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Zuletzt aktualisiert: 06.08.2012 um 20:35 UhrKommentare

Bürgermeister drückt Schuldenberg

Die Finanzstatistik 2011 trennt in Osttirol die Spreu vom Weizen. Über elf Gemeinden kreist der "Pleitegeier", nur zwei sind im Bereich einer "geringen Verschuldung".

Bürgermeister Georg Rainer aus Nikolsdorf spricht von hohen Investitionen, die zur Verschuldung führten

Foto © KLZ/Günther HatzBürgermeister Georg Rainer aus Nikolsdorf spricht von hohen Investitionen, die zur Verschuldung führten

Am 1. August veröffentlichte das Land den Bericht zur Finanzlage der 279 Tiroler Gemeinden 2011. Dieser berücksichtigt die Erträge aus Steuern und vorhandenes Vermögen sowie fortdauernde Einnahmen und Ausgaben. Daraus errechnet sich für jede Gemeinde ein Bruttoüberschuss, der mit dem laufenden Schuldendienst gegengerechnet wird. Der so erfasste Verschuldungsgrad erschreckt in vielen Fällen.

Kartitsch, Nikolsdorf, Obertilliach, Prägraten, Schlaiten, St. Johann im Walde, St. Veit und Untertilliach stehen demnach mit einem Verschuldungsgrad von 100 Prozent (!) voll in der Kreide. Auf die Einwohnerzahlen umgelegt ist jeder einzelne Untertilliacher mit 252 Euro vorbelastet. Anras, Assling und Iselsberg fallen mit Werten von 80 Prozent und mehr auch in die Kategorie "voll verschuldet". "Wir haben mit beim Bau unseres Mehrzweckgebäudes und einer Landesstraßensanierung viel Geld ausgegeben. Jetzt sind wir wieder auf Sparlinie und gut unterwegs", schlüsselt der Nikolsdorfer Bürgermeister Georg Rainer auf.

Ungerechte Verteilung

Anton Steiner, Bürgermeister von Prägraten, will dem Finanzsystem eine Teilschuld an den teilweise hohen Schuldenständen geben: "Ich würde mir eine gerechtere Umverteilung der Ressourcen zwischen Bund, Land und Gemeinden wünschen." Die Berechnung des Verschuldungsgrades kritisiert der Kartitscher Bürgermeister, Josef Außerlechner: "Die Werte täuschen. Wenn viel zurückgezahlt wird, steigt auch die Prozentzahl. Wir haben seit 2010 über 400.000 Euro Schulden abgebaut." "Brav" gewirtschaftet haben Abfaltersbach (17 Prozent), Leisach (15 Prozent) und Thurn (27 Prozent). Die Bezirkshauptstadt Lienz (42 Prozent) sowie die beiden Märkte Nußdorf-Debant (54 Prozent) und Sillian (44 Prozent) scheinen im Mittelfeld auf, Matrei wandelt mit einem Verschuldungsgrad von 78 Prozent eher schon auf gefährlichen Pfaden.

Fehlalarm im Defereggen

Eine Panne passierte in Hopfgarten. Weil die Gemeinde eine falsche Zahl bekannt gab, schienen zuerst 100 Prozent Verschuldung auf. "Mittlerweile wurde der Fehler korrigiert. Wir stehen bei 49 Prozent", beruhigt Bürgermeister Franz Hopfgartner.

ALEXANDER ZOLLNER

Verschuldungsgrad

0 bis 20 Prozent. Abfaltersbach, Leisach

21 bis 50 Prozent. Amlach, Außervillgraten, Hopfgarten, Lavant, Lienz, Sillian, Strassen, Thurn, Tristach

51 bis 80 Prozent. Ainet, Dölsach, Gaimberg, Heinfels, Innervillgraten, Kals, Matrei, Nußdorf-Debant, Oberlienz, St. Jakob, Virgen

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