"Wir fordern Kraftwerksgipfel"
Gleich mehrere österreichische Umweltver- bände haben in Innsbruck vor Ausbau durch "übereifrige" Wasserkraftpläne in Tirol gewarnt.
Mit einigem Entsetzen zeigt Christoph Walder vom WWF auf eine Karte von Osttirol, die zugepflastert ist mit geplanten Kraftwerksprojekten: "Da sieht man mit einem Blick, was für eine massive Ausbauwelle auf uns zukommen soll." Allein bei Matrei wären im Umkreis von 15 Kilometern drei große Kraftwerke vorgesehen. Walder: "Oft hat man das Gefühl, da wird ein Projekt als Gegenprojekt zum anderen geplant. Das ist ein Wildwuchs. Man soll sich endlich hinsetzen und sagen: Was wollen wir eigentlich?"
Vom Tiroler Kriterienkatalog habe man sich da viel erhofft, eingetreten sei das Gegenteil. Nachträglich habe sich als richtig erwiesen, dass der WWF die Richtlinien nicht unterzeichnet hat.
"Fühlen uns gefrotzelt"
Gefrotzelt fühlen sich auch die Wissenschaftler Roland Psenner und Birgit Sattler. Limnologe Psenner: "Wir haben an dem Katalog ja teilweise mitgearbeitet. Aber wenn der in der Schublade verschwindet und ein Landeshauptmann-Stellvertreter ihn verwendet oder auch nicht, dann ist das sinnlos." Völlig tabu ist für alle drei der Ausbau sogenannter Flussheiligtümer, wie der Isel oder der Venter Ache. Psenner verärgert: "Da greift man gerade die Flüsse an, die von der Politik vor ein paar Jahren noch zu Naturjuwelen erklärt wurden." Sie fordern daher einen Kraftwerksgipfel. Am besten noch heuer, so Walder: "Wenn es Landeshauptmann Platter möglich ist, die Tiwag innerhalb weniger Tage zu bewegen, die Hypo zu retten, dann wird er sie auch zu einem Gipfel an den Tisch bringen."







