gewitter und Hagel verwandelte sich der Firschnitzbach zu einer Schlammlawine und donnerte Samstagnachmittag mit ungeheurer Wucht durch den Ort. Buchstäblich im letzten Moment mussten sich vielen Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen retten und der gewaltigen Mure ausweichen.

Es wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Otto Unterweger von der Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol kreiste mit dem Hubschrauber über Virgen, als sich die zweite große Schlammlawine durch den Ort wälzte. "Das waren Bilder, die ich so schnell nicht vergessen werde", erinnert er sich an das Unglück. Trotz der großen Ausmaße der Mure waren Gott sei Dank keine Verletzten zu beklagen.

Großeinsatz für Helfer

Die Schlammlawine hat laut Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler insgesamt 22 Häuser und Wohnungen beschädigt, zahlreiche Autos weggerissen sowie insgesamt acht Brücken und Fußgängerstege zerstört. Die Strom- und Trinkwasserversorgung war unterbrochen - rund 1000 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Laut Unterweger sei es untypisch für den Alpenraum, dass eine Schlammwelle nach der anderen durch den Ort donnert: "Das war mehr als ein Jahrhundertereignis."

Seit Montagfrüh sind wieder zahlreiche freiwillige Helfer, Bundesherr, Feuerwehrleute aus dem gesamten Abschnitt sowie Bagger und Transportgeräte der einheimischen Firmen im Einsatz und befreien die Straßen und Wege vom zähen Schlamm. Wie lange die Aufräumarbeiten dauern werden, lässt sich noch nicht abschätzen. "In Summe werden wir rund ein Monat brauchen", sagt Ruggenthaler. Bei einem Lokalaugenschein versicherte Landeshauptmann Günther Platter den Bewohnen, die volle Unterstützung seitens des Landes.

MERSIHA KASUPOVIC

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