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Zuletzt aktualisiert: 03.06.2009 um 20:03 UhrKommentare

Neuer Zündstoff für Kraftwerke in Osttirol

Kraftwerksgegner warnt Osttiroler vor "Übertölpelung" durch die Tiwag: Von Matrei aus sei Kraftwerks-Gruppe geplant. Bürgermeister Köll kontert.

Der Tauernbach in Raneburg-Matrei ist wieder im Visier der Tiwag und soll in einem Stollen abgeleitet werden

Foto © HatzDer Tauernbach in Raneburg-Matrei ist wieder im Visier der Tiwag und soll in einem Stollen abgeleitet werden

Ein Leben nach dem Kraftwerk könnte für Matrei und seinen Bürgermeister Andreas Köll (ÖVP) zu einem Leben vor dem Kraftwerk werden. Wie berichtet, plant die Tiwag nach Informationen Kölls am Tauernbach ein Ausleitungskraftwerk mit 55,5 MW. Dem Grünen Regionalsprecher Sepp Brugger ist dazu eines aufgefallen: Das derzeit aktuell diskutierte Laufkraftwerk am Tauernbach sei viel zu klein. Eine gewagte Aussage für einen Kraftwerksgegner. Doch jetzt wird konkret, was Brugger damit gemeint hat. "Die Jahreserzeugung bei 60 Megawatt würde 180 bis 200 Gigawattstunden betragen. Das ergibt eine katastrophale Betriebszeit von lediglich 3000 Stunden pro Jahr, ein Umstand, dem nicht einmal die Wasserrechtsbehörde zustimmen würde", sagt der Kraftwerks-Gegner Markus Wilhelm, der mit seiner Kenntnis von Tiwag-Internas seit Jahren österreichweit für Furore sorgt.

Kraftwerks-Gruppe. Damit zurück zu Brugger. Er hegt Zweifel, dass das Laufkraftwerk am Tauernbach alles sein sollte - und bekommt jetzt Rückenwind von Wilhelm. Für diesen spricht die Tiwag "verräterischer Weise" in ihrer internen Darstellung beim "Ausleitungskraftwerk am Tauernbach" von einer ersten Ausbaustufe: "Die zweite, fix vorgesehene ist ein Speicher im Landegg-Tal, die dritte wäre die im Optionenbericht der Tiwag beschriebene Iselstufe Matrei-Lienz." Von der Tiwag gibt es dazu trotz massiver Versuche der Kleinen Zeitung keinerlei Stellungnahme. Wallnöfer soll gesundheitlich angeschlagen sein. Robert Boes, der Tiwag-Projektleiter für Osttirol, hat gekündigt. Wilhelm spricht aufgrund des "Stufenplanes" von einer Übertölpelung der Osttiroler.

Das regt Bürgermeiser Köll auf. "Das ist völliger Blödsinn und reine Panikmache. Wir brauchen jetzt, wo die Akzeptanz für das Ausleitungskraftwerk Tauernbach in Osttirol derart breit ist, keine Kassandrarufe von Wilhelm. Matrei wird nur einem kleinen Laufkraftwerk zustimmen."

MICHAELA RUGGENTHALER

Zahlen und Daten

Laufkraftwerk Tauernbach. Laut Tiwag-Vorstudie soll dieses Kraftwerk 55,5 Megawatt Ausbauleistung und 124 Gigawattstunden Arbeitsvermögen haben. Geplante Wasserfassung 400 Meter unterhalb der Schildalmen, 10,6 Kilometer Druckrohrleitung.

Kraftwerks-Gruppe

Der prominente Kraftwerksgegner Markus Wilhelm zitiert interne Darstellungen der Tiwag mit einem Laufkraftwerk Tauernbach als erste, Speicher im Landegg-Tal als zweite und Iselstufe-Matrei-Lienz als dritte Stufe einer Kraftwerks-Gruppe.

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