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Zuletzt aktualisiert: 26.08.2012 um 08:10 UhrKommentare

Spargel im Auwald: Das sticht

Osttirols einziger Spargelbauer Josef Kaplenig will Vorsorgeflächen schaffen. Dass dafür Auwald fallen soll, missfällt dem Umweltanwalt.

Josef Kaplenig (kleines Foto, links) hat eine Nische gefunden, um sie zu sichern, muss er in den Auwald

Foto © Kleine Zeitung/KK, LUAJosef Kaplenig (kleines Foto, links) hat eine Nische gefunden, um sie zu sichern, muss er in den Auwald

Osttiroler Spargel: Das ist eine Rarität und dahinter verbirgt sich eine Erfolgsgeschichte. Josef Kaplenig aus Lavant hat vor mehr als 20 Jahren eine Nische entdeckt und bringt seitdem das "königliche Gemüse" als gefragte regionale Spezialität auf den heimischen Markt. Seit geraumer Zeit bemüht er sich um neue Anbauflächen. In Lavant ist seit dem Bau des Golfplatzes landwirtschaftliche Fläche rar. 1,5 Hektar beträgt die Spargelanbaufläche von Kaplenig. Um 8000 zusätzliche Quadratmeter will er erweitern. Ausweichen muss er dafür in Auwaldgebiet. Die Naturschutzbehörde hat den Rodungsplänen die forst- und naturschutzrechtliche Bewilligung erteilt. Doch mit Erlen fällen in der Au war nichts.

Auwald opfern - ein Unding

Die Tiroler Umweltanwaltschaft mit ihrem Chef Johannes Kostenzer hat gegen die Bewilligung Berufung eingelegt. Kostenzer sagt: "Wenn man die Situation in Osttirol kennt, weiß man, Auwälder sind selten geworden." Für ihn ist es ein Unding, Auwald zu opfern, damit ein Bauer Spargel anbauen kann. "Das kann ich nicht akzeptieren. Es handelt sich beim Spargelanbau um intensivste Landwirtschaft, die die Böden auslaugt. "Kaplenig braucht neue Flächen, weil der Anbau auf den bisherigen nicht mehr funktioniert", so der Landesumweltanwalt. Kaplenig kann die Argumente Kostenzers nicht nachvollziehen: "In dieser Causa besteht öffentliches Interesse. Vor Ort zu produzieren ist wesentlich sinnvoller als Spargel aus Peru einzufliegen", sagt er. Der Spargelbauer stellt auch fest, dass es sich bei jenem Auwald, den er roden will, keineswegs mehr um wertvollen "weichen Auwald" handelt. "Solchen gibt es nur, wenn es Überflutungen gibt. Die waren hier zuletzt 1965/66."

Kaplenig ist optimistisch und glaubt, dass die Berufung des Umweltanwaltes demnächst abgewiesen wird.

MICHAELA RUGGENTHALER

FAKTEN

Spargelanbau. Josef und Elisabeth Kaplenig vom Michelerhof in Lavant begannen mit dem Spargelanbau im Jahre 1990.

Sorten. Anfänglich nur Weißspargel, seit 2009 wird auch Grünspargel gezogen.

Fläche. Derzeit hat Kaplenig auf 1,3 Hektar Anbaufläche rund 24.000 Weiß- und 5000 Grünspargelpflanzen. 8000 Quadratmeter sollen dazukommen.

Abnehmer. Gastwirtschaft und die gehobene Gastronomie

Nebenprodukte. Inzwischen gibt es in Osttirol zur Spargelzeit Spargelbrot und den "Spargelgeist"

Spargelzeit. Ab Ende April wird täglich Spargel gestochen. Ende der Spargelzeit ist am Johannistag (24. Juni).

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