Junge Frau verlor Kampf gegen Essstörung
Eine 33-jährige Osttirolerin starb nach einem Leben, das von einer schweren Erkrankung geprägt war. Fast 20 Jahre lang kämpfte sie gegen eine Essstörung.

Foto © FotoliaSujetbild
In der Pfarrkirche in der Osttiroler Gemeinde Amlach wurde gestern Ruth Innerkofler verabschiedet. Es war das Ende eines von schwerer Krankheit geprägten Lebens. Die 33-jährige Frau hatte fast 20 Jahre lang an einer Essstörung gelitten - und trotz zahlreicher Therapien den Kampf gegen ihr Leiden aber verloren.
Höhen und Tiefen hatten das Schicksal von Ruth Innerkofler, deren Geschichte der Fernsehsender RTL über Jahre begleitete, geprägt. Mit 14 begann ihre Erkrankung, 2001 wog sie bei einer Körpergröße von 154 Zentimetern nur noch 20 Kilo, vier Jahre später hatte sie es geschafft, ihr Gewicht zu verdoppeln. Letztlich war die Krankheit stärker.
"Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen mit unterschiedlichen Verläufen. Besonders gefährlich ist eine Anorexie mit bulimischen Merkmalen", sagt Ursula Klocker, Oberärztin und Psychotherapeutin in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Klagenfurt. Anorexien entwickeln sich meist bereits in der Frühadoleszenz, also zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr, betroffen sind in erster Linie Mädchen.
Die Ursachen sind vielfältig. "Sie reichen vom Schönheits- und Oberflächlichkeitskult über genetische Komponenten, Konflikten in der Familie, Überbetonung von Leistung bis hin zu Missbrauch. In der Regel wirken mehrere Ursachen zusammen", erklärt Klocker.
Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto aussichtsreicher ist die Behandlung. "Sonst wird die Krankheit Teil des Lebens", sagt Klocker. Heilung ist möglich - auch wenn die Behandlung oft längere Zeit in Anspruch nimmt. In schweren Fällen können Essstörungen auch zum Tod führen.














