Feuerbrand wirksam bekämpft
Die gefährliche Pflanzenkrankheit wütet auch heuer wieder in Tirol. Bezirk Lienz durch umfassendes Bekämpfungssystem noch von intensivem Befall verschont.

Foto © KLZ/Günther HatzSofortige Rodung und Verbrennung vor Ort sind die einzig effektiven Vorgehensweisen gegen Feuerbrand
Seit dem Jahr 1998 ist der Feuerbrand - die gefährlichste Krankheit des Kernobstes - ein "heißes" Thema in Tirol. War Osttirol in der Mitte des letzten Jahrzehnts Brennpunkt des Feuerbrandbefalls, so stöhnen heuer eher die Nordtiroler Bezirke Kufstein, Kitzbühel, Imst und Reutte.
"Die Situation bei uns ist nicht dramatisch, es waren erst ein paar wenige Überprüfungen notwendig", informiert Martin König vom Forst- und Gartenamt der Stadt Lienz, "die Leute sind sensibler geworden". Die Eindämmung sei durch intensive Beratung der Gärtner und Obstbauern gelungen. Auch die ordnungsgemäße Entsorgung befallener Gewächse trage entscheidend zur Vermeidung der Weiterverbreitung bei. Die erkrankten Pflanzenteile müssen an Ort und Stelle verbrannt werden, um das hochinfektiöse Bakterium nicht unnötig zu verteilen.
Kooperation mit Bürgern
Präventivmaßnahmen wie das vorzeitige Roden besonders gefährdeter Pflanzen (siehe Infobox) seien auch ein entscheidender Schritt bei der Bekämpfung des Feuerbrands. In jeder Gemeinde Osttirols gibt es einen eigenen Feuerbrandbeauftragten als Ansprechpartner. Verdachtsfälle sind meldepflichtig, die Beauftragten überprüfen die Situation vor Ort und leiten gegebenenfalls weitere Maßnahmen ein. "Das System der Zusammenarbeit zwischen den Gärtnern und den Zuständigen klappt mittlerweile gut", versichert Franz Mietschnig, Feuerbrandbeauftragter der Gemeinde Dölsach.
Features
Fakten
Verlauf. Infektion durch Bakterium, Welken und Absterben von Blättern und Blüten, später Befall von Trieben und Stamm
Gefährdete Pflanzen. "Familie der Rosengewächse": u.a. Apfel, Birne, Vogelbeere, Rotdorn, Mehlbeere oder Mispel.
Bekämpfungskosten. In Tirol seit 1998: 1,3 Millionen Euro









