Die Jungen, die auf Seilen tanzen
Anna Wallensteiner (18) und Florian Ebner (22) aus Debant balancieren sich beim "Slacklinen" durch nationale Bewerbe. Sie wollen auch andere in Osttirol für den Tanz am Seil begeistern.

Foto © KK/Anna WallensteinerBloßes Überqueren einer "Line" ist längst nicht mehr das höchste der Gefühle. Sprünge und Figuren - wie hier der "Big Buddha" - gehören zu Anna Wallensteiners Fixprogramm
Beim Spaziergang durch den Park fallen sie sofort ins Auge: Junge Menschen, die auf zwischen zwei Bäumen gespannten Schlauchbändern balancieren oder sogar darauf herumturnen und Kunststücke zeigen. Dass es sich dabei um den Trendsport "Slacklinen" handelt, hat sich schon herumgesprochen. Aber dass zwei von Österreichs besten Tricklinern (siehe Infobox) aus Osttirol kommen, wissen die Wenigsten.
Maturageschenk als Anstoß
"Für mich begann alles, als ich von meiner Tante nach der bestandenen Matura eine Slackline geschenkt bekommen habe. Ich habe sie ausprobiert und beim Spannen fast mein Elternhaus zum Einsturz gebracht", erzählt Florian Ebner mit einem Lächeln. "Nach einigen Versuchen ist mir aber die Lust vergangen." Erst im Frühjahr 2009 wurde sein Interesse wieder geweckt. "Ich habe am Tristacher See ein paar Slackliner beobachtet und plötzlich war der Reiz da", erinnert er sich. Im folgenden Jahr verbesserte er sich ständig, stand immer mehr Sprünge auf der Line. Es fanden sich auch einige Gleichgesinnte aus ganz Osttirol zusammen und gründeten 2010 den Verein "SLOT" (Slackline Osttirol). Zu dieser Zeit wurde Anna Wallensteiner auf das Slacklinen aufmerksam: "Eher durch Zufall traf ich ein paar Slacker im Draupark und wagte selbst ein paar wacklige Versuche." So wie Flo machte auch Anna rasch Fortschritte.
Durchs Internet zum Erfolg
Durch einen Internet-Contest entdeckte die Firma "Elephant Slacklines" die Talente aus Debant und bot sich als Sponsor an. Seitdem ist das Duo auf hochkarätigen Slackline-Events quer durch Österreich unterwegs. "Mein persönliches Highlight war der World Cup 2011 in Bregenz, die Konkurrenz war allerdings zu stark", so Wallensteiner. Ebner erklärt: "Wir konzentrieren uns voll auf das Austrian Slackline Open." Die Trickline-Bewerbe in Wien und Podersdorf konnte er für sich entscheiden, Wallensteiner gewann in ihrer Kategorie in Wien. Die dritte Runde ging gestern in Klagenfurt über die Bühne. Die zwei Sportler hoffen, dass noch viele Jugendliche das Slacklinen für sich entdecken und raten: "Einfach die Line spannen, einen Punkt anvisieren und losbalancieren."
Features
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Bild vergrößernEbner und Wallensteiner als Sieger beim Austrian Slackline Open in Wien Foto © KK/Patrick Henschke
Ebner und Wallensteiner als Sieger beim Austrian Slackline Open in Wien Grafik © KK/Patrick Henschke
FAKTEN
Geschichte. Anfang der 1980er Jahre Nebenbeschäftigung von Kletterern im Yosemite Valley zum Gleichgewichtstraining, ab der Jahrtausendwende Verbreitung außerhalb des Klettersports, in den letzten Jahren Etablierung als eigene Sportart.
Longline. Bewältigung einer möglichst langen Line von einem Fixpunkt zum anderen.
Trickline. Kürzere Line, auf der Sprünge mit Drehungen, Saltos, etc. vollführt werden, "Buddha to Backflip": von Florian "Flo" Ebner erfundener Trick (Rückwärtssalto aus dem Schneidersitz).
Highline. Slackline in großer Höhe, zum Beispiel zwischen Wolkenkratzern oder Bergspitzen, Begehung mit entsprechenden Sicherungen.














