Gesuchter war in Armee
Polizeiführung warnt nach Kleine Zeitung-Exklusivbericht vor möglicher Gefährlichkeit des flüchtigen "Waldmenschen". Der Deutsche hatte in der Vergangenheit Kontakte zu als extremistisch eingestuften Moslems.

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Freitag, kurz vor 11 Uhr: Per Mail wurden sämtliche Polizeiinspektionen in Kärnten mit neuen Informationen zum Lavanttaler "Waldmenschen" versorgt und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass diese Fakten nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ein Hinweis, der viele Polizisten wohl zum Schmunzeln brachte, denn die wichtigste Quelle dieser Mail war der Kleine Zeitung-Exklusivbericht.
In dem Schreiben werden die Polizisten zur "Vorsicht beim Einschreiten" angewiesen. Der flüchtige Deutsche könnte, wie berichtet, bewaffnet sein. Daher habe "Eigensicherung Vorrang", im Notfall sei das Einsatzkommando Cobra zu verständigen.
Zum Flüchtigen gibt es neue, allerdings noch ungesicherte Informationen: So soll der 27-Jährige laut Polizei-Mail "vier Jahre Armeezeit samt Auslandseinsätzen" hinter sich haben und im Umgang mit Waffen sowie im Leben unter schwierigen Umständen geübt sein. Am Lamprechtsberg, einem mehrere tausend Hektar großen Wald- und Almgebiet zwischen Ettendorf und Soboth leben die Bewohner einiger weniger Einschichthöfe "mit einem mulmigen Gefühl". Der flüchtige 27-Jährige, seine Freundin und das gemeinsame drei Monate alte Kind seien von Schwammerlsuchern durch puren Zufall im Zelt entdeckt worden, wissen Einheimische zu berichten.
Die Polizei sei erst später auf den Plan getreten. "Wer soll uns hier oben schützen? Das müssen wird selbst tun. Einige von uns sind Jäger und haben Waffen zu Hause. Am Abend werden alle Türen auf den Gehöften fest verschlossen", schildert ein Bauer. Und fügt hinzu: "Wahrscheinlich ist der Mann ja schon längst über alle Berge."
Mit "großem Interesse", wie es heißt, verfolgt man im deutschen Bundeskriminalamt in Wiesbaden und im Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln die Ereignisse in Kärnten. Zur Person könne man aus Gründen des Datenschutzes nichts sagen, heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Nur eines sickerte durch. Unbekannt ist der 27-Jährige in beiden Organisationseinheiten nicht. Der Kärntner Sicherheitsdirektor Albert Slamanig bestätigte vollinhaltlich den Kleine Zeitung-Exklusivbericht: "Auf internationaler Ebene liegt gegen den Mann, soweit mir bekannt ist, derzeit nichts vor."
Die Berichterstattung hat gestern eine Reihe von Anrufen bei Polizeidienststellen im gesamten Lavanttal ausgelöst. Aufmerksame Mitbürger gaben Hinweise auf mögliche Verstecke des 27-Jährigen. Darauf wurden die Polizeistreifen zur Kontrolle von Almhütten intensiviert. "Leider gibt es derzeit keine heiße Spur", hieß es Freitagabend im Bezirkspolizeikommando.
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Frau will nach Deutschland
"Der Frau geht es gut, ihr Baby ist auch in einem guten Zustand", sagt Christine Gaschler-Andreasch. Die Leiterin der Sozialabteilung in der Kärntner Landesregierung ist in regelmäßigem Kontakt mit den Betreuerinnen jener Deutschen, die in der Vorwoche in einem Wald im Lavanttal gestellt worden ist.
Wie berichtet, wurde die 25-Jährige mit ihrem drei Monate alten Baby in ein Kärntner Frauenhaus gebracht.
Die Frau gibt an mit ihrem Lebensgefährten, nachdem gefahndet wird, seit zwei Jahren durch Österreich gewandert zu sein und das Kind vor drei Monaten in einem Wald bei Deutschlandsberg geboren zu haben. "Das größte Augenmerk gilt derzeit dem Baby. Die Frau ist sehr kooperativ und will bald wieder zurück nach Deutschland, in ihre Heimat."









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