Fibelfund ist Hinweis auf Flussopfer an Isel
Gewandnadel ist rund 2000 Jahre alt.

Foto © RuggenthalerDer Archäologe Harald Stadler (links) stößt in Osttirol immer wieder auf Funde, die interessante Aufschlüsse geben
Ganz unspektakulär kamen im Virgener Ortsteil Marin - nordöstlich von Obermauern - beim Bau einer Garage zwei bearbeitete Metallteile zum Vorschein. Unlängst wurden die beiden Stücke an Harald Stadler vom Institut für Archäologien an der Universität Innsbruck übergeben. Auf den ersten Blick erkannte dieser, dass es sich bei den Fundstücken um eine Fibel, eine Gewandnadel aus Metall, handelt.
Er datierte sie in das 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. Der erste Schluss des Archäologen aufgrund der Fundstelle war: "Es kann sich hier um einen einfachen Verlustfund handeln. Man kann aber auch auf ein Gräberfeld oder auf einen Opferplatz schließen." Schon stand im Plan von Stadler, mit einem Metallsuchgerät in Marin anzurücken, um in einer "Nachlese" Aufschlüsse über den Fundort zu bekommen. Der Finder Johann Weiskopf machte das Vorhaben jedoch mit seiner Beschreibung der Fundumstände zunichte.
Weiskopf: "Ich habe bei der Garage eine Rollierung aufgebracht. Angeliefert wurde dieses Material aus einer Schottergrube an der Isel. Und in dieser Rollierung entdeckte ich das Zeug. Es erschien mir interessant, deshalb habe ich es an den Archäologen weitergegeben." Stadlers These dazu: "Gerade bei Schottergewinnungsstellen tauchen immer wieder Objekte auf, die aber meistens nicht gemeldet werden. Sie sind ein Hinweis darauf, dass in Osttirol auch Flüssen geopfert worden ist." So sei eine bronzezeitliche Dolchklinge mit ähnlichen Fundumständen im Heimatmuseum Virgen ausgestellt. Der Archäologe wünscht sich, dass bei Schottergewinnung öfters genauer hingeschaut wird. "Es gibt im benachbarten Ausland ganz fantastische Funde aus Flüssen wie etwa Helme, Schilde oder Schmuck."















