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Zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 um 07:37 UhrKommentare

Dynamik auf dem Arbeitsmarkt

Mehr Beschäftigung, weniger Arbeitslose. Die Verweildauer beim "Stempeln" sank 2011 in Osttirol erstmals unter den Österreich-Schnitt. Region Iseltal hat höchste Arbeitslosenquote.

Foto © Hatz

Otmar Frena, der Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Lienz, hat das Jahr 2011 detailliert aufgearbeitet. Seine erste Schlussfolgerung: "Die Beschäftigung in Osttirol hat 2011 zugenommen". Frena orientierte sich einerseits an einer Berechnung der Wirtschaftskammer. Daraus geht hervor, dass seit einigen Jahren vor allem in den Bereichen Industrie, Tourismus und Handel neue Arbeitsplätze entstanden sind. Andererseits sprechen die Fakten bei den Arbeitslosen für mehr Arbeit: Die Quote der Beschäftigungslosen ist gegenüber 2010 um 0,4 Prozent zurückgegangen (von 9,8 auf 9,4 Prozent). "Das ist eine erfreuliche Entwicklung", sagt der AMS-Chef. Er macht sich aber nichts vor: "Die Arbeitslosigkeit in Osttirol ist immer noch hoch." Ein Vergleich: Tirol hatte 2011 eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent. An diesen Stand kam man im Bezirk im Vorjahr nur ein Mal heran - mit 5,8 Prozent im Juli.

Kürzere Stempelzeiten

Für das AMS gab es 2011 eine Premiere: Erstmals lag die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit im Bezirk mit 91 Tagen unter dem Österreich-Schnitt mit 93 Tagen. Frena: "2010 haben wir hier noch 97 Tage ausgewiesen."

Hoch war im Vorjahr auch die Dynamik bei der Arbeitslosigkeit: Das AMS registrierte 7816 Zugänge und 8208 Abgänge. Die meisten "Stempler" kamen aus der Dienstleistungsbranche, gefolgt von Industrie und Gewerbe.

Blick in die Regionen

Die regionale Arbeitslosigkeit war im Iseltal ab Ainet mit einer Quote von 10,5 Prozent am höchsten. Bei 9,6 Prozent lag sie im Lienzer Talboden, bei 7,5 Prozent in der Region Pustertal ab Assling. Errechnet wird die regionale Arbeitslosigkeit aus dem Verhältnis von Arbeitslosen und Arbeitskräfte-Potenzial. "Das Iseltal hat wirtschaftlich nach wie vor den größten Aufholbedarf", so Frena, den es auch freut, dass 2011 die Zahl der Langzeitarbeitslosen von sieben auf 3,5 Prozent zurückgegangen ist.

MICHAELA RUGGENTHALER

Fakten:

Arbeitslosigkeit. 2011 betrug die Quote in Osttirol 9,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren 1867 Menschen ohne Beschäftigung.

Stellenangebot. 1331 offene Stellen, vorwiegend im Tourismus, für Metall-Elektroberufe, Bau- und Pflegeberufe.

Kosten. 22,4 Millionen Euro wurden 2011 für Arbeitslosigkeit in Osttirol ausgegeben.

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