Musikkapellen fehlt der konstante Takt
Fluktuationen und Rochaden bei Dirigenten der heimischen Musikkapellen häufen sich. In Prägraten dauerte Kapellmeistersuche ein Jahr.

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Schneidig, zackig und musikalisch zum Teil auf Höchstniveau: So treten Osttirols Musikkapellen auf - bei Konzerten, Empfängen und Festen. Schlüsselfigur ist der Kapellmeister. Doch die Frontmänner der Musikkapellen sind keine Konstante mehr. Es gibt Fluktuationen und Rochaden. Kapellmeister aus dem eigenen Ort sind immer weniger ein Selbstverständnis. Aktuellstes Beispiel: Josef Ruggenthaler, Ex-Kapellmeister von Virgen, ist heuer Kapellmeister in Prägraten.
Klemens Bstieler musste dort den Taktstock aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. Ein Jahr lang dauerte die Suche nach Ersatz. "Mindestens 60 Leute wurden gefragt, wir sind bis in den Pinzgau gekommen", beschreibt Andreas Berger, Obmann des Musikbezirkes Iseltal, die Schwierigkeiten. Berger betont, dass generell in den Kapellen Unruhe herrsche. "Kommt dann noch dazu, dass Gemeinden wie Prägraten wegen 2500 Euro jährlicher Kapellmeisterentschädigung für jemanden, der am Konservatorium ausgebildet wurde, tun, als kommen sie deshalb an den Bettelstab, braucht sich niemand wundern, dass das Interesse an dieser Funktion schwindet." Einiges aus dem Takt ist auch bei den Kapellen im Lienzer Talboden. Bezirksobmann Klaus Köck sieht jedoch alles im Lot.
Leisach sucht noch
"Wir sind sehr gut besetzt. Mit Ausnahme von Leisach haben wir kein Problem", sagt er. Leisach ist auf Kapellmeistersuche. Hans Peter Glanzer war hier zehn Jahre am Werk, dirigiert aber nun in seinem Heimatort Dölsach, weil dort Siegfried Moser abgedankt hat. Im Lienzer Talboden herrscht auffallend Bewegung: Bannberg wird mit Gottfried Moser von einem Kärntner dirigiert.
Ainet hat heuer nach Michael Mattersberger mit Norbert Oberhauser wieder einen Kapellmeister aus Oberlienz. Mattersberger gibt dafür in Schlaiten den Takt an. Zwei Kapellmeister und doch keinen fixen gibt es in Kartitsch (Musikbezirk Pustertal). Abfaltersbach wird laut Bezirksobmann Adolf Mayr vom Aineter Helmut Oberdorfer provisorisch geleitet und in Obertilliach "geht es amol", wie Mayr sagt. Dort vermisst er einen Kapellmeister mit Engagement.









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